Das Gute und das Schlechte in Krisenzeiten

Bleibt vernünftig!

22.03.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Wie oft hat man es dieser Tage schon gehört: Krisen zeigen das Beste und auch das Schlechteste, das im Menschen steckt. Wir alle konnten das jetzt beobachten. Da gab es Leute, die sich ohne Rücksicht darauf, dass sie das Coronavirus aufschnappen und verteilen können, in großen Gruppen trafen. Manche Jüngere feierten und feiern sogar Corona-Partys. Mit der absurden Begründung, sie gehörten ja nicht zur Risikogruppe. Das ist abartig. Und es gibt Menschen, die Hamsterkäufe machen und damit Panik verbreiten.

Klopapier ist kein ernsthaftes Problem

Langsam dürfte doch wohl auch der Letzte, der um seinen A… besonders besorgt ist, genügend Toilettenpapier gebunkert haben. Dabei gäbe es, selbst wenn auch kein einziges Fitzelchen Klopapier auf der ganzen Welt mehr vorhanden sein sollte, kein ernsthaftes Problem. Sondern Alternativen. Früher, in den Zeiten der Plumpsklos, hat man Zeitungspapier nach dem Stuhlgang benutzt. Ältere kennen das noch aus eigener Erfahrung. Beim Wasserklosett darf man das natürlich wegen Verstopfungsgefahr genauso wenig hineinwerfen wie Papiertaschentücher und Küchenrollen (aber die gibt es wegen der unvernünftigen Hamsterer ja auch schon nicht mehr). Es empfiehlt sich also, bei eventuell nötiger Zeitungspapier-Nutzung einen Extra-Mülleimer hinzustellen. Jene, die schon lange nur noch virtuell lesen, sind dann allerdings dumm dran: Mit dem Smartphone oder dem Tablet kann man schlecht den Allerwertesten säubern. Spaß beiseite — irgendwann wird jeder wieder Klopapier kaufen können. Wenn die Egoisten ihren übergroßen Bedarf gedeckt haben, kommen auch wieder alle anderen zum Zuge.

Freiwillige Helfer

Das waren die Negativbeispiele. Doch viele Leute, das ist meine feste Überzeugung, handeln solidarisch. So klebt in unserer Siedlung seit kurzem ein Zettel an einer Tafel. Er ist von einer Sophie, die Älteren, Gehbehinderten oder Kranken anbietet, für sie einkaufen zu gehen. Kostenlos. Man könne sie gern anrufen, die Mobilnummer steht dabei. Auch anderswo, das wurde bereits häufig im Netz gepostet, gibt es solche Hilfsangebote. Das ist großartig!

Mit Abstand auch in der Natur

Nun ist auch zu beobachten, dass sich kaum noch Eltern mit ihren Kindern auf Spielplätzen treffen. Dadurch helfen sie mit, Ansteckungsgefahren zu verringern. Viele bleiben zu Hause, die Stadt ist merklich stiller geworden. Andere gehen in die Natur, aber kaum noch in Gruppen, sondern in Familie, als Paar oder allein. Die Allermeisten achten nun darauf, den nötigen Mindestabstand zu anderen zu wahren. Im Supermarkt, aber auch auf Straßen und in Parks. Zumindest bei uns am Stadtrand war das am gestrigen Sonnabend, 21. März, bei schönem Sonnenschein so. Das sollte auch so bleiben und überall so sein. Denn nur damit, dass wir direkte Kontakte zu anderen meiden, können wir mithelfen, die Infektionskurve zu verflachen. Das weiß jeder bzw. müsste inzwischen jeder wissen. Wir haben es selbst in der Hand, ob der Staat einschreiten und Ausgangsbeschränkungen oder gar eine Ausgangssperre verhängen muss – oder ob wir das durch unser eigenes, vernünftiges und solidarisches Handeln verhindern können. Macht mit!

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden