Erstes öffentliches Gebäude aus Infraleichtbeton wurde eröffnet

Die neue Betonoase ist fertig

06.12.2018, Volkmar Eltzel

Fotos: Bezirksamt Lichtenberg (1), Volkmar Eltzel (2-3). Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Friedrichsfelde-Süd. Nach nur 19 Monaten Bauzeit wurde am Dienstag, 4. Dezember, die Jugendfreizeiteinrichtung „Betonoase“ im neuen Haus, Dolgenseestraße 60a feierlich eröffnet. Etwa einhundert Meter neben dem alten Standort, dem ehemaligen “Dienstleistungswürfel”, besticht das neue, 550 Quadratmeter große Gebäude nun durch seine klare Formgebung und seine fließenden Übergänge von freizugänglichen zu geschlossenen Räumen. Das eingeschossige Gebäude hat ein großes Vordach und eine Terrasse zum Garten hin.

Beton, der auf Wasser schwimmt

Erstmals wurde mit der Betonoase ein öffentliches Gebäude aus Infraleichtbeton gebaut. „Der Beton fühlt sich warm und weich an“, erklärte Architekt Bernhard Popp. Die Betonmischung ist beim Bau mit mit Tonkügelchen angereichert worden. Ein Liter dieses innovativen Materials wiegt nur 700 Gramm. Der neuartige Baustoff würde somit sogar im Wasser schwimmen. Er gibt dem Gebäude Halt und dient gleichsam als Dämmung. So herrscht in der Betonoase stets ein ausgeglichenes Raumklima, egal ob es draußen kalt oder heiß ist. Das Architekturbüro Gruber + Popp war mit seinem Entwurf im März 2016 als Sieger aus einem Gutachterverfahren zur Auswahl des besten Planungsentwurfs hervorgegangen.

Raum für Begegnung und Kreativität

Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) übergab zur feierlichen Eröffnung einen symbolischen Holz-Schlüssel an Lichtenbergs Jugendstadträtin Katrin Framke (parteilos, für Die Linke). „Die Betonoase passt zu unserem Bezirk“, sagte er. Der Jugendclub könne als Sinnbild für den Bezirk stehen. „Er ist ein Ort, der zum Bleiben einlädt, ein Rückzugsort und zugleich Hort der Innovation.“ In Zukunft würden Jugendliche und Kinder dort einen Raum finden, in dem sie kreativ sein können. „Wie im gesamten Bezirk findet sich in der Betonoase viel Raum für Begegnung und Austausch. Dieser Ort bietet aber auch Schutz! Vor den Nöten des Alltages oder vor der Hektik des Stadtzentrums“, so der Bürgermeister.

Großzügige Außenanlagen

In der neuen Betonoase können bis zu 70 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 18 Jahren ihre Freizeit verbringen. In der Nachbarschaft jedoch mit separatem Eingang befindet sich das Familienzentrum Vereins Berliner Familienfreunde e.V. Die großzügigen Außenanlagen mit einem Grillbereich, Tischtennisplatte und Platz für Obst- und Gemüsebeete werden ab dem kommenden Frühjahr sicher rege genutzt. „Das alles hatte die alte Betonoase nicht“, sagte Katrin Framke. Deshalb freue sie sich für die jungen Leute und die Familien im Kiez. Die Stadträtin reichte den überdimensionalen Schlüssel weiter an den Einrichtungsleiter Sven Grässl.

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind groß zu ziehen“, zitierte dieser ein afrikanisches Sprichwort und erinnerte daran, dass die „Bo“ – wie die Jugendlichen sie nennen – schon seit mehr als 20 Jahren ein beliebter Treffpunkt im Kiez ist. (LiMa+ berichtete) Grässl selbst ist schon seit 2002 in der Jugendfreizeiteinrichtung tätig. Für das neue Gebäude konnten die Jugendlichen ihre ganz eigenen Ideen und Vorstellungen einbringen. „Und die meisten davon wurden auch umgesetzt“, sagte der Oasenchef.

Die Baukosten für das Gebäude belaufen sich auf 1,9 Millionen Euro und wurden gefördert mit Mitteln aus dem Programm „Stadtumbau Ost“. 300.000 Euro kamen aus dem Bezirkshaushalt.

 

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