Erneut Vandalismus gegen das Bezirkliche Informationszentrum

Das beschädigte Schatzkästlein

21.01.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel (1-4, 6-7), Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf (5)

Hellersdorf. Die Eingangstür sieht aus wie ein Spinnennetz, einige Fenster sind provisorisch gesichert und beklebt: Das Bezirkliche Informationszentrum (BIZ) an der Hellersdorfer Straße, wegen seiner goldglänzenden Wabenfassade „Schatzkästlein“ genannt, ist erneut Opfer von Vandalismus geworden. Am Neujahrstag wurden Fensterscheiben zerstört, die hintere Eingangstür zersplitterte. Ermittelt wurden die Täter bisher nicht. Weil die Verglasung Maßarbeit erfordern, wird es noch etwas dauern, bis der Originalzustand wiederhergestellt ist.

Zum zweiten Mal Opfer eines Anschlags

Bereits zum zweiten Mal ist das zur IGA Berlin 2017 eröffnete Haus zum Ziel eines Anschlags geworden. In dem Gebäude, in dem auch häufig Veranstaltungen des Bezirks und von Vereinen stattfinden, ist die Tourismusinformation von Marzahn-Hellersdorf untergebracht. Auch die Manager des öffentlichen Kienbergparks, der im Auftrag des Bezirks von der landeseigenen Grün Berlin GmbH bewirtschaftet wird, sitzen dort. Im vergangenen Frühjahr gab es schon einmal Beschädigungen am Gebäude. Nach einer Informationsveranstaltung zu einem Beweidungsprojekt im Wuhletal durch die Grün Berlin waren durch Unbekannte Flugblätter an die Fassade geklebt und einzelne Teile der Metallverkleidung beschädigt worden. Erst hieß es, die Fassade, ein Unikat, sei irreparabel kaputt. Doch Dr. Oleg Peters, der Leiter des bezirklichen Standortmarketings, konnte helfen: Er hatte einzelne der originalen Wabenteile „auf Vorrat gebunkert“.

Reihe von Sachbeschädigungen im Kienbergpark

Der jetzt aufgetretene Schaden wird vom Bezirksamt auf etwa 5.000 Euro geschätzt. Ob der Vandalismus aus alkoholgetrübter Nach-Silvesterlaune heraus entstand oder sich in die Reihe von Sachbeschädigungen gegen die Grün Berlin GmbH einordnet, ist unklar. Bereits seit den Bauarbeiten für die IGA Berlin 2017 gibt es im Gebiet um den Kienberg immer wieder Vandalismus. So wurde Ende 2014 ein Bagger angezündet und brannte aus, immer wieder wurden Zäune zerstört. Einer der prominentesten Vorfälle ereignete sich im März 2018. Damals wurden in einer Nacht insgesamt 18 Japanische Zierkirschenbäume in den abgeschlossenen „Gärten der Welt“ abgesägt – ein Schaden von mehr als 100.000 Euro. Auch auf dem Kienberg selbst kommt es laut Grün Berlin-Chef Christoph Schmidt immer wieder zu Beschädigungen. So wurde im November in den Naturerfahrungsraum des GreenHouses eingebrochen, das als Aufenthaltsraum für Kinder und Jugendliche dient. Obstbäume an den Kienbergterrassen wurden beschädigt, Plattenabdeckungen an Natursteinmauern zerstört. Nicht betroffen von Vandalismus ist glücklicherweise die Kienbergspitze mit dem beliebten Aussichtsbauwerk Wolkenhain – dort gibt es einen Zaun mit Tor, das bei Anbruch der Dunkelheit verschlossen wird.

Sicherheitsdienst auf Streife

Die Grün Berlin beschäftigt einen Sicherheitsdienst, der im Falle des „Schatzkästleins“ womöglich Schlimmeres verhindern konnte. Denn dieser war auch am Neujahrstag unterwegs und hatte die Beschädigungen am BIZ rasch entdeckt. Kein Unbefugter war in das Gebäude eingedrungen. Allerdings ist der Volkspark Kienberg, an dessen Eingang das BIZ liegt, 60 Hektar groß. Nicht überall können die Mitarbeiter zugleich sein, obwohl das Gebiet engmaschig durchstreift wird.

 

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