Hund + Katz

Design fürs stille Örtchen

15.12.2019, Birgitt Eltzel

Zeichnung/Foto: Birgitt Eltzel

Wir haben stylisch aufgerüstet: Kater Winnie kann sich nun, wenn die Blase oder etwas anderes drückt, in einer hochmodernen Katzentoilette erleichtern. Die steht auf dem Gästeklo und sieht eher aus wie eine hyperflotte Einkaufstasche eines bekannten Designers als ein Örtchen, in das hineinkommt, was bei dem Tier herauskommt.

Die Spur der feinen, weißen Kügelchen

Doch weniger das Design hatte es uns angetan, als wir das gute Stück im Zoofachladen entdeckten. Es war eher ein Kauf nach dem Prinzip Hoffnung. Wer wie wir eine Katze hat, die beim kleinen oder auch größeren Bedürfnis kein Dach und keine Tür in ihrer Toilette duldet, muss mit Ärgernissen leben. Denn dann bleibt nur noch ein oben offener, schlichter Plastikkasten mit Katzenstreu als Ort der Erleichterung. Nach verrichtetem Geschäft, das immer von begeistertem Miauen und lang anhaltendem Scharren beendet wird als gelte es einen Rekord zu brechen, liegt stets ein Haufen feiner Kügelchen neben dem Katzen-WC. Und nicht nur dort findet man sie. Denn die winzigen Kugeln, die gern an den weichen Katzenpfoten hängen bleiben, werden damit noch fein säuberlich in der ganzen Wohnung verteilt. Was bei den Menschen stets für reichlich Missvergnügen sorgt. Denn der Fußboden ist braun, das bevorzugte Katzenstreu aber weiß. Jeder Schmutzpartikel ist also gut zu erkennen.

Der Herr des Hauses ist irritiert

Mit dem neuen Style-Klo ist alles anders geworden. Die Kügelchenmenge hat sich nun um etwa 90 Prozent reduziert. Durch die zwei extra hohen Seitenwände kann auch beim temperamentvollsten Scharren nur wenig herausfliegen. Und weil wir auch noch einen speziellen Fußabtreter erworben haben, werden noch mehr Kügelchen am unerlaubten Entfernen des Raums gehindert. Genial! 

„Wie kann man bloß wegen einer Katzentoilette so aus dem Häuschen sein?“ Der Herr des Hauses versteht seine Gattin nicht mehr. „Du tust ja, als hättest Du einen Schatz erworben.“ Ist auch so, aber das kapiert Mann halt nur schwer. Denn als echtem Kerl haben ihn kleine Krümel in der Wohnung noch nie sonderlich gestört.

Kommt zu Weihnachten eine weitere Neuerwerbung?

Begeistert war dagegen Terriermischling Rudi, als das gute Stück aufgestellt wurde. Sieht ja aus, als hätte Mutti was vom Einkaufen mitgebracht, mag er gedacht haben – und steckte flugs die Nase tief hinein. Das Ergebnis hat ihm dann doch nicht so richtig gefallen. Jetzt lässt er, wie es sich für einen braven Hund gehört, das gute Stück links liegen. 

Frauchen denkt inzwischen schon über eine weitere Neuerwerbung nach. Denn die selbe Firma hat nicht nur das formschöne Katzenklo entwickelt, sondern auch eine nicht übel aussehende Apparatur, die quasi eine Mischung zwischen Vakuumverpacker und geruchsisolierendem Eimer darstellt – damit Katzenbesitzer nicht so oft zum Müll laufen müssen und es dennoch nicht zu einer anrüchigen Wohnung kommt. Vielleicht das passende Geschenk zu Weihnachten für Winnie? Ach was, für alle. Schließlich hätte doch die ganze Familie was davon.

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