Der Rohbau für das neue Umspannwerk Wuhletal ist fertig

Ein Richtfest für mehr Spannung

14.03.2019, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel

Kaulsdorf. Sie sei in dieser Legislaturperiode auf so vielen Richtfesten gewesen wie noch nie, sagte Marzahn-Hellersdorfs Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke) am Mittwoch, 13. März. „Aber dieses hier ist ein ganz besonderes.“ Mit dem Richtfest wurde die Fertigstellung des Rohbaus des neuen Umspannwerkes Wuhletal im Münsterberger Weg abgeschlossen und gebührend gefeiert. Seit einigen Jahren gebe es die erfreuliche Entwicklung, dass wieder Menschen in den Bezirk ziehen und dafür Wohnungsneubauten entstehen, erklärte die Bürgermeisterin. Die dafür benötigte Infrastruktur bestehe nicht nur aus Kitas, Schulen und Verkehrswegen, sondern auch aus einer zuverlässigen Stromversorgung. Dagmar Pohle wünschte den Bauleuten ein weiterhin unfallfreies Arbeiten und eine fristgerechte Fertigstellung.

23 Millionen Euro für sicheren Strom

„Die Infrastruktur, die wir hier schaffen, wird dafür sorgen, dass rund 65.000 Haushalte und etwa 3.300 Gewerbekunden in Berlins Osten sicher und in hoher Qualität mit Energie versorgt werden“, sagte Thomas Schäfer, Geschäftsführer der Stromnetz Berlin GmbH. Das Tochterunternehmen des Energiekonzerns Vattenfall ist Bauherrin des Projekts. Das Unternehmen betreibt das Stromverteilungsnetz der Hauptstadt. „Wir liegen gut im Plan und sind sehr froh, dass wir eine tüchtige Arbeitsgemeinschaft aus leistungsfähigen Unternehmen mit hoch qualifizierten Ingenieuren und Fachkräften gewinnen konnten.“ Das sei keine Selbstverständlichkeit, so der Geschäftsführer.

Dank an die fleißigen Bauleute

Wenn das Werk, wie geplant, im Frühjahr 2022 in Betrieb gehen wird, dann sollen weit über 100.000 Berlinerinnen und Berliner davon profitieren. Noch in diesem Jahr, so der Plan, wird der Bau vollendet. Dann kommen die technischen Anlagen hinein. Thomas Schäfer bedankte sich bei allen Bauleuten und Beteiligten für die bis dahin sehr gute Arbeit. Der Netzbetreiber investiert rund 23 Millionen Euro in das Projekt mit modernster Schalt- und Steuertechnik.

Risiko von langen Stromausfällen minimieren

Jürgen Wünsch, Polier bei der OBAG Hochbau GmbH, trug den Richtspruch vor und prostete mehrmals auf das weitere Gelingen, ehe er die Weinflasche am Gebäude zerschellen ließ und es damit weihte. Die Richtkrone wurde an einem Kran empor gezogen. Anschließend schlugen Dagmar Pohle und Thomas Schäfer symbolisch zwei Nägel in einen hölzernen Dachaufbau.

Das Umspannwerk Wuhletal soll nach seiner Inbetriebnahme auch zur Verringerung des Risikos von Stromausfällen beitragen und bei möglichen Störfällen (wie kürzlich in Köpenick) den Zeitraum bis zur Wiederversorgung verkürzen. Denn das Werk wird in die zentrale Steuerung des Berliner Stromnetzes integriert. Sein Herzstück wird eine gasisolierte, platzsparende 110 kV Hochspannungsschaltanlage sowie eine luftisolierte 10 kV Schaltanlage sein.

Energie künftig vom Vattenfall-Kraftwerk Rhinstraße

Nach der Inbetriebnahme 2022 wird die alte, noch aus DDR-Zeiten stammende Anlage im Nachbargebäude außer Dienst gestellt und das Haus abgetragen. Die Relaistechnik brauchte mehr Platz und war nicht so leistungsfähig, wie die neuen elektronischen Komponenten. Deshalb ist der Neubau auch wesentlich kleiner. Derzeit kommt die Energie noch über eine 110-Kilovolt-Leitung vom Umspannwerk in Malchow. Künftig wird die elektrische Spannung über zwei Trassen vom gerade im Bau befindlichen neuen Vattenfall-Kraftwerk an der Rhinstraße, Ecke Allee der Kosmonauten anliegen und im Umspannwerk Wuhletal auf 10 kV herunter transformiert. Von dort führen die entsprechenden Leitungen dann in die kleinen Trafostationen in den Straßen, wo die Spannung für den Hausgebrauch auf 1 kV und weniger „geschliffen“ wird, wie die Fachleute sagen. Aneinandergelegt ergeben die Stromkabel der Stromnetz Berlin GmbH in der Hauptstadt eine Strecke von mehr als 35.000 Kilometer.

.

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden