Hund + Katz

Der ganz besondere Duft

09.12.2018, Birgitt Eltzel

Zeichnung: Birgitt Eltzel

Wir haben schon einmal an dieser Stelle berichtet, dass Hund und Katz’ eine ganz besondere Einstellung zu Gästen haben: Terriermischling Rudi freut sich meist schon im Korridor unbändig und muss streng zur Räson gerufen werden. Kater Winnie negiert im besten Falle die Störer und verkriecht sich irgendwo. In der Adventszeit nimmt die Besuchshäufigkeit bei uns zu. Schließlich muss man alle geplanten Treffen noch im Dezember absolvieren, wenn man sie nicht ins nächste Jahr verschieben will. Und außerdem ist der Monat eine gute Gelegenheit, um gemütlich beim Glühwein oder der Feuerzangenbowle zusammenzusitzen.

„Hallo, ich bin auch noch da!“

Es wird getrunken und erzählt. Je gehaltvoller die alkoholischen Heißgetränke, desto lauter die Reden. Irgendwann hat der Hund genug. Denn keiner beachtet ihn. „Hallo, ich bin auch noch da!“, bellt er auf dem Teppich. Er legt sich auf die Vorderbeine, Hintern in die Höhe gereckt. Erwartungsvoll wedelt er mit dem Schwanz: „Will vielleicht einer spielen? Ihr braucht es nur zu sagen, ich bin bereit.“ Die Menschen gucken aber nur, Frauchen sagt „leise!“ und wendet sich wieder den schönen Dingen des Lebens zu. Der Hund reagiert zunehmend vergnatzt. Er rollt sich hin und her, räkelt sich und knurrt. Keiner nimmt Notiz von ihm. „Na wartet mal, Ihr könnt was erleben!“ Und schon hat er einen Gästeschuh, der im Flur ablegt wurde, im Maul. Er präsentiert ihn stolz: „Guckt mal, was ich hier habe!“ Eine kleine Rangelei beginnt. Am Ende gibt das Tier den Schuh unbeschädigt frei – im Tausch für ein leckeres getrocknetes Stück Entenbraten mit Anchovis. Das kriegt er sonst eigentlich nur, wenn er etwas besonders Gutes getan hat. Diesmal wird er dafür belohnt, dass er uns in Ruhe lässt. Klappt auch irgendwann – allerdings wurde das Spiel zuvor einige Male wiederholt.

Können Katzen lachen?

Winnie schaut nach einigen Stunden kurz in die Küche. „Was, noch immer nicht der Futternapf gefüllt? Das schleift ja heute.“ Er zieht beleidigt miauend ab: „Wollen die etwa bis zum Morgen bleiben?“ Nicht, wenn er es verhindern kann. Nach einiger Zeit beginnen die Gäste zu schnüffeln und die Nasen zu rümpfen. Der Kater hat für einen ganz besonderen Duft gesorgt. Obwohl wir eilends die Katzentoilette leeren und die Fenster öffnen, fällt dem Besuch ein, dass es Zeit ist, sich heimwärts zu begeben. Eigentlich wissen wir, dass Katzen nicht lachen können. Doch wenn wir unseren Kater anschauen, während sich die Gäste in Jacke und Mantel hüllen, sind wir sicher: Sein Mäulchen zeigt ein extra-fettes Grinsen.

 

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