Katz + Hund

Einer fehlt für immer

24.05.2014, Birgitt Eltzel

Zeichnung: Birgitt ELtzel

Die Couch im Arbeitszimmer zeigt noch Spuren seines Wirkens: Kater „Kater“ aus dem Tierheim hat besonders gern an dem 70er-Jahre-Retroteil gekratzt. Wie oft haben wir uns darüber geärgert, Decken oder Kissen an die bewusste Stelle getan. Nichts half.

Jetzt ist die kaputte Ecke gewissermaßen ein Gedenkort. Denn „Kater“, der uns so viele Jahre begleitet hat und von dem lange Zeit auch in der „Berliner Zeitung“ zu lesen war, ist nicht mehr. Wir hatten zwar gemerkt, dass er, ohnehin rank und schlank, immer mehr abnahm. Aber da er fraß und trank, mobil und lebenslustig war, haben wir nicht mit seiner schweren Krankheit gerechnet. Ein kleines Unwohlsein, dann wurde er apathisch und es ging sehr schnell. Nun ist Kater „Kater“ im Katzenhimmel. Oder genauer gesagt: Er ruht für immer im Blumenbeet.

Winnie ist kein Alphatier
Aber hatte er nicht gerade erst Rudi aus Falkenberg, dem kleinen Tierheimwelpen, gezeigt, wie es bei uns zu Hause langgeht? Ein paar Hiebe mit der Tatze und böses Fauchen hatten gereicht, um von dem Hündchen als absoluter Boss akzeptiert zu werden. Winnie, der rotblond-gelockte Kater aus Tiergarten, hat so etwas nicht drauf. Gershwin, wie er offiziell heißt, ist kein Alphatier – er strebt nach Harmonie, gutem und reichlichem Essen und möchte mit allen gut Freund sein. Die Krallen lässt er deshalb lieber stecken. Das hatte sich schon „Kater“ gern zunutze gemacht.

Das Hundekind aber wetzt Winnie immerzu hinterher, kneift und zwickt. Für ihn ist das ein schönes Spiel. Und das macht gerade deshalb großen Spaß, weil der Dicke sich nicht wehrt. Oh Kater, Du würdest hier so gebraucht! Wer soll denn den Hund nun erziehen? Müssen dann wohl doch wir Menschen tun – ohne Krallen, ohne Fauchen, aber mit viel Geduld und Konsequenz.

 

 

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden