Regierender Bürgermeister zu Besuch in der Alten Börse

„Ein echter Geheimtipp“

18.09.2015, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel. Zum Vergrößern auf das Hauptbild klicken.

Marzahn. Ein dekorativer Erntewagen mit Strohballen stand am Donnerstagabend, 17. September, auf dem Marktplatz der Alten Börse Marzahn, vor dem Biergarten loderten Feuerchen, am Grill gab es Würstchen und Steak, dazu Livemusik. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller sollte ja schließlich einen guten Eindruck vom Standort bekommen. Der Sozialdemokrat besuchte auf Einladung seiner Biesdorfer Genossin Liane Ollech, die für die SPD im Abgeordnetenhaus sitzt, das Gelände an der früheren Beilsteiner Straße, die jetzt Zur Alten Börse heißt. Zahlreiche Bürger, darunter etliche Sozialdemokraten aus Marzahn-Hellersdorf, waren gekommen. Doch zur angekündigten Fragestunde kam es nicht, die meisten guckten nur neugierig und zückten ihre Handys, um mit Fotos das Event festzuhalten. Schließlich kommt es ja nicht so oft vor, dass man gemeinsam gemütlich mit dem Chef der Landesregierung im Biergarten sitzt und eine Bratwurst isst.

Standort für Kunst, Kultur und Gewerbe
Zuvor hatte sich Müller von Börsen-Investor Peter Kenzelmann das Gelände zeigen lassen, auf dem sich Anfang des 20. Jahrhunderts Deutschlands größter Magerviehhof befand. Kenzelmann hatte das 30.000 Quadratmeter große Areal 2013 gekauft und entwickelt es seitdem zum Standort für Kunst, Kultur und Gewerbe. Im großen Börsensaal, wo seinerzeit die Viehauktionen stattfanden, gab es Fotos aus der lang zurückliegenden eigentlichen Börsenzeit zu sehen und Bilder, die die aufwendigen, finanzintensiven und liebevollen Umbauarbeiten dokumentieren.

„Wir entwickeln alles Stück für Stück“, erzählte Kenzelmann. Er zeigte Michael Müller eine gelbe Straßenbahn mit zwei Triebwagen, die seit einigen Wochen auf dem Gelände steht. Da sei vieles denkbar, so Kenzelmann. „Die Bahn könnte ein Raum für Partys werden oder aber auch für Workshops.“ Entscheiden werde man das im nächsten Jahr. Auch der Club Czar Hagestolz, in dem es nicht nur bequeme Lümmelsofas und Liegestühle gibt, sondern auch eine Bühne und eine Bar, sei „organisch gewachsen“. Inzwischen wird dort nicht nur gefeiert, sondern auch Kleinkunst zelebriert und Kino gezeigt, nicht unbedingt Mainstream. Stolz ist das Börsen-Team auf das von ihm gebraute Bier „Marzahner“. Das wird nicht nur in der Braustube und im Biergarten kredenzt, sondern man kann in Braukursen auch lernen, sein eigenes Bier herzustellen, erzählt Aurora Faccini im neueröffneten Gebäude für die Kurse. Die junge Frau kam einst aus Rom, wohnt nun in Marzahn und ist die Börsen-Brauerin. Als Müller darüber staunte, sagte sie, dass dieser Beruf heute zwar recht selten von Frauen ausgeübt werde, früher aber sei das Brauen ein Frauen-Handwerk gewesen.

T-Shirt „I love Marzahn“
Müller zeigte sich beeindruckt: „Ich wusste gar nicht, dass Ihr hier so etwas Tolles habt“, meinte er zu Liane Ollech. Er sagte, dass sich Marzahn-Hellersdorf positiv entwickelt habe. „Es hat längst nicht mehr das frühere, eher triste Image.“ Der Bezirk sei grün, es gebe gute Wohnungen, Kindergärten und Schulen. Mit dem wachsenden Zuzug von Menschen auch aus der Berliner Innenstadt, dem Schaffen neuer Arbeitsplätze und der IGA Berlin 2017 werde sich die Struktur noch weiter wandeln. Dafür sorgten auch Orte wie die Alte Börse Marzahn, die er als „echten Geheimtipp“ bezeichnete. Bei so viel Lob gab es auch ein Geschenk – ein T-Shirt mit der Aufschrift „I love Marzahn“, gedruckt in der Werkstatt von Mike Löschau und Heike Naumann in der Alten Börse.

 

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