Beweidungsprojekt im Kienbergpark soll bald starten

Verzögerung wegen Bauarbeiten

25.05.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel (1-6), Karte (7): Grün Berlin Zum Vergrößern bitte auf das Startbild klicken!

Marzahn-Hellersdorf. Bereits seit der Internationalen Gartenausstellung (IGA) Berlin 2017 gibt es Pläne zur Beweidung im Kienbergpark. Die Details wurden in verschiedenen Veranstaltungen der Öffentlichkeit vorgestellt, so im März 2019 bei einem sogenannten Infomarkt, LiMa+ berichtete. Bisher weiden allerdings immer noch wie bereits zur IGA nur die Pferde im Wuhletal unterhalb des Kienbergs. Nach mehreren Terminverschiebungen sollten eigentlich wie berichtet bis Ende 2019 auch die Rinder und die Schafe, die bisher noch in den „Gärten der Welt“ ihre Weiden haben, ins Wuhletal umziehen. Geschehen ist aber noch nichts. Hat die Grün Berlin GmbH ihre Pläne aufgegeben?

Durch Vandalismus beschädigte Zäune müssen instandgesetzt werden

Nein, antwortet eine Sprecherin auf unsere Anfrage: „Wir planen die Beweidung mit Rindern noch Ende Mai/Mitte Juni zu beginnen und freuen uns schon wirklich sehr darauf.“ Zuvor seien allerdings die durch Vandalismus beschädigten Zäune instand zu setzen und auch Stromlitzen gänzlich neu zu installieren. „Das ist für die Sicherheit der Tiere und der Besucherinnen und Besucher essentiell.“ Der Beweidungsstart im Jahr 2019 sei verschoben worden, weil eine Baumaßnahme zur Legung von Stromleitungen für ein benachbartes neues Wohnquartier durch die Beweidungsfläche führte. Diese wurde deshalb im Winter noch einmal gemäht. „Inzwischen sind die Baumaßnahmen abgeschlossen und die Flächen durch den Bewuchs gut für die Beweidung geeignet.“

Schafe bleiben zunächst noch in “Gärten der Welt”

Die eingezäunten Flächen rund um den Wuhleteich sind für Rinder und Pferde vorgesehen. Die Tiere werden die Areale immer mal wechseln, damit die Flächen auch einmal Ruhepausen haben. An der bisherigen Pferdeweide nahe der das Tal überspannenden Eisenbrücke ist zu sehen, wie nötig das ist. Die Schafe sollen laut Grün Berlin in diesem Jahr noch in den „Gärten der Welt“ bleiben.
Die geplante ganzjährige Beweidung im Kienbergpark dient der Landschaftspflege. Das Abfressen der Vegetation und der Verbiss von Gehölzen soll der Verbuschung entgegenwirken und zum Offenhalten einer artenreichen Landschaft beitragen, heißt es bei Grün Berlin . Der sogenannte Arche-Park dient auch der Erhaltung von gefährdeten Haustierrassen. Dort wird man Rinder der Rasse Rotes Höhenvieh, Pferde der Rasse Dülmener Pferde und Schafe der Rasse Skudden und Coburger Fuchsschaf beobachten können. Das sind robuste, aber seltene Rassen.

Für Rehe ist Umzäunung kein Hindernis

Laut Grün Berlin sind die im September 2019 neu gebauten sowie die bestehenden Weidezäune des Arche-Parks in der Bauart und -höhe so gewählt, dass sie vor allem für ausgewachsene Rehe kein Hindernis darstellen. Entweder springen diese über den Zaun oder sie gehen unter dem Hohlraum zwischen Tor und Boden hindurch. Spuren dazu seien bereits gefunden worden. Auch Jungtiere bzw. Mütter mit Jungtieren hätten durch den Freiraum unter den Toren ausreichend Möglichkeiten, die Fläche in Ruhe zu betreten und wieder zu verlassen, betont die GmbH, die den Kienbergpark im Landesauftrag betreibt. Gerade die Fläche direkt am Wuhletal biete durch die teilweise offene Zaungestaltung an der Flachwasserzone den Tieren weitere Möglichkeiten, die Fläche zu betreten und wieder zu verlassen.

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