Auftraggeber und Architekten mit Bauherrenpreisen ausgezeichnet

Ehrung für besondere Bauprojekte

08.04.2019, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel (1,3-14,16) Andrea Scheuring (2), Marcel Gäding (15). Zum Vergrößern Haptbild anklicken.

Lichtenberg. Mit dem Lichtenberger Bauherrenpreis wurden am vergangenen Freitag, 5. April, im Rathaus Auftraggeber und Architekten für ihre besonderen Leistungen ausgezeichnet.

Nach Preisverleihungen im Jahr 2000 und 2013 würdigt der Bezirk damit zum dritten Mal, jene Bauherren, die bei der Planung und Verwirklichung ihrer Vorhaben im Bezirk außergewöhnlich innovativ waren und auf Qualität achteten. 114 in den vergangenen sechs Jahren umgesetzte Vorhaben wurden für geeignet befunden, an dem Wettbewerb teilzunehmen. 37 Bauherren reichten schließlich entsprechende Unterlagen ein.

Die Preise wurden in den Kategorien Wohnungsbau, Denkmalpflege, Gewerbebauten, soziale Bauten, Infrastruktur und Freianlagen vergeben. Kriterien für die Entscheidungen der Jury waren unter anderem: die Einbindung der Projekte in örtliche Gegebenheiten, der Umgang mit dem Bestand, die Gestaltung und Konstruktion, verwendete Farben und Materialien, Benutzbarkeit und Behindertengerechtigkeit, soziale Aspekte sowie die Beachtung von Umwelt- und Ökologie-Belangen.

Mit Bauherrenpreisen ausgezeichnet wurden:

In der Kategorie Wohnungsbau:
Die Howoge für die Wohnanlage Paul-Zobelstraße 10, 10a;

Kategorie Denkmalpflege:
Jugendherberge Berlin Ostkreuz gGmbH, drei Jugendherbergsträger und Heusner + Melmert Architekten engagierten sich für die Sanierung und den Umbau der einstigen Schule am Ostkreuz, Marktstraße 9-12, zur Jugendherberge;

In der Kategorie Gewerbebauten:
Relaise Flussfahrt & Co. GmbH Berlin und die Architekten Petersen für die Platte Marina Marina, Köpenicker Chaussee 3, Umbau der früheren Zollstation;

Kategorie Infrastruktur:
Bezirksamt Lichtenberg und Kersten Kopp Architekten GmbH für die Jugendfreizeiteinrichtung Holzhaus, Siegfriedstraße 29/ Gotlindestraße 38;

In der Kategorie Soziale Bauten:
Die ARGE Neubau KEH GmbH und A24 architekten + ingenieure und Maron.Rinne Architekten für den Ergänzungsbau am Krankenhaus Königin-Elisabeth-Herzberge, Herzbergstraße 79

Kategorie Freianlagen:
hutterreimann Landschaftsarchitektur GmbH für den Spielplatz „Weltraumpiraten”, Alfred-Kowalke-Straße 34.


Anerkennungspreise erhielten:

Die Howoge
für die Wohnanlage Treskowhöfe, Treskowallee 20-24a-c, Hönower Straße 36-56;

de Winder Architekten GbR
für die Gewerbehalle JOS 037, Josef-Orlopp-Straße 37;

Die Kinder im Kiez GmbH und Kny und Weber Architekten
für den Umbau der Kita „Kiezspatzen“, Hubertusstraße 5;

Die Stiftung Rehabilitationszentrum Berlin sowie OstArchitekt /-in Dr. Klaus Beyer GmbH
für zwei Wohngruppen-Stadthäuser, Rhinstraße 103, 103a;

Das Bezirksamt Berlin und die Lechner Landschaftsarchitekten
für den Grünzug Hönower Weg, Mellenseestraße 9-12


Neu war in diesem Jahr Möglichkeit des Online-Votings zur Ermittlung der Publikumspreise in allen Kategorien. 2.550 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich daran. Bei einigen so ermittelten Preisträgern gab es Kongruenzen mit den Jury-Entscheidungen, bei anderen nicht.


