Teile der Feldmark sollen Landschaftsschutzgebiet werden

Landschaftliche Schönheit bewahren

30.11.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Falkenberg/Wartenberg. Viele Anwohner aus Neu-Hohenschönhausen spazieren gern in der Falkenberger und Wartenberger Feldmark. Sie joggen, fahren Rad oder genießen bei Rundgängen, oft auch mit ihren Hunden, die Natur und die frische Luft am Stadtrand. Die Wege dort tragen Namen wie Krugwiesensteig, Tümpelweg und Ahornallee. Damit die beliebte Landschaft bewahrt bleibt, soll das mehrere Hundert Hektar große Gebiet unter besonderen Schutz gestellt werden. Eine Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet ist geplant. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (UVK) und das Umwelt- und Naturschutzamt Lichtenberg haben sich dazu bereits abgestimmt, intern sind die Grenzen des künftigen Landschaftsschutzgebietes schon festgelegt. „Doch es gibt noch Verhandlungen, deshalb darf bisher keine Karte veröffentlicht werden“, sagt Doreen Hantuschke, die Leiterin des Lichtenberger Umweltbüros. Gemeinsam mit Beate Kitzmann, Geschäftsführerin Naturschutz Malchow, informierte sie kürzlich über die Pläne.

Biotoperschutz, Erholung und Landwirtschaft

Bei Landschaftsschutzgebieten handele es sich um großflächige Gebiete, die vorrangig für die Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Funktionstüchtigkeit des Naturhaushaltes wichtig sind, sagt Beate Kitzmann. „Diese Gebiete sind meist für die Erholung der Menschen relevant, aber auch für die landwirtschaftliche Nutzung.“ Beides solle in den Feldmarkgebieten auch nach der Unterschutzstellung weiterhin möglich sein, so Kitzmann. Damit das Landschaftsbild bleibt, dürfe es jedoch keine Bebauung und Zersiedlung geben bzw. „nur mit ganz großen Hürden“. Das ist insofern relevant, weil in vielen Gebieten am Stadtrand derzeit große Wohnungsbauprojekte geplant sind wie beispielsweise in der Elisabeth-Aue in Pankow oder auf den Rudower Feldern in Neukölln. Die Großsiedlung Neu-Hohenschönhausen war bereits in den 1980er-Jahren an die Feldmark herangerückt. Ziel der Ausweisung der Wartenberger und der Falkenberger Feldmark als Landschaftsschutzgebiet sei die Sicherung des Naturerhalts, des Biotopverbundes sowie von Kaltluftentstehungsgebieten unter Wahrung der derzeit schon stattfindenden landwirtschaftlichen Nutzung, so Kitzmann.

Grünland als Kohlenstoffspeicher

Doreen Hantuschke und Beate Kitzmann verweisen auf die Bedeutung von Grünland als CO2-Speicher. Nach Erkenntnissen der Welternährungsorganisation speicherten die Böden unter dem Grünland mit seinem besonders hohen Humusanteil fast doppelt so viel Kohlenstoff wie Waldboden. Aber die die landwirtschaftlich genutzte Dauergrünfläche in Deutschland geht zurück. Sie beträgt derzeit noch 4,8 Millionen Hektar. 1990 waren es noch 5,6 Millionen Hektar. In Berlin-Brandenburg hat die Grünlandfläche zwischen 2003 und 2012 um 1,02 Prozent abgenommen, von 295.000 Hektar auf 292.000 Hektar. „Auch deshalb ist es so wichtig, die Feldmark unter Landschaftsschutz zu stellen“, sagt Doreen Hantuschke. Sie hofft, dass das bereits im Jahr 2020 gelingt.

14 Prozent der Fläche Berlins unter Landschaftsschutz

Aktuell sind laut Angaben der Senatsumweltverwaltung in Berlin mehr als 14 Prozent der Landesfläche Landschaftsschutzgebiete, in Zukunft sollen es 20 Prozent der Fläche sein. In Lichtenberg gibt es derzeit mit den Falkenberger Krugwiesen und dem Landschaftspark Herzberge zwei Landschaftsschutzgebiete, im benachbarten Marzahn-Hellersdorf sind der Barnimhang und die Hönower Weiherkette als solche ausgewiesen. Eine Ausweisung des Wuhletals zwischen Marzahn und Hellersdorf als Landschaftsschutzgebiet war vor einigen Jahren gescheitert. Allerdings wird derzeit auf Basis der sogenannten Gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption (GAK) des Berliner Landschaftsprogramms bzw. Artenschutzprogramms das Leitprojekt „Biotopverbund Wuhletal“ für das Gebiet um Kienberg, Wuhletal und Jelena-Santic-Friedenspark entwickelt.

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