Bunte Steine zaubern ein Lächeln ins Gesicht

Die fantasievolle Schlange

09.04.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Sie haben Hasen- oder Fuchsgesichter, tragen das Logo des Lieblings-Fußballclubs oder des eigenen Sportvereins, haben Aufschriften wie „Solidarität“, „Rücksicht“ oder auch „Danke“ – und es werden immer mehr: Rund um die Ahrensfelder Berge wächst eine Steinschlange. Vielen Menschen, die vorübergehen oder mit dem Rad vorbeifahren, zaubert sie ein Lächeln ins Gesicht. Denn die Steine sind von Kindern (meist natürlich mit Unterstützung ihrer Eltern) als kleine Kunstwerke gestaltet worden – jeder ist ein Unikat. Mit bunter Farbe wurden die sonst so grauen Feldsteine verziert, manche bekamen Gesichter und Namen. Am Anfang der Schlange liegt ein rosa Zettel in einer durchsichtigen Plastikhülle, der erklärt: Jungen und Mädchen können zu Hause einen Stein bemalen und dann zu den bereits liegenden hinzufügen. „Mal sehen, wie lang die Schlange während der Corona-Zeit wird“, steht ebenfalls darauf. „Ob wir es einmal um den Ahrensfelder Berg rum schaffen?“

Spiel am 30. März gestartet

Das Spiel wurde am 30. März von Kati Rothe und Franziska Blackstein gestartet, zwei jungen Frauen aus dem Bezirk. In der Facebook-Gruppe Marzahn-Hellersdorf LIVE gibt es dazu inzwischen einen Sammelbeitrag – Das Steinschlangenspiel. Denn viele machen nun mit und die Schlangen sollen auch bereits an anderen Orten in Marzahn und Hellersdorf gesichtet worden sein – am Kienberg beispielsweise und im Wuhletal. Das macht nicht nur den Kindern Spaß, sondern auch vielen Erwachsenen, die dort vorbeispazieren.

Mutmachen in Krisenzeiten

Stein-Gruppen gibt es jetzt in ganz Deutschland. Es sind Menschen, die Freude verbreiten wollen, sich und anderen Mut machen wollen in der Krisenzeit. Manche haben schon vor Corona damit angefangen, Steine zu bemalen als Hingucker in der Landschaft. Gerade aber jetzt kommen viele neue dazu. Auf Facebook findet sich eine Liste aller bisher bekannten Gruppen, nach Bundesländern geordnet. Die aus Marzahn-Hellersdorf fehlt noch unter den Berlinern. Vielleicht, weil sie gar keine richtige Gruppe ist, sondern einfach Leute zusammenbringt, die Lust zum Mitmachen haben. Warum also nicht mal statt nur Ostereier zu färben, auch einen geeigneten Stein mit möglich wasserfesten Farben hübsch gestalten und ans Ende der Schlange legen? Wäre doch gelacht, wenn sich die Ahrensfelder Berge nicht umrunden ließen. Top, die Wette gilt!

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden