Bustour führt zu Orten des vietnamesischen Lebens

Bulette trifft Frühlingsrolle

16.08.2019, Linna Schererz

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf/Lichtenberg. Unter dem Motto „Bulette trifft Frühlingsrolle“ steht eine Bustour zu Orten vietnamesischen Lebens im Bezirk und in angrenzenden Teilen Lichtenbergs. Die Fahrt findet am Sonnabend, 21. September, statt und ist für alle Interessenten kostenfrei. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr auf dem Barnimplatz. Die Erkundung wird von Tamara Hentschel, Verein Reistrommel e.V., und von Nico Schröder, Deutsch-Vietnamesische Gesellschaft (DVG), geleitet. Veranstalter sind die AG „Vietnamesisches Leben in Marzahn NordWest“, Reistrommel e.V. und DVG. Finanziell unterstützt wird die Veranstaltung von „Partnerschaften für Demokratie“.

Als Vertragsarbeiter gekommen

„Über 25.000 Menschen mit vietnamesischen Wurzeln leben in Berlin“, sagt Oleksandra Bienert vom Quartiersmanagement Marzahn NordWest, die in dem Gremium auch für interkulturelle Vermittlung zuständig ist. In Marzahn-Hellersdorf sind es rund 4.500, davon fast 1.000 im Nordwesten des Bezirks. Es gibt bekanntlich zwei vietnamesische Communities in Berlin – im Westen vor allem die sogenannten Boatpeople, die im Zuge des Vietnamkrieges vor dem kommunistischen Regime aus Südvietnam flohen. In den Ostteil der Stadt kamen bis 1989 vietnamesische Bürger aus dem sozialistischen Norden, vor allem als Vertragsarbeiter. Wer sind diese Menschen? Wie verliefen ihre Lebenswege vor und nach der Wende?

In der Kita Rabennest gibt es eine Kulturdolmetscherin

„Dazu wird es viele Erläuterungen geben“, sagt Oleksandra Bienert. „Wir sprechen mit Leuten, die kleine Geschäfte aufgemacht haben, stellen auch die Kita Rabennest vor, in die  besonders viele Kinder vietnamesischer Herkunft gehen.“ Jungen und Mädchen aus 50 vietnamesischen Familien werden dort betreut. Es gibt eine sogenannte Kulturendolmetscherin, die stundenweise ins Haus kommt – und sich um eine gute Zusammenarbeit zwischen den Erziehern und den Eltern kümmert. Sogar Sprachworkshops werden angeboten. Und natürlich wird dort auch das Têt-Fest, das vietnamesische Neujahrsfest, gemeinsam begangen. Das nahe Barnim-Gymnasium in Falkenberg besuchen ebenfalls viele vietnamesisch-stämmige Schüler. Von den Kindern und Jugendlichen, die dort lernen, hat fast jeder Fünfte einen Migrationshintergrund. 70 Prozent dieser Schüler mit Migrationswurzeln sind vietnamesischer Abstammung.

Wer erinnert sich noch an die Wohnheime in der Havemannstraße?

Die Vertragsarbeiter, die einst in DDR-Betrieben wie dem Kombinat für Herrenbekleidung Fortschritt schufteten, waren nicht in Wohnungen, sondern von der übrigen Bevölkerung isoliert in speziellen Wohnheimen untergebracht. Bekannt ist der Komplex in der Gehrenseestraße in Hohenschönhausen. Die Häuser dort sind seit vielen Jahren Ruinen. In naher Zukunft sollen sie Neubauten weichen. Wer aber weiß noch, dass es auch in Marzahn solche Wohnheime gab, beispielsweise in der Erich-Glückauf-Straße 38 (jetzt Havemannstraße)? Nichts erinnert mehr im Quartiersgebiet an die früheren Ausländerwohnheime. Bereits Anfang der 1990er-Jahre waren diese zu normalen Wohnhäusern umgebaut worden.

Abschluss der Fahrt im Dong-Xuan-Center

Die Fahrt wird nicht nur zu den zwei buddhistischen Pagoden in Wartenberg und an der Marzahner Straße führen, sondern auch zum Asia Pacific Center an der Marzahner Straße 17. „Wir werden mit Bewohnern und Unternehmern aus Vietnam ins Gespräch kommen und auch vietnamesische Speisen probieren können“, sagt Oleksandra Bienert. Endpunkt der Reise wird am Nachmittag das Dong-Xuan-Center an der Herzbergstraße sein.

Aufgrund des begrenzten Platzangebotes wird um rechtzeitige Voranmeldung per E-Mail unter info@reistrommel-ev.de oder qm-nordwest@gmbh-kiekin.de gebeten.

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