Vandalismus im Kienbergpark – was ist zu tun?

CDU fordert besseren Schutz

10.05.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. An den Kienbergterrassen, wo sich seit der IGA Berlin 201 ein kleiner Schauweinberg befand, sind keine Reben mehr zu sehen. Die Rebstöcke wurden Ende Januar von Vandalen vernichtet, allesamt kurz über dem Boden abgeschnitten, wir berichteten. Vor kurzem wurden am Kienberg-Südhang als Schattenspender wieder Sonnensegel aufgespannt. Eines davon hat einen großen Schlatz, vermutlich mutwillig mit einem Messer verursacht. Ein anderes ist gleich gar nicht mehr da. Schilf im Wuhleteich wurde am Abend des großen Osterfeuers der Freiwilligen Feuerwehr Hellersdorf in Brand gesetzt. Allerdings nicht von dieser, sondern von Unbekannten. Die Feuerwehrleute kamen löschen und konnten verhindern, dass sich der Brand ausbreitete, berichtet Alexander J. Herrmann, der Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Der Kommunalpolitiker, der Mitglied des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr ist, war selbst unter den Helfern, die Schlimmeres verhinderten. Die Verursacher blieben unbekannt. Die Brandstellen am Ufer sind noch heute zu sehen.

Mehr als 21.000 Euro Schaden

Die Schäden im Volkspark Kienberg, der sich von Marzahn bis nach Hellersdorf erstreckt, summieren sich seit seiner Eröffnung im Februar 2018 nach Angaben der Grün Berlin GmbH auf mehr als 21.000 Euro. Immer wieder gibt es dort Vandalismus. Es sind nicht nur die großen Beschädigungen, die sich ganz offensichtlich gegen die landeseigene Gesellschaft und deren Bewirtschaftung des Gebiets richten, sondern auch kleinere Schäden, die aus Mutwillen begangen werden. Viele Anwohner, die den nach der IGA wieder frei zugänglichen Erholungsort  lieben, sind darüber empört. Die Grün Berlin hat zwar einen Sicherheitsdienst vor Ort, doch das 60 Hektar große Gebiet kann nicht an allen Stellen gleichzeitig bewacht werden. Überwachungskameras gibt es auf dem öffentlichen Land keine.

Weiterentwicklung und besserer Schutz der Anlagen

Die CDU-Fraktion hatte deshalb in die April-BVV einen Antrag eingebracht, der jetzt in den Ausschüssen diskutiert wird.  Darin wird das Bezirksamt ersucht, gemeinsam mit Grün Berlin eine mittel- und langfristige Planung (Masterplanung) für die weitere Entwicklung der „Gärten der Welt“ und des Kienbergparks als Lern- und  Erholungsort für Touristen und die Bewohner von Marzahn-Hellersdorf zu erarbeiten. Das Konzept müsse neben der zukünftigen Entwicklung des gesamten Areals auch den Schutz der bestehenden Anlagen beinhalten. Einbezogen werden sollten die zuständigen Senatsverwaltungen für Umwelt, Stadtentwicklung und Wirtschaft ebenso wie die zuständigen Ämter der Bezirksverwaltung. Außerdem sei eine breitangelegte Information der Anwohner und Nutzer dabei wichtig.

Anstoß zur Diskussion

„Wir wollen damit eine Diskussion zu dem Thema anstoßen“, sagt Herrmann. Es müsse nach den besten Möglichkeiten gesucht werden, die Anlagen zu schützen. „Die Ereignisse zeigen, dass unsere Befürchtungen von 2017 nicht aus der Luft gegriffen waren.“ Nach dem Ende der IGA hatte die CDU-Fraktion vorgeschlagen, die sensiblen Gebiete im neuen Volkspark zu umzäunen und in den Nachtstunden sonst weit geöffnete Tore abzuschließen. Das war vor allem von den Linken angelehnt worden. Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) bezeichnete es als „Vertrauensvorschuss“, dass die zur IGA gesetzten Zäune überall abmontiert wurden. Zäune wurden im Kienbergpark nur auf der Bergspitze gesetzt, um das Aussichtsbauwerk Wolkenhain, die Seilbahnstation und die Natur-Bobbahn zu schützen. Anscheinend mit Erfolg – Vandalismusschäden gibt es dort bisher glücklicherweise noch nicht.

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