Marzahner Promenade: Stadtplatz bietet auch Sport- und Spielspaß

Drehbare Bänke in Orange

07.07.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn. Drei orange Sitzbänke, einmalig in Berlin, lassen sich drehen. Mit jeder Richtungsänderung können sich die darauf Sitzenden individuell zu den Themen „Himmelsrichtung“, „Stimmung“ und „Vier Elemente“ positionieren – in den Boden sind entsprechende Worte wie „Wut“, „Ruhe“ oder „Feuer“ eingelassen. Kein Wunder, dass die neuartigen Sitzmöbel Anklang finden. Sie gehören ebenso wie Sport- und Fitnessgeräte zu den Attraktionen des Stadtplatzes vor dem Wandmosaik „Frieden“ von Walter Womacka auf der Marzahner Promenade. Gemeinsam mit etlichen Anwohnern wurde am Donnerstagnachmittag, 5. Juli, die Eröffnung des neu gestalteten Areals gefeiert.

Beete mit Edelrost

Dieses entstand nach einem Entwurf des Büros Birke.Zimmmermann Landschaftsarchitekten. Claudia Zimmermann und Florian Birke hatten sich 2014 in einem Wettbewerb zur Neugestaltung der Oktogone vor den Womacka Wandmosaiken „Frieden“ und „Arbeit für das Glück des Menschen“ durchgesetzt. Birke.Zimmermann hatten bereits den 2012 abgeschlossenen Umbau des Busbahnhofs vor dem Einkaufszentrum Eastgate geplant. Am Eröffnungstag führte Florian Birke Interessierte durch die Anlage, deren höhergelegte Beete mit rund 30 Bäumen, Sträuchern, Blumen und essbaren Kräutern wie Majoran bepflanzt wurden. Voneinander abgetrennt sind sie durch Einfassungen aus Kortenstahl, der mit seinem Edelrost gut zum Grün passt. Davon sollen sich auch Graffiti gut wieder entfernen lassen.

Zehn Sportgeräte am Platzrand

Das Highlight sind neben den von Zimmermann und Birke entwickelten und patentierten schwenkbaren Bänken die am Rand platzierten Sport- und Fitnessgeräte. Diese wurden natürlich gleich kräftig ausprobiert. Zehn unterschiedliche Geräte, bei deren Auswahl die Anwohner mitentscheiden konnten, stehen zur Verfügung. So können Nutzer mit dem Airwalker oder dem Cross-Trainer Beweglichkeit und Ausdauer steigern oder mit der Hüpfscheibe und der Blancierstrecke die Motorik erhalten und trainieren. Ab Dienstag, 10. Juli, bis zum Jahresende 2018 bieten die Vereine Fit & Fun Marzahn e.V.(Betreiber der Frauensporthalle) und MIM e.V. jeweils dienstags von 10 bis 11 Uhr und donnerstags von 17 bis 18 Uhr vor Ort eine Hilfestellung zur richtigen Nutzung der Geräte an. Jeder, der das wünscht, kann dort kostenlos trainieren.

Aktive Zentren

Marzahn-Hellersdorfs Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) freute sich über die Fertigstellung des Platzes, der Teil der Gesamtumbaumaßnahme an der Marzahner Promenade ist. Diese wird noch bis 2019/20 durch das Bund/Land-Förderprogramm „Aktive Zentren Berlin“ finanziert. Die etwa 1,5 Kilometer lange Bummelmeile, die nicht mehr als Geschäftsstraße funktionierte, war im Jahr 2008 in das Programm aufgenommen worden. Sie wird schrittweise zu einem nicht mehr nur kommerziellen Stadtzentrum umgestaltet. Pro Jahr flossen für entsprechende Maßnahmen durchschnittlich zwischen 2,5 bis 3 Millionen Euro Fördermittel. An der Erneuerung der Promenade, die mehr Aufenthaltsqualität bekommen soll, beteiligten sich viele Akteure – das Bezirksamt und der Wohnungs- und Geschäftsvermieter Degewo, aber auch Gewerbetreibende und Mietervertreter. Zu den großen Projekten der letzten Jahre gehörten außer der Neugestaltung des Busbahnhofs die Umbauten auf dem Marktplatz und auf dem Victor-Klemperer-Platz vor dem Freizeitforum. Das kleine Oktogon unterhalb des zweiten Womaka-Mosaiks war 2017 fertiggestellt worden.

Kunst fürs Freizeitforum

Das FFM wurde bereits für acht Millionen Euro energetisch saniert, gerade laufen weitere Sanierungsarbeiten an dem vor fast 30 Jahren errichteten multifunktionalen Gebäude. Dieses soll auch Kunst am Bau bekommen – sechs Künstlerinnen und Künstler für einen anonymen Realisierungswettbewerb wurden unter insgesamt 56 Bewerbern ausgewählt. Ihre Entwürfe werden am 9. und 10. Juli jeweils von 15 bis 18 Uhr im FFM-Foyer zu sehen sein. Bürgerinnen und Bürger können ihre Meinung äußern, die in die Realisierungsempfehlung der Jury einfließt. Das Preisgericht tagt am 18. Juli.

Im nächsten Jahr Spielplatzsanierung

Gearbeitet wird derzeit auch an der Umgestaltung des Abschnitts, der vom „Frieden“-Platz bis zum Freizeitforum reicht. Dort werden vor allem die Gehwege erneuert. Im nächsten Jahr soll der beliebte Spielplatz vor der Jugendfreizeiteinrichtung Fair drankommen. Er genügt nach Aussage von Beate Heinrich vom bezirklichen Stadtplanungsamt nicht mehr den heutigen Anforderungen, vor allem in punkto Sicherheit. 2019 soll  der kleine Platz vor dem Sportjugendclub an der Franz-Stenzer-Straße überarbeitet werden, die Planung dafür übernimmt erneut das Büro Birke.Zimmermann. Dabei wird auch ein Kunst-am-Bau-Werk des Künstlers Hans Ticha saniert.

 

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