Gedanken-Brösel. Wie uns die Wahrnehmung einen Streich spielen kann

Die Zeit steht still?!

29.07.2018, Mike Abramovici

Foto: Privatarchiv Abramovici. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Vielleicht sehe ja nur ich das so oder geht es Euch ähnlich? Manche Menschen und Dinge scheinen in der Wahrnehmung doch immer gleichbleibend zu sein, obwohl sie sich mit der Zeit verändern. Es kommt einem so vor, als waren sie schon immer genau so, wie sie jetzt sind.

Dieser durchaus schöne Gedanke ist mir gestern nach einem Telefonat mit meinen Eltern gekommen. In meinen Erinnerungen sahen sie schon immer so aus, wie sie jetzt halt aussehen. Ich kann sie mir nicht anders vorstellen. Auch die Erinnerung an meine Großeltern ist so. Sie sahen in meiner Wahrnehmung immer wie Großeltern aus. Mein Opa ist zu jung, mit 53 Jahren, gegangen, er konnte damals nicht aussehen wie ein Opa, auch meine Oma nicht. Aber in meiner Wahrnehmung haben sie immer gleich ausgesehen. Auch mit Menschen, die so täglich um mich herumschwirren, ist das so. Sie sehen in der Erinnerung genauso aus wie jetzt. Als wären sie alle zeitlos schön und die Zeit könnte ihnen nichts anhaben.

Ganz anders verhält es sich beim Blick auf Kinder. Sie verändern sich auch in der Wahrnehmung. Aber das kann auch daran liegen, dass man diese Veränderungen genauso will. Wir sind scheinbar stehen geblieben in einem Alter, angekommen. Und wir erwarten, dass die Kinder irgendwann das Gleiche tun werden.

Vielleicht ist das alles ja totaler Quatsch, aber dennoch ein schöner Gedanke, wie ich finde. In den Vorstellungen verhaftet. Was nichts anderes bedeutet, als dass all jene Menschen, die wir lieben, achten, verehren, für uns immer gleichbleibend schön und bewundernswert sind: Eltern, Großeltern, Kinder, gute Freunde. Und ich will das hier mal den Menschen sagen, die fast täglich um mich herum sind, denen ich sehr oft begegne und welche mich schon über viele Jahre begleiten: Ich habe Euch alle total lieb!

Euer Brösel

 

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