Gut besuchte Bürgerinfo zu Plänen für Verkehrsknoten Marzahn

2022 soll es losgehen

21.02.2020, Birgitt Eltzel

Foto: Birgitt Eltzel Fotos 2 bis 7 entstanden während der Bürgerinformationsveranstaltung im UCI-Kino

Marzahn. Der 1977 gebaute Marzahner Knoten, eine großflächige Straßen und Brückenkonstruktion zwischen Landsberger und Märkischer Allee soll für (bisher geschätzte) 82 Millionen Euro umgebaut werden, LiMa+ berichtete. Seit 2016 laufen dafür Planungen, Ende 2022 sollen die Bauarbeiten starten. Die Landsberger Allee wird täglich von bis zu 60.000 Fahrzeugen passiert, die Märkische Allee von bis zu 30.000 Kfz. Im Jahr 2028 soll das gesamte Projekt, das u.a. den Ersatzneubau von fünf Straßenbrücken durch drei neue Brückenbauwerke sowie die Neuordnung von Zu- und Abfahrten sowie die Schaffung von durchgehenden Rad- und Gehwegen umfasst, abgeschlossen sein. Darüber wurden interessierte Bürger bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 19. Februar, informiert. Kein einziger Platz im großen Saal 1 des UCI Kinos im Le Prom an der Landsberger Allee blieb unbesetzt. Rede und Antwort standen sowohl die Planer der beauftragten Ingenieursgemeinschaft Eibs/Setzpfand als auch Vertreter der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz(UVK) sowie der BVG.

“Verkehr neu denken”

Die Notwendigkeit der Umgestaltung des Verkehrsknotens ergibt sich laut Arne Huhn, verantwortlich für Straßen- und Brückenbau bei der UVK, sowohl aus dem schlechten Zustand der Brückenbauwerke und der Verkehrsspuren als auch aus den neuen Anforderungen des Mobilitätsgesetzes. Denn dieses räumt nicht nur Kraftfahrzeugen Platz ein, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer müssen gleichberechtigt bedacht werden. Doch für Fußgänger und Radfahrer ist bisher kaum Raum im Bereich – diese geraten dort immer wieder in gefährliche Situationen. Das soll sich ändern. „Wir müssen den Verkehr neu denken“, so Huhn. Auch die Zufahrten, u.a. zum Gewerbegebiet in die Knorr-Bremse, stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Bei der Neugestaltung des Knotens sollen deshalb Zu- und Abfahrten mittels Ampeln geregelt werden.

Komplexes Vorhaben

„Ein sehr komplexes Vorhaben“ – diese Worte fielen mehrfach am Abend. Die  Neugestaltung des Marzahner Knotens ist nicht nur das größte Infrastrukturprojekt der nächsten Jahre für Marzahn-Hellersdorf, sondern auch eines der schwierigsten. Denn gebaut wird im Bestand. Das ist einerseits günstig, weil es kein langwieriges Planfeststellungsverfahren braucht – andererseits sind dem Bauprojekt aber auch Grenzen gesetzt, nicht nur in der Ausdehnung. Denn der Verkehr über die wichtigen Achsen Landsberger Allee und Märkische Allee soll auch in der Bauzeit weiterhin fließen. Erste Umleitungen sind angedacht und werden im weiteren Verlauf der Planungen konkretisiert. Sie sollen u.a. über die Allee der Kosmonauten, über die Gehrenseestraße sowie über die Bitterfelder Straße/Ahrensfelder Chaussee führen. Der Straßenbahnverkehr wird aufrecht erhalten – die Straßenbrücken sollen vor der ebenfalls notwendigen Neuerrichtung der Straßenbahnbrücke an der Landsberger Allee gebaut sein. Die Tram wird dann eine provisorische Gleisanlage auf der Straßenbrücke bekommen sowie eine Ersatzhaltestelle. Ein Verstärkung des Angebots der Linien M6 und 16 wird angestrebt. Einschränkungen während der Bauarbeiten wird es auch bei der S-Bahn geben. Sperrpausen wurden bereits jetzt vorsorglich für die Jahre 2022 und 2023 bei der Deutschen Bahn angemeldet. Angestrebt wird, den S-Bahn-Verkehr während der Demontage der alten Brücken in der Regel zwischen Freitag, 22 Uhr, bis Montag, 4 Uhr, ruhen zu lassen. Es wird dabei auch Nachtarbeit geben.

Drei Brückenknoten werden neu gebaut

Insgesamt drei Brückenknoten werden neu gebaut: 1.: Landsberger Allee (nahe Frank-Zappa-Straße mit Überführung für die Straßenbahn); 2: Landsberger Allee (am Gewerbegebiet) mit Zu- und Abfahrten sowie 3.: Landberger Allee/Märkische Allee. Dabei müssen nicht nur teilweise Gleise für Rangier-, Fern- und S-Bahnen überbrückt werden, sondern auch Fernwärme- und andere Versorgungsleitungen berücksichtigt werden. So verläuft beispielsweise im Bereich des Brückenknotens 1 die Hauptwasserleitung für Marzahn mit einem Meter Durchmesser. Bei der Neugestaltung der Märkischen Allee sind nur noch zwei statt bisher drei Kfz-Fahrspuren je Richtung vorgesehen, dafür beidseitig Rad- und Fußweg. Auf Anmerkungen aus dem Publikum, dass dann die Lkw vieler Firmen, die dort jetzt ständig den öffentlichen Straßenraum als kostenlosen Parkplatz nutzen, nur noch eine Spur für Autos freilassen, antwortete Huhn kurz und knapp: „Das wird nicht geschehen.“ Vermutlich wird es dann dort wie beispielsweise auf der Hellersdorfer Straße bereits seit der IGA Berlin 2017 ein Parkverbot entlang der Straße geben.

Weitere Informationen auf der Internetseite der Senatsverwaltung , die in Kürze auch durch die Präsentation vom 19. Februar ergänzt werden sollen. Ende 2020 soll eine weitere Bürgerinformationsveranstaltung stattfinden.

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