Mies van der Rohe Haus feiert „100 Jahre Bauhaus“ feiern Sie mit!

Die Avantgarde der Moderne

10.01.2019, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel (1,2,4), René Müller (3), Archiv Mies van der Rohe Haus (5) . Vergrößern: Hauptbild anklicken.

Lichtenberg. Am 1. April vor 100 Jahren unterzeichnete der Architekt Walter Gropius den Vertrag zur Bildung des Staatlichen Bauhauses in Weimar. Es sollte die bedeutendste Kunstschule des 20. Jahrhunderts werden. Sie begründete eine der revolutionärsten Stilrichtungen der Architektur und des Designs, die bis heute nachwirkt und international ihresgleichen sucht. Und das, obwohl die Schule an sich nur 14 Jahre bestand. Denn zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt, musste sie 1925 zunächst nach Dessau – und 1932 nach Berlin umziehen, wo sie 1933 von den Nationalsozialisten gesperrt und zur Selbstauflösung gezwungen wurde.

Steigende Besucherzahlen im Mies van der Rohe Haus

Mies van der Rohe (1886-1969), der dritte und letzte Direktor der Schule, baute vor seiner Immigration in die USA am Obersee in Alt-Hohenschönhausen das einzige von ihm entworfene Wohnhaus im minimalistischen Bauhausstil. Heute besuchen jährlich über 18.000 Architektur- und Kulturinteressierte aus aller Welt den 160 Quadratmeter kleinen, L-förmigen, ebenerdigen Backsteinbau an der Oberseestraße 60 mit den wandgroßen Fenstern zum Garten und Richtung See. Sie bewundern die perfekten Proportionen, die Sorgfalt im Detail und die Öffnungen zur Natur. Architekten, Künstler und Gestalter aus nah und fern lassen sich von der zeitlosen Schönheit inspirieren. Noch kann das einzigartige Gebäude die Besucherströme verkraften. „Die Gästezahlen entsprechen denen eines Museums mittlerer Größe“, sagt die Leiterin des Hauses, Dr. Wita Noack. Es wird jedoch über den Bau eines zusätzlichen Besucherzentrums nachgedacht (LiMa+ berichtete) „Wir müssen das Bauvorhaben mit dem Denkmalschutz in Einklang bringen. Dann gehen wir die nächsten Schritte“, sagt Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst (Linke). Er hofft, dass die Planungen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können, um anschließend in das Wettbewerbsverfahren für die Bauausführung einzusteigen.

100 Jahre Bauhaus werden gefeiert

Das Mies van der Rohe Haus begeht das Bauhaus-Jubiläum 2019 unter dem Motto: „AVANTI-AVANTI 100“ mit zwei Festen, vier Ausstellungen und einem Forschungsprojekt „100 Jahre Bauhaus“. „… Es geht voran und immer weiter, mit Humor, Kritik und Dada“, heißt es im Jahresprogramm.

Am kommenden Sonntag, 13. Januar, findet für geladene Gäste der Bauhaus-100-Neujahrsempfang als gemeinsame Auftaktveranstaltung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, des Bezirksamts Lichtenberg und des Vereins der Freunde und Förderer des Mies van der Rohe Hauses e.V. statt. Am Sonntag, 30. Juni, wird ab 18 Uhr das Bauhaussommerfest mit thematischem Picknick im Garten, Musik und Tanz gefeiert.

Ausstellungsprogramm Bauhaus 2019

In den Ausstellungen werden die fortdauernde Relevanz und die verzweigten Wege der Weiterentwicklung der Bauhauskonzepte unter die Lupe genommen. Das Mies van der Rohe Haus wartet mit einem neuen Ausstellungsformat auf. Wie es in der Ankündigung heißt, sind jeweils drei Künstlerinnen und Künstler pro Ausstellung eingeladen, um im „Rückspiegel der Moderne“ ein Bild der Aktualität zu zeichnen. Unterschiedliche künstlerische Positionen sollen Gestalt annehmen und mit den Räumen des Hauses interagieren:

Vom Sonntag, 27. Januar (Eröffnung 14 Uhr), bis zum 14. April ist das Thema die „Beglückung der Welt“. Der deutsche Künstler Joachim Grommek, sein niederländischer Kollege Jan van der Ploeg und die US-Künstlerin Jill Baroff schauen – als nunmehr vierte Generation nach den radikalen Strömungen der 1920er-Jahre, wie dem deutschen Bauhaus, dem russischen Konstruktivismus oder der holländischen de Stijl-Gruppe – auf die immer noch zeitgemäßen Konzeptionen und universellen Formen.

