Statistik zur Kriminalität am Marzahner Einkaufscenter Eastgate

Die wenigsten Täter sind Migranten

18.05.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn. Seit Monaten bewegen Straftaten und Aggressionen in und um das Marzahner Einkaufszentrum Eastgate die Gemüter. Insbesondere werden diese einer Gruppe, die überwiegend aus männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund und einheimischen Mädchen bzw. jungen Frauen, zugeschrieben LiMa+ berichtete. Inzwischen hat sich laut Angaben der Staatssekretärin für Inneres, Sabine Smentek, die Situation vor Ort beruhigt – eine Folge von abgestimmten Maßnahmen zwischen Senat, Bezirk und Polizei.

Zahl der Straftaten gesunken

Jessica Bießmann (die einst vor Weinflaschen mit Hitler-Konterfei posierte, deshalb zwar aus der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, nicht aber aus der Partei ausgeschlossen wurde), wollte in einer Anfrage wissen, ob der Senat die Einschätzung teile, dass die „Gefahr durch Jugendliche mit Migrationshintergrund hinsichtlich Häufigkeit und Schwere von Straftaten sowie Aggressionen auch gegen Polizisten eine neue Qualität erreicht hat“. Laut Antwort von Smentek ist die Anzahl der Straftaten im Bereich (Busbahnhof, Freizeitzentrum Le Prom, Marzahner Promenade und Eastgate) gesunken. Waren es dort 2015 noch 1.100 Delikte, wurden im Vorjahr 938 Straftaten erfasst. Dabei liegt mit 284 Fällen (2015: 220) der Ladendiebstahl ganz vorn, es gab 87 Fälle von Körperverletzung (2015: 61) und 20 Fälle gefährlicher und schwerer Körperverletzung (2015:13). Unter Nötigung, Freiheitsberaubung, Bedrohung wurden 2018 im Bereich 29 Fälle verzeichnet (2015: 17). Mord und Totschlag: 2018 kein Fall, 2015 wurden zwei Fälle verzeichnet.

Ladendiebstahl am häufigsten

Im Eastgate selbst lagt 2018 mit 128 Delikten ebenfalls der Ladendiebstahl an der Spitze, 25 Mal gab es Geschäfts- und Betriebseinbrüche. 26 Taschen- und 30 sonstige Diebstähle wurden verzeichnet. Auf der Liste 2018 stehen ebenfalls 15 Fälle von Hausfriedensbruch sowie 17 angezeigte Körperverletzungen (2015: 9, 2016: 24, 2017: 15). 2018 wurden ebenfalls 4 Sexualdelikte registriert.

Mehrzahl der Tatverdächtigen mit deutscher Staatsangehörigkeit

Im Nahbereich der Umgebung, (also Busbahnhof, Le Prom, Promenade) wurden 2015 noch 473 Tatverdächtige (denen teilweise auch mehrere Taten zur Last gelegt werden) erfasst. 2018 waren es 349. 126 davon waren „nichtdeutsche Tatverdächtige“ (2015: 197). Im Eastgate selbst wurden 157 Tatverdächtige im Jahr 2018 registriert. Nichdeutscher Herkunft waren dabei 67 Personen. Das heißt: Die Mehrzahl der erfassten Tatverdächtigen sowohl im Eastgate als auch in dessen Nahbereich waren keine Migranten, sondern Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit.

Nichtsdestotrotz wollte Bießmann auch wissen, welche Staatsangehörigkeit die Tatverdächtigen mit Migrationshintergrund hatten. Auch das wird in der Antwort der Senatsverwaltung akribisch aufgelistet. Danach wurden seit 2015 insgesamt 111 Personen mit vietnamesischer Staatsbürgerschaft erfasst, gefolgt von 108 Menschen mit polnischer Staatsangehörigkeit. 21 Tatverdächtige hatten die syrische Staatsangehörigkeit, 21 und 18 die türkische bzw. afghanische. Auch sechs Portugiesen wurden laut der Antwort als Tatverdächtige geführt.

Abgestimmte Maßnahmen

Seit Ende 2017 werden im Rahmen von Treffen zwischen Polizei, Bezirksamts sowie Streetworkern des Vereins Gangway und des Eastgate-Centermanagements gemeinsame Maßnahmen abgestimmt. Seit März dieses Jahres ist laut Smentek die polizeiliche Präsenz in der Zeit von 16 bis 22 Uhr verstärkt worden. Zusätzlich werden gemeinsame Streifen mit dem Ordnungsamt durchgeführt. Parallel werden durch den Sicherheitsdienst des Einkaufszentrums konsequent Hausverbote ausgesprochen. Die Streetworker von Gangway arbeiten gruppen- und einzelfallorientiert mit den Jugendlichen.

Jugendgruppen meiden Bereich jetzt weitgehend

Als Folge des konsequenteren Einschreitens meiden die betreffenden Gruppen den Bereich. Sie halten sich laut Smentek „in deutlich verringerter Personenzahl und abgesetzt von Einkaufszentrum und dessen Umfeld“ auf. Dort würden sie sich weitestgehend unauffällig verhalten. „Als Resultat ist eine deutliche Lageberuhigung im Einkaufszentrum ‚Eastgate’und in dessen Umfeld eingetreten.“

Die vollständige Antwort der Senatsverwaltung hier zum Nachlesen…


Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden