Hund + Katz

Der neue Spielgefährte

28.10.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Die Familie hat Zuwachs bekommen: Seit einigen Tagen ist Robby bei uns, wie wir ihn getauft haben. Er hat einen Durchmesser von 30 Zentimeter und ist acht Zentimeter hoch. Statt wie Kater Winnie die Krallen auszufahren, wenn ihm etwas nicht passt, holt er seine Bürsten hervor. Er mag, anders als Hund und Katz, keinen Dreck. Wenn letztere für viele Haare, Flusen und Gartenschmutz in der Wohnung sorgen, greift Robby ein. Nach einem allerdings nur ihm einleuchtenden System rollt der Kleine durch die Zimmer und saugt, was er nur saugen kann.

Ein verkleideter ALF?

Wie sein nicht besonders origineller Name schon andeutet, ist Robby ein Roboter. Ein Saugroboter, um genau zu sein. Doch Kater Winnie geht auf Distanz, sobald der Einschaltknopf gedrückt wird: Hilfe, ein Monster! Seit der ersten Probebesaugung, bei der er von Robby beinahe überrollt wurde, empfiehlt sich unser Dickerchen und kommt erst wieder hervor, wenn die Luft rein ist. Das heißt, wenn Robby in der Ladestation ruht. Und selbst dann drückt er sich dort nur vorsichtig vorbei. Man kann ja nie wissen, vielleicht ist das Ding ein verkleideter ALF (Außerirdische LebensForm), kommt vom Planeten Melmac und mag Katzen zum Fressen gern.

Er kann nur arbeiten

Terriermischling Rudi sieht das nicht so verbissen. Im Gegenteil. Er hält Robby für einen neuen Spielgefährten. Ist dieser im Einsatz, platziert sich der Hund mit eindeutiger Aufforderungspose vor dem Maschinchen, Oberkörper am Boden, Po in die Luft gereckt: Komm, toben wir, Du willst es doch auch! Doch Robby zieht stoisch weiter seine Kreise. Denn er kann nur arbeiten. Für etwas anderes wurde er nicht programmiert. Der Hund bellt und bellt. Dann versucht er, das Gerät vorsichtig anzustoßen. Einmal, zweimal, dreimal… Keine Reaktion. Nach einer Weile trollt sich das Tier beleidigt: Von wegen künstliche Intelligenz, keine Spur von Kreativität.

Entwickler, übernehmen Sie!

Vielleicht hätten wir doch nicht nur das simple Einsteigermodell erwerben sollen. Sondern eines der hochwertigeren, denen man auch per Fernbedienung Anweisungen geben kann, beispielsweise wann wo und wie heftig gearbeitet werden soll. Damit könnten wir Rudi wenigstens einige Überraschungsmomente bieten. Leider hat noch kein einziger Saugroboter Spielbeschäftigung für Hunde oder Katzen (die natürlich mutiger sein müssen als Winnie) im Programm. Das ist ein wenig schade. Denn es wäre doch optimal: Wenn Frauchen und Herrchen nach Hause kommen, ist nicht nur der Fußboden blitzsauber, sondern auch die Tiere wurden ausgelastet und befinden sich im Ruhemodus. Meine Damen und Herren Entwickler, übernehmen Sie!

 

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