Viel los in den Bezirken

Das war 2013!

31.12.2013, Birgitt Eltzel

Fotoquellen: siehe Beitragsende

Lichtenberg/Marzahn-Hellersdorf. Von wegen, nur in der City spielt in Berlin die Musik. Lässt man das Jahr 2013 noch einmal Revue passieren, liest in alten Zeitungen und den Pressemeldungen der Bezirksämter, fällt auf, wie viel sich in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf in den vergangenen zwölf Monaten ereignete. Eine kleine Auswahl:

Manches Großereignis wie der beschämende Streit um das Flüchtlingsheim in Hellersdorf, das im August unter heftigen Anfeindungen von Rechtsextremen bezogen wurde, machte deutschlandweit Schlagzeilen. Auch, dass es glücklicherweise der Zivilgesellschaft gelungen ist, eine Gegenkultur zum verabscheuenswerten Rassismus der NPD und ihrer Anhänger zu entwickeln: Junge Leute gründeten eine Initiative “Hellersdorf hilft Asylbewerbern” – und viele, auch Anwohner aus der Nähe des Heims an der Carola-Neher-Straße, machten mit. Spenden wurden und werden gesammelt, Weihnachtsfeiern wurden ausgerichtet, es gibt zahlreiche Angebote zur Unterstützung der Menschen, die vor Kriegen, Not und Armut nach Deutschland flohen. Zu Recht wurden die Initiatoren von “Hellersdorf hilft” am 29. Oktober mit dem Preis für Zivilcourage gegen Rechtsradikalismus, Antisemitismus und Rassismus geehrt, der vom Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V. jährlich verliehen wird.

Protest gegen Verfolgung Homosexueller
Auch der Verzicht des Lichtenberger Bürgermeisters Andreas Geisel (SPD) im Juni auf eine Dienstreise zum Jubiläum der Partnerstadt Kaliningrad wegen der Diskriminierung und Verfolgung von Homosexuellen in Russland ist als deutliches Zeichen nicht vergessen. Ebensowenig  die Verabschiedung von Jugend- und Gesundheitsstadträtin Christina Emmrich (Die Linke). Nach 18 Jahren Kommunalpolitik war für die “rote Sächsin”, so der Spitzname der früheren Lichtenberger Bezirkschefin, wegen ihrer Einstellung, ihrer Haare und ihrer Mundart, im Mai Schluss – freiwillig. Ihr folgte einen Monat später Sandra Obermeyer (parteilos, für Die Linke) im Amt nach.

Isländer in Karlshorst
Dass die Eisbären sich im April zum siebten Mal einen Meistertitel erkämpften, freute Lichtenbergs Bürgermeister ganz besonders: “Die Eisbären Berlin sind schon lange ein Aushängeschild für den Sport im Bezirk und weit darüber hinaus”, gratulierte Andreas Geisel dem Team. Im August sorgte die Islandpferde-Weltmeisterschaft für internationales Flair in Karlshorst. Viele Isländer waren angereist, um mit ihren Pferden an den Wettbewerben teilzunehmen, hinzu kamen noch zahlreiche Touristen. Im Kulturhaus Karlshorst gab es die passende Ausstellung dazu – “Das Islandpferd im Spiegel von Kunst und Design”. Nach Hellersdorf hatte es bereits im Juni die Rollstuhlfechter gezogen, die im Oberstufenzentrum Gesundheit erstmals ihre Deutschen Meisterschaften veranstalteten.

Debatten über die IGA 2017
Noch internationaler werden die “Gärten der Welt” im Erholungspark Marzahn, wenn 2017 dort die Internationale Gartenausstellung (IGA) stattfindet. Im Mai wurde dort von Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) und Marzahn-Hellersdorfs Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) der Grundstein für einen Englischen Garten gelegt, im September präsentierte die IGA GmbH die Ergebnisse eines Landschaftsgestalterischen Wettbewerbs für die 170-Tage-Schau, die auch den Kienberg und Teile des Wuhletals einbezieht. Vorgesehen sind dabei auch eine Seilbahn und ein Aussichtsturm auf dem Kienberg, der sogenannte Wolkenhain. Die Pläne sind nicht unumstritten, auf einer Bürgerversammlung Anfang November wurde heftig debattiert. Die IGA hat ihren festen Platz auch in einer Imagekampagne für Marzahn-Hellersdorf, die im August gestartet wurde.

