Hund + Mensch im Verein

Die Schleuse

10.03.2019, Birgitt Eltzel

Zeichnung: Birgitt Eltzel

Unter all den vielen Dingen, die für die Vierbeiner auf unserem Hundeplatz, auch gern Hupla genannt, ganz besonders interessant sind, nimmt eine Sache wohl den unangefochtenen Spitzenplatz ein: die Schleuse. Das kleine umzäunte Areal zwischen den Teilflächen 1, 2 und 3 des Geländes und dem Ein-/bzw. Ausgang ist vor allem beim Ankommen wichtig. Denn dort sollen sich Hunde bevor sie auf den Platz stürmen, erst einmal ungestört akklimatisieren. Herrchen oder Frauchen nimmt ihnen dazu die Leine ab (bzw. sollte es tun), dann kann’s losgehen.

Eine bunte Meute wartet

Doch meist hat sich im Platzinnern schon eine bunte Meute vor der Schleuse versammelt und verrammelt mit ihren Leibern den Eingang. Ist zwar nicht regelkonform. Aber wenn Herrchen oder Frauchen etwas Besseres zu tun haben, vielleicht gerade ins Gespräch vertieft sind oder sich am anderen Ende des Platzes befinden, wer will es Hund verwehren? Dem Neuankömmling draußen wird schwanzwedelnd signalisiert: „Ey, lange schon auf Dich gewartet, gleich können wir toben! Mach schnell, los jetzt, wir haben keine Zeit zu verlieren!“ Manchmal aber auch: „Was willst Du denn hier, Dich konnte ich ja noch nie leiden. Hau bloß wieder ab, sonst kriegst Du es mit mir zu tun! Wuff, krrrrrr!“

Menschlicher Beistand von beiden Seiten

Die Schleuse ist nichts für sensible Tiere. Die benötigen menschlichen Beistand von beiden Seiten. Diejenigen Halter, die schon auf dem Platz sind, versuchen zunächst mit eher marginalen Erfolg Rocky, Oskar, Rudi und wie sie alle heißen, zurückzurufen. Weil das nicht immer klappt, hilft oft nur Handarbeit: Hund am Halsband oder Halfter packen und ab geht’s. Auf der anderen Seite wird der Neuankömmling beruhigt: „Die sind ganz lieb. Gleich darfst Du mit ihnen spielen!“ Ist er erst einmal auf dem Platz, hat sich die Meute aufgelöst. Dann wird individuell geschnüffelt und begrüßt – und es findet sich zusammen, was zusammenpasst: die kleinen und großen Rüpel, die Ruhigen, die jeder Auseinandersetzung aus dem Weg gehen, die Stürmer und Dränger, diejenigen, die am liebsten bei den Menschen bleiben. Und wenn’s doch einmal nicht funktioniert, bleibt ja noch der Weg in eines der anderen Abteile: Ab durch die Schleuse.

“Frischfleisch!”

Manchmal ist diese noch viel, viel interessanter als üblich. Dann nämlich, wenn jemand kommt, der auf dem Hupla noch nie oder nur sehr selten gesehen wurde. Menschen zur Gästezeit oder Neumitglieder, natürlich mit ihren Tieren. Die feinen Hundenasen riechen es schon auf 100 Meter Entfernung und stürmen los: „Frischfleisch!“ Wir Menschen würden das natürlich niemals so sagen, aber neugierig sind wir selbstverständlich ebenso. Während sich der neue Vierbeiner an seinen Artgenossen schnüffelt und sich beschnüffeln lässt, fühlen wir seinen Besitzern auf den Zahn. Worum sich die Gespräche drehen? Natürlich nur um Eines: Um unsere Hunde.

Unsere Autorin ist Mitglied im Verein Helle Hunde e.V. Darüber, was sie und ihr Terriermischling Rudi dort erleben, schreibt sie in loser Folge. Wenn Sie auch einmal Lust haben, auf den Hundeplatz in Hellersdorf zu kommen: dienstags von 10 bis 13 Uhr und sonnabends von 15 bis 18 Uhr ist Gästezeit auf dem Gelände an der Weißenfelser Straße 43 (Eingang vom Grünstreifen zwischen Quedlinburger Straße und Naumburger Ring). Man muss einen gültigen Impfausweis und eine Tierhalterhaftpflicht nachweisen. Weitere Informationen hier.

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