Bibliothek Kaulsdorf-Nord bleibt bis 30. Juni am Cecilienplatz

Neuer Standort noch nicht klar

10.01.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Linna Schererz

Kaulsdorf-Nord. Die Stadtteilbibliothek Kaulsdorf-Nord bleibt vorerst bis 30. Juni an ihrem bisherigen Standort in der sogenannten Cecilienpassage. Die für Immobilien und Kultur zuständige Stadträtin Juliane Witt (Linke) und der Eigentümer des Gebäudes hatten sich Ende Dezember auf eine Verlängerung des Mietvertrages geeinigt. Dieser sollte ursprünglich am 31. Dezember 2019 auslaufen. Denn das noch aus DDR-Zeiten stammende Haus inklusive dem Rewe-Supermarkt und angrenzende Gebäude am Cecilienplatz soll einem Neubaukomplex aus Wohnen und Gewerbe weichen. Darüber berichtete u.a. der Linken-Abgeordnete Kristian Ronneburg. Allerdings ist für das Projekt ein Bebauungsplanverfahren erforderlich. Laut Witt hat der Eigentümer noch keinen Bauantrag gestellt. Es kann also etwas dauern.

Favorisiert werden Räume im Spree-Center

Nichtsdestotrotz braucht die Bibliothek einen Ausweichstandort im Stadtteil. Bisher sind dafür Räume im Spree-Center an der Hellersdorfer Straße vorgesehen, die seit dem Auszug von Strauss Innovation leer stehen. Eine Lösung, die nach Witt auch die Bibliotheksmitarbeiter favorisieren. Doch noch ist nicht endgültig klar, ob die Statik der Räume auch für eine Bibliothek geeignet ist. Mitte Januar soll es dazu weitere Gespräche geben.

Weitere Möglichkeit im Corso

„Sollten sich die Räume diesbezüglich nicht als geeignet erweisen, haben wir eine weitere Möglichkeit im Corso an der Neuen Grottkauer Straße“, sagt Witt. Die seit Ende 2019 leer stehende frühere Zeemann-Filiale am Cecilienplatz, die ebenfalls ins Gespräch gebracht wurde, sieht sie als zu klein an. Denn dort stünden nur 300 Quadratmeter Fläche zur Verfügung – zu gering für eine Bibliothek, die längst keine bloße Buchausleihe mehr ist, sondern auch ein Veranstaltungsraum und sozialer Treff im Kiez.

Erfolgreiche Online-Petition

Für den Erhalt der Bibliothek hatten Bürgerinnen und Bürger im vergangenen Jahr eine Online-Petition eingebracht. Alle Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Marzahn-Hellersdorf hatten sich dem Wunsch angeschlossen. Eine Bibliotheksschließung stehe nicht zur Debatte, sagt auch Stadträtin Witt. Marzahn-Hellersdorf (fast 270.000 Einwohner) verfügt derzeit über sieben Bibliotheken. Einst waren es 14. Nach der Bezirksfusion zwischen Marzahn und Hellersdorf im Jahr 2001 waren sieben Bibliotheken geschlossen worden, die meisten im damals besser ausgestatteten Marzahn, LiMa+ berichtete….

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