Die Grundschule an der Konrad-Wolf-Straße geht im August in Betrieb

Eine ganz besondere Einschulung

17.07.2019, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Alt-Hohenschönhausen. Noch dreieinhalb Wochen. Am Sonnabend, 10. August, ist für rund 75 Kinder eine ganz besondere Einschulung an der Konrad-Wolf-Straße 11. Denn sie werden die ersten Schülerinnen und Schüler überhaupt sein, die in der nigelnagelneuen Grundschule in drei 1. Klassen lernen dürfen. Muss das aufregend sein!

Der Hort startet schon am 1. August

Auch Guido Richter hat Flugzeuge im Bauch. Er ist zum ersten Mal Schulleiter – und dann gleich in einem Neubau. Bislang war der Pädagoge kommissarisch Konrektor an der Theaterbetonten Erika-Mann-Grundschule im Wedding. „Auch die Lehrerinnen und Lehrer sind aufgeregt“, sagt der neue Direktor. „Und hoch motiviert“, fügt er hinzu. Viele Eltern der Schulanfänger hätten ihn schon angesprochen, weil sie die schulische Arbeit unterstützen wollen. „Der Hortbetrieb wird ja schon am 1. August gestartet“, erklärt Guido Richter.

Kapazität für 430 Kinder

Stufenweise wird der Schulbetrieb bis zur sechsten Jahrgangsstufe als dreizügige Grundschule hochgefahren. Dann werden dort etwa 430 Kinder unterrichtet. Das dreigeschossige Gebäude wurde in Rekordzeit errichtet. Erst am 23. Januar 2019 wurde der Grundstein gelegt, am 8. Mai schon Richtfest gefeiert (LiMa+ berichtete). Gleichzeitig wurde nebenan der Bau einer 2-Feld-Sporthalle begonnen, die später auch für den Vereinssport genutzt werden kann. Sie soll 2020 ihrer Bestimmung übergeben werden.

Werken und Kochen

Die Neuankömmlinge werden zunächst die obere Etage nutzen. Dort sind die Klassenräume fertig, Tische und Stühle bereit für die kleinen Gäste. Es gibt unter anderem einen Raum für Werkunterricht und ein Küchen-Kabinett mit Herden und Spülen. Etwas Equipment wird in den kommenden Wochen noch eingeräumt. Alle Räume sind hell und freundlich. Beate Stoffers, Staatssekretärin für Bildung, lobt die kleineren Lernwerkstätten und die 26 Digital Displays. Das seien die richtigen Voraussetzungen für den „Ansatz des neuen Lernens in Teamhäusern.“ Die Unterrichtsräume gehen von auffällig breiten Flure ab. Und natürlich gibt es eine Mensa. Sie ist mit einer Belüftungsanlage ausgestattet. So kann der große Speisesaal auch für Veranstaltungen genutzt werden.

Pausenhof noch Provisorium

In den unteren beiden Etagen wird bei laufendem Schulbetrieb noch etwas gewerkelt werden müssen. Auch die Gestaltung der Außenanlagen steht noch aus. „Für uns stand die Frage, alles fix und fertigzustellen – oder die Schule ein halbes Jahr früher in Betrieb zu nehmen“, sagt Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Man habe sich angesichts des Schulplatzmangels für Letzteres entschieden. Die Zugänge würden mit der Eröffnung jedoch barrierefrei und verkehrssicher hergestellt, versicherte die Baudirektorin. Lediglich der Pausenhof sei erst einmal ein Provisorium. Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) zeigte sich glücklich über das rasante Bautempo. „Überall im Bezirk werden neue Wohnungen gebaut“, sagte er. „Die Einwohnerzahl liegt bei 290.500, Tendenz steigend.“ Neue Schulplätze würden dringend gebraucht.

Etwa 300 Holzmodule pro Schule

An der Konrad-Wolf-Straße steht die schöne Schule kurz vor ihrer Eröffnung. Innen ist viel Holz verbaut. Außen hat das Schulhaus eine Fassade aus wetterfestem Aluminium. Die schnelle Bauzeit wurde unter anderem durch die Montage von zirka 300 vorgefertigten Modulen erreicht. Insgesamt kostet das Ensemble aus Schule und Sporthalle 25 Millionen Euro, finanziert über die Berliner Schulbauoffensive. Berlinweit werden zehn bauähnliche Schnellbauschulen in Holzmodulbauweise errichtet, eine davon in der Sewanstraße.

Schulen und Schüler in Zahlen

In Lichtenberg gibt es 27 Grundschulen, elf Integrierte Sekundarschulen (ISS), fünf Gymnasien sowie sieben Schulen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Hinzu kommen drei Privatschulen. 2018/19 wurden im Bezirk 13.351 Grundschüler, 6.774 ISS-Schüler, 4.194 Schüler auf Gymnasien und 745 auf Privatschulen unterrichtet. In den nächsten zehn Jahren wird der Finanzbedarf in Lichtenberg zum Schulneubau, zur Schulsanierung und für den baulichen Unterhalt auf 1 Milliarde Euro geschätzt. Die Berliner Schulbauoffensive hat ein Gesamtvolumen von 5,6 Milliarden Euro.


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