Ein Jahr der Jubiläen

Das kommt 2014

01.01.2014, Birgitt Eltzel

Foto: Birgitt Eltzel, Archiv Peters, Volkmar Eltzel, Emmanuele Contini

Leider sind wir keine Hellseher und wir haben auch keine Glaskugel. Deshalb können wir weder Ihnen noch uns selber voraussagen, wie das Jahr 2014 wird. Ihnen und uns wünschen wir jedenfalls Glück und Gesundheit – wenn man beides hat, ist alles andere ja fast nur noch ein Kinderspiel. Ein wenig können wir aber auch ohne Hexerei in die Zukunft gucken – und stellen fest: 2014 wird in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf ein Jahr der Jubiläen.

100 im Oskar
Gefeiert wird das ganze Jahr über im Sana-Klinikum an der Fanningerstraße. Das auch als Oskar-Ziethen-Krankenhaus bekannte Klinikum wird 100. Am 26. Oktober 1914 wurde es als Krankenhaus der damaligen Stadt Lichtenberg eröffnet, es entstand auf Initiative des damaligen Lichtenberger Bürgermeisters Oskar Ziethen. Heute zählt es zu den wichtigsten Gesundheitseinrichtungen im Osten Berlins. Die Festveranstaltung findet am 16. Oktober statt, gefeiert mit verschiedenen Veranstaltungen wird jedoch schon ab Januar. Und: Es werden Menschen gesucht, die im “Oskar” geboren wurden – 100 von ihnen werden an einer Geburtstagstafel Platz nehmen können. Zwei Oskarianer sind uns schon bekannt: Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD) erblickte dort am 1. März 1966 das Licht der Welt, auch der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi (16.1.1948) ist ein “Oskar”.

Mehr als 100.000 Neubauwohnungen
35 Jahre alt wird Marzahn schon am 5. Januar. Denn an diesem Tag im Jahr 1979 wurde der Bezirk offiziell gegründet – und Lichtenberg verlor so auf einen Schlag mehr als 60 Prozent seines bisherigen Territoriums. Bereits 1977 waren die ersten Bewohner in die Großsiedlung Marzahn gezogen – das Denkmal Steinerne Richtkrone an der Marchwitzastraße erinnert daran. Mehr als 100.000 Neubauwohnungen entstanden rund um das alte Dorf Marzahn, vor allem Familien mit Kindern zogen dort ein. Nachdem Ende der 1990er-Jahre die Plattenbauten nicht mehr so begehrt waren und viele Wohnungen leer standen (über 4.500 Wohnungen, aber auch Kitas und Schulen wurden abgerissen), ziehen jetzt wegen der steigenden Mieten in der Berliner Innenstadt wieder vermehrt Familien in den Bezirk. Mit geringen Leerstandsquoten von 2 bis 3 Prozent, die die Wohnungsunternehmen haben, wird nun auch dort der Wohnraum wieder knapper. Die Gründungsurkunde Marzahns datiert zwar vom Januar, doch soll der Geburtstag erst im September bei einem “Plattenfest” gefeiert werden.

Gleich zweimal 30
Auch für das neue Hohenschönhausen steht ein besonderer Jahrestag an: Am 9. Februar 1984 wurde an der Barther Straße 3 der Grundstein für das Neubaugebiet gelegt, natürlich wie es sich gehörte, in Anwesenheit des DDR-Parteichefs und Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker. Hohenschönhausen war damals noch ein Teil des Bezirks Weißensee. Am 1. September 1985 wurde dann ein eigenständiger Bezirk Hohenschönhausen gegründet, zu dem die Ortsteile Hohenschönhausen, Wartenberg, Falkenberg sowie der östliche Teil von Malchow gehörten. Mit der Berliner Bezirksfusion kam er im Jahr 2001 zu Lichtenberg.

Festlich begangen werden sollen 30 Jahre Hohenschönhausen auf jeden Fall, noch sind allerdings keine Termine für größere Feiern bekannt. Vielleicht, weil man ganz schön viel Zeit hat – rechnet man nun den Baubeginn als Auftakt des Jubiläumsjahrs oder das Datum auf der Gründungsurkunde? Am Besten beides, so kann man doch gleich zwei Jahre hintereinander einen 30. Geburtstag feiern.

Bezirkschef wird 50
Endgültig vorbei mit der ersten Jugend ist es am 27. April für Marzahn-Hellersdorfs Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD): Der gebürtige Badener, aufgewachsen in Ettlingen bei Karlsruhe, wird 50 Jahre alt. Der Politikwissenschaftler, der seit 1996 in Kaulsdorf wohnt, will 2014 ein ganz besonderes Projekt umsetzen: Berlins erste Frauenturnhalle soll im Freizeitforum Marzahn entstehen. Dafür gab’s nicht nur viel Beifall, sondern auch viel Gegenwind im vergangenen Jahr. Doch der Bezirkschef bleibt dabei, immerhin weiß er ja auch die Mehrheit des Bezirksparlaments hinter sich.

20. Hellersdorfer Balkonkino
Viermal im Sommer wird traditionell zum kostenlosen Kinovergnügen unter freiem Himmel auf den Cecilienplatz eingeladen – in diesem Jahr feiert das Hellersdorfer Balkonkino sein 20. Jubiläum. Gesponsert wird das Open-Air-Ereignis von Anfang an von der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land, ein Geschenk an die Mieter. Doch nicht nur diese kommen, sondern auch Leute aus anderen Teilen der Stadt. Und weil es inzwischen bis zu 2.000 Besucher je Vorstellung anzieht, hat das Event schon Nachahmer gefunden: Am Neuen Kranzler Eck in Charlottenburg gab’s im Sommer 2013 auch Gratis-Kino unter freiem Himmel. Manchmal lernt eben auch die City was vom Stadtrand.

 

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