Hängebauchschwein mit “Patenonkel”
Es waren jedoch nicht nur die großen Dinge, die 2013 Meldungen wert waren. Im Februar wurde im Oberseepark in Alt-Hohenschönhausen die Plastik Sommer, eine 1,70 Meter große nackte, sich sonnende Frau, von Metalldieben gestohlen. Sie war nicht wiederauffindbar. Im September gab es dafür am Fennpfuhl Grund zur Freude. Dort sprudelte nach dreijährigem Stillstand die Fontäne wieder, Dank des Sponsorings der Außenwerber-Firma Ströer. Vor dem Rathaus Lichtenberg wurde im Oktober ein Buddy-Bär aufgestellt, gestaltet von Schülern des Coppi-Gymnasiums.

Der U-Bahnhof Magdalenenstraße bekam im Juni einen Aufzug, der freilich bis kurz vor Weihnachten nicht zu nutzen war – eine Ampelanlage war dort nicht rechtzeitig errichtet worden. Und auch das haben wir gern aus Lichtenberg erfahren: Hängebauchschweine gehören seit seiner Kindheit zu den Lieblingstieren des Bürgermeisters. Deshalb übernahm Andreas Geisel im Mai die Patenschaft für Heo Con, eines von 15 damals noch winzigen Ferkeln im Tierpark Berlin. Ob der Kommunalpolitiker häufig zum Füttern seines Patentiers kommt, ist nicht überliefert.

Bürgermeister operiert
Im Nachbarbezirk Marzahn-Hellersdorf fand die schon traditionelle Kultour à la carte, ein Kulturspektakel mit mehr als 30 Standorten und über 5.000 Gästen, 2013 nicht wie üblich zur Zeitumstellung im März, sondern erstmals im Mai statt – und damit kamen die Besucher wohl auch erstmals in den Genuss von wirklich frühlingshaftem Wetter bei diesem Event. Ein trauriger Tag war der 20. August, an dem Dr. Günter Peters kurz nach seinem 85. Geburtstag verstarb. Der frühere Ost-Berliner Stadtbaudirektor und erste Aufbauleiter der Großsiedlung Marzahn hatte sich seit den 90er-Jahren ganz besonders für die denkmalgerechte Sanierung von Schloss Biesdorf engagiert. In seinem Sinne ist die spätklassizistische Villa an der Bundesstraße 1/5 Alt-Biesdorf nun seit September geschlossen – sie erhält bis 2015 ihr zweites Obergeschoss wieder, das 1945 zerstört worden war.

Marzahn-Hellersdorfs Bürgermeister Stefan Komoß trat im November nach drei Monaten schwerer Krankheit den Dienst wieder an – ihm wurde ein Tumor im Kopf entfernt, der nur zufällig entdeckt worden war. Sein Amt wolle er nun mit “mehr heiterer Gelassenheit nehmen”, sagte der gläubige Christ danach. Und wenigstens die Sonntage als Auszeit betrachten.

Viel besuchte, besondere Weihnachtsmärkte
Ganz besonders wurde in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf im Advent gefeiert: Weihnachtsmärkte, die nicht nur Rummel sind, sondern von Vereinen, Initiativen und Kirchengemeinden gestaltet wurden, waren sehr stimmungsvoll. Rund um das Rathaus Lichtenberg, im alten Dorf Marzahn und um die Kaulsdorfer Kirche drängten sich die Besucher. Die kamen längst nicht mehr nur aus den beiden Bezirken – dass auch in Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf etwas los ist, hat sich wohl inzwischen herumgesprochen.

Foto 1: Start Imagekampagne Marzahn-Hellersdorf / Foto Frank Leiste
Foto 2: Demo zum Flüchtlingsheim in Hellersdorf / Foto Birgitt Eltzel
Foto 3: Verabschiedung Christina Emmrich / Foto Bezirksamt Lichtenberg
Foto 4: Islandpferde Weltmeisterschaft / Foto Bezirksamt Lichtenberg
Foto 5: Grundsteinlegung Englischer Garten / Foto: Volkmar Eltzel
Foto 6: Fontäne Fennpfuhl / Foto Bezirksamt Lichtenberg
Foto 7: Einweihung Buddy-Bär / Foto Bezirksamt Lichtenberg
Foto 8: Fahrstuhl U-Bahnhof Magdalenenstraße / Foto Birgitt Eltzel
Foto 9: Schloß Biesdorf / Foto Volkmar Eltzel
Foto 10: Bürgermeister Andreas Geisel Pate von Heo Con / Foto Bezirksamt Lichtenberg
Foto 11: Weihnachtsfeier im Flüchtlingsheim / Foto: Frank Leiste
Foto 12: Lichtermarkt am Rathaus Lichtenberg / Foto: Volkmar Eltzel

 

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