Erinnerungen an eine unvergessene Gastgeberin

Ein Salon für Alina Pätzold

08.11.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel (1-3), Kulturring e.V. (4-7. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

„Schön, dass Sie da sind“, so begannen die Salons von Alina Martirosjan-Pätzold immer. Stets begrüßte die am 9. Dezember 2017 nach schwerer Krankheit verstorbene Philologin und Kultur-Managerin Publikum und Gäste in ihren Salons mit diesen fünf Worten. Und alle fühlten sich dort gleich zu Hause. 18 Jahre lang empfing sie Besucher in Hellersdorf, Neu-Hohenschönhausen und Karlshorst. Salons, so wie sie bereits im 19. Jahrhundert Tradition waren, das bedeutete für die gebürtige Armenierin, gepflegte Gastlichkeit und Kultur zusammenzuführen. In der 1999 gestarteten Reihe des Kulturring e.V. gelang das der Mutter von zwei erwachsenen Kindern auf das Vortrefflichste. Sie hatte ein Stammpublikum, das weit über die Bezirke Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf hinausreichte – sogar aus Steglitz kamen Leute. Fast 100 Länder der Welt mit ihrer Kunst, ihrer Kultur und der landestypischen Küche stellte Alina Pätzold in ihren Veranstaltungen vor.

Sohn Martin Pätzold moderiert

Mit einem „Best of“ des Hohen Salons, erinnern der Kulturring e.V. und die Familie am Freitag, 30. November, an Alina Pätzold, die nur 64 Jahre alt wurde. Die Veranstaltung anlässlich ihres ersten Todestages mit ihr nahestehenden Künstlern findet um 19.30 Uhr im Humboldt Haus, Warnitzer Straße 13 A, statt – dort, wo sie 13 Jahre lang das Publikum unterhalten hatte. Zu Gast sind die Musikerinnen und Musiker Igor Savitzky (Russland), Aris Meliadis und Lefteris Stampouloglou (Griechenland) sowie das Duo MaSur mit Andrej Sudnitsyn (Russland) und Maryna Gontar (Ukraine). Die Moderation hat Prof. Dr. Martin Pätzold übernommen, ihr Sohn. Zu sehen sind auch Originalbilder von verschiedenen Künstlern. Die Bilder können käuflich erworben werden.

Zeichen für wertbewusstes und tolerantes Miteinander

Alina Pätzold, die mit dem deutschen Journalisten Dietrich Pätzold verheiratet war, ging es immer um das Verständnis und Miteinander verschiedener Kulturen in Deutschland. 2015 erhielt sie für ihr Wirken die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Mit mehr als 250 Veranstaltungen erfreute die Neu-Hohenschönhausenerin in den „Salons“ ihr Publikum. Alina Pätzold ist es bei diesen Begegnungen immer darum gegangen, die Integration zu fördern und Vorurteile abzubauen. „Auf einander zugehen, miteinander ins Gespräch kommen, von einander lernen und sich respektieren“, diese Botschaft trug sie hinaus in die Welt, und nicht zuletzt lebte sie diese Grundsätze mit ihrer temperamentvollen und warmherzigen Art. Gerade in den heutigen Zeiten, in denen der gesellschaftliche Zusammenhalt bröckelt, ist es der Familie Pätzold und dem Kulturring in Berlin e.V. wichtig, ein Zeichen für ein wertbewusstes und tolerantes Miteinander zu setzen, heißt es in der Einladung zum „Best of“.

„Hoher Salon – Best of“, Humboldt Haus, Warnitzer Straße 13 A, Freitag, 30. November, 19.30 Uhr. Eintritt (inkl. Speisen) 18 Euro (für Mitglieder der WBG „Humboldt Universität“ eG 15 Euro). Um Voranmeldung unter Tel. 030 553 22 76 oder per E-Mail  wird gebeten.

 

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