Es folgt vom Sonntag, 28. April (Eröffnung 16 Uhr), bis zum 7. Juli eine Ausstellung mit dem Titel „Weiße Kiste“. Gezeigt werden Kunstwerke des deutschen Bildhauers Thomas Rentmeister, der japanischen Papierkünstlerin Rakuko Naito sowie des zeitgenössischen französischen Künstlers, Dichters und Kunstwissenschaftlers Michel Verjux.

Vom Sonntag, 21. Juli (Eröffnung 17 Uhr), bis 29. September heißt es: „Neuheiten und Rezepte“. Dann mit Kunstwerken von Daniel Buren aus Frankreich sowie Günther Fruhtrunk und Sabine Boehl aus Deutschland. Und schließlich lockt vom Sonntag, 13. Oktober (Eröffnung 14 Uhr), bis 22. Dezember die Exposition „Bewegung als Traum“ die Besucher. IIyia und Emilia Kabakow, Maler und Konzeptkünstler aus den USA sowie das deutsche Skulpturen-Künstlerduo Heike Mutter und Ulrich Genth zeigen ausgewählte Werke.

„Michiko Yamawaki – Eine Japanerin am Bauhaus“

Der Titel des Forschungsprojektes 2019, das durch das Auswärtige Amt gefördert wird, kennzeichnet den Gegenstand der Untersuchungen nur unvollständig. Denn das Projekt beschränkt sich nicht nur auf die Biografie von Michiko Yamawaki. Viel mehr wird Michikos Geschichte in einem größeren Zeitkontext betrachtet. Insgesamt studierten vier Japanerinnen und Japaner am Bauhaus. Takehiko Mizutani hat sich als erster Japaner am Bauhaus eingeschrieben. Es folgte das Ehepaar Iwao und Michiko Yamawaki in Dessau. Tamae Ono, die zweite japanische Bauhaus-Studentin, konnte nur noch ein paar Monate bis zur endgültigen Schließung am Bauhaus in Berlin studieren.

Mies van der Rohe Haus, Oberseestraße 60, 13053 Berlin, Leiterin Dr. Wita Noack, Telefon: 030 97 00 06 18, Di bis So 11-17 Uhr, Eintritt frei.

 

Alle Veranstaltungen 2019 auf einen Blick

Sonntag, 13. Januar, 14 Uhr, Bauhaus-100-Neujahrsempfang (nur für geladene Gäste)

Sonntag, 27. Januar, 14 Uhr, Vernissage Avanti-Avanti-100 BEGLÜCKUNG DER WELT

Sonntag, 3. Februar, 11:30 Uhr, Sonntagsführung „mies verstehen“

Freitag, 1. März, 18 Uhr, Michiko Yamawaki und das Bauhaus in Japan, Vortrag

Sonntag, 3. März, 11:30 Uhr, Sonntagsführung „mies verstehen“

Mittwoch, 27. März, 18 Uhr Kuratorenrundgang

Sonntag, 7. April, 11:30 Uhr, Sonntagsführung „mies verstehen“

Sonntag, 28. April, 16 Uhr, Vernissage Avanti-Avanti-100 WEISSE KISTE

Sonntag, 5. Mai, 11:30 Uhr, Sonntagsführung „mies verstehen“

Mittwoch, 15. Mai, 18 Uhr, Kuratorenrundgang

Sonntag, 2. Juni, 11:30 Uhr, Sonntagsführung „mies verstehen“

Donnerstag, 6. Juni, 19 Uhr, Jahresmitgliederversammlung (nicht öffentlich)

Sonntag, 30. Juni, 18 Uhr, Bauhaussommerfest im Garten

Sonntag, 7. Juli, 11:30 Uhr, Sonntagsführung „mies verstehen“

Sonntag, 21. Juli, 17 Uhr, Vernissage Avanti-Avanti-100 NEUHEITEN UND REZEPTE

Sonntag, 4. August, 11:30 Uhr, Sonntagsführung „mies verstehen“

Samstag, August, bis 8. September, Berliner „Bauhaus-100-Woche“

Sonntag, 1. September, 11:30 Uhr, Sonntagsführung „mies verstehen“

Samstag, 7. September, Tag des offenen Denkmals, Führung 15 Uhr

Sonntag, 8. September, Tag des offenen Denkmals, Führung 15 Uhr

Mittwoch, 25. September, 18 Uhr, Kuratorenrundgang

Sonntag, 6. Oktober, 11:30 Uhr, Sonntagsführung „mies verstehen“

Sonntag, 13. Oktober, 14 Uhr, Vernissage Avanti-Avanti-100 BEWEGUNG ALS TRAUM

Sonntag, 3. November, 11:30 Uhr, Sonntagsführung „mies verstehen“

Mittwoch, 13. November, 18 Uhr, Kuratorenrundgang

Sonntag, 1. Dezember, 11:30 Uhr, Sonntagsführung „mies verstehen“

 

 

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