Eishockey-Legende Sven Felski schließt Sportstudium erfolgreich ab

„Bürgermeister“ mit Bachelor!

06.06.2018, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel (1-2), Emmanuele Contini (3-6). Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Lichtenberg. Bis 2012 stürmte Sven Günter Felski für die Eisbären Berlin in der Deutschen Eishockey Liga. Er bestritt 1.000 Spiele in der DEL und der 1. Eishockey Bundesliga, wurde sechsmal Deutscher Meister und gewann 2010 die European Trophy. 1.812 kassierte Strafminuten im Laufe der Spielerkarriere – Rekord in der DEL-Geschichte – auch das ist Sven Felski. 2015 wurde er in Augsburg in die „Eishockey-Hall of Fame Deutschland“ aufgenommen. Seit 2016 ist die Eishockey-Legende Geschäftsführer Sport des Eisbären Juniors Berlin e.V.
Fans und Freunde nennen ihn gern „Bürgermeister“ oder einfach „Felle“.

Ab sofort Sportwissenschaftler

Jetzt hat der 43-Jährige sein Studium der Sportwissenschaften an der Deutschen Hochschule für Gesundheit & Sport mit einem „Bachelor of Arts“ erfolgreich abgeschlossen. Damit ist er der erste Absolvent nach der Umfirmierung. Denn bis zum 31. Mai hieß die Bildungseinrichtung in der Lichtenberger Vulkanstraße noch „Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst“. „Wir haben unser Profil geschärft“, sagt der DHGS-Präsident Prof. Dr. Franz-Michael Binninger.

„Es hat Spaß gemacht“

Sieben Semester (das 5. War ein Praktikum) büffelte Felski dreieinhalb Jahre lang, neben seinem Beruf als Trainer und Geschäftsführer. Halbvirtuell war das Studium mit Online-Lernvideos und mit einer digitalen Bibliothek. Die Studenten trafen sich je Semester nur für drei Wochen zu gemeinsamen Lehrveranstaltungen an der Hochschule. Für die Studienkosten, insgesamt 15.510 Euro, muss jeder selbst aufkommen. „Es hat mir echt viel Spaß gemacht, Themen wie Individual Coaching, Konfliktmanagement sowie Kommunikation und Gesprächsführung tiefgründiger kennenzulernen. Die Dozenten haben ihr Wissen sehr gut rübergebracht“, sagt der Studienabgänger.

Das Lernen erlernen

Die meisten seiner Kommilitonen waren zwischen 19 und 24 Jahre alt. „Während meiner sportlichen Karriere als Spieler war an ein Studium nicht zu denken“, erklärt der frisch gebackene Sportwissenschaftler. „Wir waren eine harmonische, gemischte Truppe“. Ein Studium bei gleichzeitiger Ausübung des Berufes sei machbar, „wenn man sich richtig dahinterklemmt und das Zeitmanagement beherrscht.“ Das erste Halbjahr sei nicht einfach gewesen, „ich musste erst einmal wieder das Lernen erlernen“. Es sei ideal gewesen, das Sportforum Berlin und den Olympiastützpunkt für die Praxis gleich in der Nähe zu haben.

Zuverlässig, kampfstark und sympathisch

Das Thema der Abschlussarbeit des gebürtigen Hohenschönhauseners: „Das Nachwuchskonzept der Eisbären Juniors Berlin e.V.“. Felski entwickelte darin eine allgemein anwendbare Verfahrensweise, bei der es darum geht, wie sich Profi-Mannschaften langfristig eigene Spieler heranziehen können, anstatt sie immer wieder teuer einzukaufen. Prof. Dr. Jochen Zinner, Direktor des Instituts für Leistungssport & Trainerbildung, der den angehenden Akademiker während der Studienzeit betreute, bewertete die Arbeit zusammen mit weiteren Kollegen mit der Note 1,7. „Sven Felski hat so studiert wie er früher auch spielte: zuverlässig, kampfstark und dabei immer sympathisch“, sagt er.

Inzwischen ist der Hochschulabsolvent sogar selbst als Dozent tätig. Nach seinen Zukunftsplänen befragt, zögert Sven Felski einen Moment. „Kurzfristig sind da erst mal keine großen Änderungen angedacht“, sagt er. „Mit dem Bachelor bin ich ab jetzt einfach breiter aufgestellt und kann in vielen Funktionen tätig werden. Vielleicht hänge ich demnächst auch noch drei weitere Semester dran. Dann zum Master…“

***

Die Deutsche Hochschule für Gesundheit & Sport ist eine staatlich anerkannte, private Fachhochschule mit Hauptsitz in Lichtenberg. Zwei weitere Standorte befinden sich in Ismaning, nahe München und Unna in Nordrhein-Westfalen. In Berlin studieren 800 angehende Akademiker, in Ismaning und Unna jeweils 200. Das semi-virtuelle Studienkonzept beinhaltet, dass die Studierenden pro Semester drei Wochen lang an der Hochschule ganztägige Präsenzveranstaltungen besuchen. Die restliche Zeit wird über eine Online-Lernplattform studiert, die auch für die Kommunikation genutzt wird. Es gibt Lehrvideos, vertonte Foliensätze, PDF-Dokumente und Online-Tests.

 

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