Bahnsteig-Zugang in Mahlsdorf zum Nikolaustag fertig?

Das Provisorium hat bald ausgedient

09.11.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Mahlsdorf. Fahrgäste müssen derzeit einen ziemlichen Umweg in Kauf nehmen, um auf den Regionalbahnsteig am Bahnhof Mahlsdorf zu gelangen. Der war zwar schon zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 in Betrieb genommen worden. Doch länger als ein Jahr mussten die Passagiere der Regionalbahnlinie RB 26 (Lichtenberg-Gorzow/Kostrzyn) Unbequemlichkeiten ertragen, weil der eigentlich vorgesehene Zugangstreppenturm nicht fertig wurde. Nun soll es nach Auskunft des Abgeordneten Kristian Ronneburg endlich etwas werden: Am 6. Dezember soll die endgültige Inbetriebnahme des Bahnhofs stattfinden. So geht es aus einem Bericht der zuständigen Senatsverwaltung für Verkehr hervor. Ronneburg: “Ich hoffe sehr, dass der Termin am 6. Dezember gehalten werden und den Leid geprüften Fahrgästen am Bahnhof Mahlsdorf zum Nikolaus ein Geschenk der Bahn überreicht werden kann. Leider verlief der Bau des Regionalbahnhalts nicht optimal. Wichtig werden vor allem Kapazitätserweiterungen auf der Strecke RB 26 sein. Der Einsatz zusätzlicher Züge wurde bereits vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zugesagt.“

Verzögerung konnte nicht aufgeholt werden

Laut Senatsverwaltung war es 2017 aufgrund eines gestörten Bauablaufs zu einer Verzögerung der Arbeiten am Regionalbahnsteig gekommen, die nicht aufgeholt werden konnte. Deshalb wurde ein provisorischer Zugangsturm errichtet, um den Bahnsteig am 10. Dezember eröffnen zu können. „Derzeit werden der neue Zugangstreppenbereich einschließlich Aufzugsanlage, die Bahnsteigplattform sowie das Bahnsteigdach baulich fertiggestellt, sodass eine vollständige Inbetriebnahme am 06.12.2018 erfolgen kann“, heißt es in der Mitteilung an das Abgeordnetenhaus. Der provisorische Zugang an der Hönower Straße ist derzeit geschlossen, der Umweg über die Treskowstraße ist ausgeschildert. Der 140 Meter lange Bahnsteig für den Halt der Züge der RB 26 wurde an der südlichen Seite des bestehenden S-Bahnhofs Mahlsdorf angebaut.

Es wird weitergebuddelt

Auch wenn der Bahnhof voraussichtlich im Dezember dieses Jahres fertiggestellt ist, wird rund um das Bahngelände in Mahlsdorf weitergebuddelt. Denn gegenüber dem Bahnhofsgebäude ist der alte Rewe abgerissen worden. Im Winter 2019 soll dort nicht nur ein neuer Supermarkt eröffnen, sondern auch ein Geschäftshaus mit Drogeriemarkt, Arztpraxen und Büroräumen. Unter Kolonnaden soll es Flächen für einen Wochenmarkt geben. Auch an eine öffentliche Fahrradabstellanlage mit 200 Plätzen ist gedacht.

Planungen für Verkehrslösung Mahlsdorf

Und auch die Planungen für eine Verkehrslösung Mahlsdorf gehen weiter. Wie berichtet, will die Senatsverkehrsverwaltung die Straßenbahn in der Hönower Straße auf zwei Spuren verkehren lassen. Der Autoverkehr soll durch die Straße An der Schule, wo gerade eine neue Oberschule gebaut wird, rollen. Dagegen gibt es Widerstand von vielen Mahlsdorfern, auch die CDU kämpft seit Jahren gegen diese Variante. Eine Online-Petition mit inzwischen rund 1.000 Unterstützern wurde gegen die Senatspläne gestartet. In der Facebook-Gruppe „Miteinander für Mahlsdorf“  wird davon gesprochen, dass die Verkehrsverwaltung „offenbar heimlich“ eine amtliche Festlegung auf eine Variante getroffen hat. Denn unter dem Link der Senatsverwaltung ist zu lesen: „Die Vorhabenträger BVG im Auftrag der SenUVK und die Tiefbauabteilung der SenUVK beginnen mit den Planungsarbeiten und bereiten die Planrechtsverfahren nach Personenbeförderungsgesetz bzw. nach Berliner Straßengesetz vor.“ Dabei habe es drei Infoabende mit Mahlsdorfern gegeben, sogar ein offizieller Planungsbeirat mit Beteiligung der Bürger sei eingerichtet worden – und nun erfolge die „Bekanntgabe der Entscheidung auf einer Unter-unter-unter-unterseite der Senats-Homepage“, wird in der Facebook-Gruppe bemängelt.

 

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