Umbau der Lemkestraße soll 2020 beginnen

Ein Trostpflaster bleibt

23.01.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Mahlsdorf. Die Tage des alten Kopfsteinpflasters in der Mahlsdorfer Lemkestraße scheinen gezählt: Im kommenden Jahr soll es nach den Planungen des Bezirks einer Asphaltierung weichen.
Um den Ausbau der Straße im Abschnitt zwischen Kieler Straße und Donizettistraße hatte es seit eineinhalb Jahren Streit gegeben. Noch in der Dezember-Tagung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) waren gleich zwei Bürgervertretungen anwesend. Die für den Erhalt des Feldsteinpflasters kämpfende Initiative, vorwiegend in neuerer Zeit Hinzugezogene, und eine Gruppe von meist länger dort Wohnenden hatten noch einmal ihre Forderungen aufgemacht. Letztere, die nach eigenen Angaben die Meinung der Mehrheit der Bürger widerspiegelt, hatte ihren Wunsch nach Sanierung der Straße unterstrichen. So war es auch im Oktober bei einer vom Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf für direkte Anwohner des Abschnittes organisierten Veranstaltung verabredet worden. Die Feldsteinpflaster-BI um ihren Wortführer Marco Hoffmann hatte wiederum die bereits seit 2017 von ihr vertretene Meinung deutlich gemacht, bei einem Umbau sollten sowohl das historische Pflaster als auch alle Bäume dort erhalten bleiben.

Zwei BVV-Beschlüsse im Dezember

Die BVV fasste im Dezember zwei Beschlüsse zum geplanten Ausbau der Straße, die von der Bundesstraße 1/5 durch das Siedlungsgebiet von Mahlsdorf-Nord bis zum Mahlsdorfer Ortskern führt. Nach einem Antrag der CDU soll Tempo 30 auf die gesamte Lemkestraße (bisher im längeren Streckenabschnitt Tempo 50) und umliegende Straßen ausgeweitet werden. Auf Antrag der Linken soll sich das Bezirksamt darum kümmern, dass das Kopfsteinpflaster erhalten bleibt, ebenso möglichst viele der Straßenbäume. In der Bürgerfragestunde vor der Abstimmung hatte sich das Bezirksamt allerdings zum Vorgehen nach den Ergebnissen der Anwohnerversammlung vom Oktober bekannt. Danach wird bei der grundständigen Sanierung mit Kosten von rund 5,5 Millionen Euro die Straße asphaltiert, das mehr als 100-jährige Pflaster verschwindet. Neu gepflastert werden sollen dann Randstreifen, Parktaschen und Gehwegüberfahrten – gewissermaßen ein Trostpflaster. Nicht mehr standsichere Bäume werden gefällt und ersetzt. Ein entsprechendes Baumgutachten konnte bereits seit Sommer 2018 im Bezirksamt eingesehen werden.

Umsetzung im kommenden Jahr

Stadträtin Nadja Zivkovic (CDU), die im Dezember als Nachfolgerin des zurückgetretenen Stadtrats Johannes Martin (CDU) gewählt worden war, bekannte sich auf Anfrage von LiMa+ jetzt zu den Ergebnissen vom Oktober und den Aussagen des Bezirksamtes in der Dezember-BVV. Die Umsetzung der Baumaßnahme, die in der Investitionsplanung 2017 bis 2022 enthalten ist, sei für das Jahr 2020 geplant. Gebaut werden soll nach der bei der Anwohnerversammlung vorgestellten Variante 3a, die jetzt laut Zivkovic als Variante 3 bezeichnet wird. Diese ist auf der Internetseite des Bezirksamts abrufbar.

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden