Fast 20 Millionen Euro für die Marzahner Promenade

Das aktive Zentrum

30.10.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn. Noch bis zum Donnerstag, 1. November, erhebt sich eine Baumumrandung auf der Marzahner Promenade. Doch das, was nahe der Hausnummer 26 geschieht, ist nur Fiktion – eine Performance des Künstlers Christian Hasucha. Die schwebende Umrandung gehört zu den letzten Events innerhalb der Temporären Kunstprojekte auf der etwa 1,6 Kilometer langen Bummelmeile. Mit dem diesjährigen Kunstwettbewerb nimmt die Veranstaltungsreihe nach neun Jahren ihren Abschluss.

Ein Ort, an dem man sich gern aufhält

Denn das, was 2008 mit der Aufnahme der Straße in das Bund-Länder-Programm Aktive Zentren begann, ist fast geschafft: Die Ende der 1980er-Jahre gebaute Einkaufsstraße, die spätestens ab Ende der 1990er-Jahre nicht mehr als solche funktionierte, ist im Wesentlichen umgestaltet. Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke), die auch für Stadtentwicklung zuständig ist, zieht eine positive Bilanz. Denn es ist gelungen, der Promenade neues Leben einzuhauchen. „Sie ist keine reine Einkaufsstraße mehr, aber ein Ort, an dem sich die Bewohner und Besucher gern aufhalten,“ sagt sie. Ohne die Fördergelder hätte der Bezirk die Umgestaltung in diesem Maße nicht realisieren können, so Pohle.

Plätze neu gestaltet

Die Fußgängerzone zieht sich vom 2005 eröffneten Shoppingcenter Eastgate mit dem 2012 umgestalteten Busbahnhof bis zum Freizeitforum Marzahn (FFM) am anderen Ende. Sie wird immer wieder unterbrochen von kleinen Plätzen, auf denen Blumen und Gräser wachsen, mit Bänken und anderen Sitzgelegenheiten. Am Platz „Frieden“, so genannt nach einem dort platzierten Wandmosaik von Walter Womacka, gibt es sogar Sportelemente für jedermann. Der Platz wurde in diesem Jahr neugestaltet, ebenso wie jener vor dem Sport Jugend Club an der Franz-Stenzer-Straße, wo die ungewöhnlichen Plastiken von Hans Ticha saniert wurden.

FFM wird energetisch saniert

Mit dem Auslaufen des Förderprogramms im Jahr 2019 werden rund 19,5 Millionen Euro für die Neubelebung des Zentrums Marzahner Promenade umgesetzt sein, sagt Beate Heinrich aus dem Bereich Stadtentwicklung des Bezirksamtes. Einige der Projekte würden allerdings erst 2020 auslaufen, da bis 2019 nicht für alle die Finanzierung gesichert werden konnte. Allein 2,6 Millionen Euro werden in die energetische Sanierung des Freizeitforums fließen. Eine weitere Ko-Finanzierung von mehr als 2 Millionen Euro konnte laut Heinrich über das Zukunftsinvestitionsprogamm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ gebunden werden. Der Spielplatz am FFM wird ebensfalls erneuert, dafür gibt es Mittel aus dem Stadtumbau-Programm. Die alten Geräte wurden, wie berichtet, bereits abgebaut und kostenlos der Spielplatzinitiative Marzahn zur Wiederverwendung übergeben.

Längster Schal soll Säulen schmücken

Auch Kunst wird es an der Promenade weiterhin geben. Denn an der Marzahner Promenade 46, wo früher die ins Schloss Biesdorf gezogene Galerie „M“ ihr Domizil hatte, wirkt jetzt die Neue Kunstinitiative Marzahn-Hellersdorf – Künstler aus dem Bezirk können dort in Form eines lebendigen Ateliers ihre Werke präsentieren. Und wenn es auch keine temporären Kunstprojekte mehr gibt, für Hingucker soll künftig weiterhin gesorgt werden. So hat das Nähcafé Marzahn (Marzahner Promenade 38) dazu aufgerufen, unter dem Motto „Wir schaffen Verbindungen“, am längsten Schal von Marzahn-Hellersdorf zu stricken und zu häkeln. Wer sich beteiligen will, kann sich unter Tel. 32519218 oder per E-Mail  melden. Der Schal war schon in den ersten vier Wochen auf 40 Meter angewachsen und soll künftig bei vielen Veranstaltungen zum Einsatz kommen. Im nächsten Jahr sollen die 24 Säulen unterhalb der überdachten Einkaufspassage in der Marzahner Promenade damit umhüllt werden. Dazu soll der Schal eine Länge von 300 Metern erreichen.

 

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