Publikumspreise erhielten:

Wohnungsbau:
i-live Berlin II GmbH, Architekt AI + P Planungs GmbH, Landschaftsarchitekt Volker Stauch für den Neubau Junges Wohnen / Mikroapartments, Volkradstraße 27;

Denkmalpflege:
Jugendherberge Berlin Ostkreuz gGmbH, Übereinstimmung mit Jury-Entscheidung;

Gewerbebauten:
Relaise Flussfahrt & Co. GmbH Berlin, Übereinstimmung mit Jury-Entscheidung;

Infrastruktur:
blu:boks Kinder- und Jugendbildung gGmbH und GH Architekten Ingenieure,  Dipl.-Ing. Architekt J. Heyne für die blu:boks Berlin, Kita mit Familien-/ Bildungszentrum, Paul-Zobel-Straße 9

Soziale Bauten:
Die ARGE Neubau KEH GmbH, Übereinstimmung mit Jury-Entscheidung;

Freianlagen:
Bezirksamt Lichtenberg und Büro für Garten- und Landschaftsarchitektur Steffi-Regina Betz für Schulhof Friedrichsfelder Grundschule, Lincolnstraße 67.


Ein großer Aufbruch

Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) hatte zu Beginn der Auszeichnungsveranstaltung an die rasante Entwicklung und den Erhalt des Stadtrechts 1907 für das einstige Dorf Lichtenberg erinnert. 1920 wurde die Stadt in Groß-Berlin eingemeindet. „Heute erleben wir einen ähnlich großen Aufbruch“, sagte er. Lichtenberg sei ein Bezirk im Wandel. „Mittlerweile leben 290.000 Menschen in Lichtenberg. Vor wenigen Jahren waren es noch 260.000.“ Michael Grunst dankte den Bauherren für die Teilnahme am Wettbewerb – der Stadtentwicklungsstadträtin Birgit Monteiro (SPD) sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bezirksamtes für die geleistete Arbeit.

2,3 Milliarden Euro seit 2013 investiert

Birgit Monteiro informierte, dass der Bezirk seit der Bauherrenpreisverleihung 2013 über 3.200 Baugenehmigungen erteilt habe, die auch umgesetzt wurden. Insgesamt seien so 2,3 Milliarden Euro in Lichtenberg durch Bautätigkeit investiert worden. „In den letzten Jahren überwog der Wohnungsbau sowohl durch private, genossenschaftliche und vor allem kommunale Unternehmen“, sagte die Stadträtin. Dieser Zuwachs an Wohnungen und Einwohnern führe die bestehende Infrastruktur an ihre Grenzen, sodass nun verstärkt beispielsweise Kitas, Schulen und öffentliches Grün gebraucht würden. Für den Bezirk sei es wichtig, dass innovativ gebaut und nach neuen Lösungen gesucht werde. Denn: „Was jetzt gebaut wird, wird das Stadtbild Lichtenbergs für viele Jahre prägen.“ Birgit Monteiro dankte den Werkstadt Stadtplaner & Architekten für die Organisation und Durchführung des Wettbewerbs.

Bauherrenpreis künftig alle fünf Jahre

Angesichts der vielen auszeichnungswürdigen Projekte fielen der Jury die Entscheidungen über die Preisvergabe nicht leicht. Preisrichterinnen und Preisrichter, unter dem Vorsitz von Architekt Frank Augustin, waren: die Architektin Prof. Johanna Nalbach, die Landschaftsarchitektin Birgit Hammer, die Stadtentwicklungsstadträtin Birgit Monteiro sowie Monika Kuhnert als Organisatorin des Bauherrenpreises und Leiterin des Fachbereiches Bau- und Wohnungsaufsicht/ Untere Denkmalschutzbehörde.

2018 hatte die Bezirksverordnetenversammlung auf Antrag der CDU beschlossen, den Bauherrenpreis künftig regelmäßig alle fünf Jahre auszuloben.

Alle Projekte sind noch bis zum 23. April im Rathaus Lichtenberg in einer Ausstellung zu sehen. Detaillierte Angaben zu den realisierten Vorhaben aller Wettbewerbsteilnehmer finden Sie auch unter:
www.bauherrenpreis.de


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