Unwetterschäden in Rummelsburg

Betroffene verlangen Schadenersatz

02.08.2019, Marcel Gäding

In der Pfarrstraße türmen sich eine Woche nach dem Unwetter die Müllberge.
Foto: Volkmar Eltzel

Rummelsburg. Nach den Überflutungen in der Victoriastadt kommen auf die Berliner Wasserbetriebe etliche Schadenersatzansprüche zu. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Abgeordneten Hendrikje Klein (Die Linke) hervor. Demnach machten bisher laut Umweltstaatssekretär Stefan Tidow (Bündnis 90/ Die Grünen) 23 Betroffene Ansprüche auf Schadenersatz gegenüber den Berliner Wasserbetrieben geltend. Wie hoch die Ansprüche sind, ist derzeit ebenso unklar wie der Gesamtschaden. Es dürfte sich jedoch um eine höhere sechsstellige Summe handeln.

Mitte Juni waren Teile der Victoriastadt nach einem heftigen Unwetter überflutet worden LiMa+ berichtete. Weil das Regenwasser nicht mehr über die Kanalisation abfließen konnte, drang es in Keller, Geschäfte, Wohnungen und eine Kita ein, parkende Autos wurden beschädigt. Außerdem unterspülten die Wassermassen Gehwege.

Entwässerungssystem „hydraulisch überlastet“

„Aufgrund des außergewöhnlichen Starkregens über der Victoriastadt war das Entwässerungssystem lokal im Bereich der Pfarrstraße hydraulisch überlastet“, heißt es in der Antwort der Senatsumweltverwaltung mit Verweis auf die Berliner Wasserbetriebe. „Der Überstau aus dem Kanalsystem führte zusammen mit dem starken oberirdischen Regenabfluss zu Schäden in den tieferliegenden Senken.“

Nach Angaben von Staatssekretär Tidow führte das Unwetter zu einem Großeinsatz der Berliner Feuerwehr, zu dem 141 Angehörige von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr gerufen wurden. Der Bezirk hat inzwischen die Schäden auf den Gehwegen beseitigt.

„Die Betroffenen haben sich bereits mit Unterstützung des ansässigen Vereins Victoriastadt e.V. vernetzt und suchen nun Antworten auf ihre Fragen insbesondere zu den Ursachen der Schäden, wie auch zu den Maßnahmen, die getroffen werden müssen, um künftig gewappnet zu sein“, sagte die Abgeordnete Hendrikje Klein am Freitag. Sie forderte, dass die vollständige Ursachenanalyse schnellstmöglich vorliegen müsse, damit Maßnahmen zum Überflutungsschutz und zum Starkregenrisikomanagement ergriffen werden könnten. Der Aufbau eines kommunalen „Starkregenrisikomanagements“ als Bestandteil der Klimafolgenanpassung sei dabei besonders wichtig. „Berlin wird zunehmend versiegelt, auch das ist ein großes Problem.“ Davon unabhängig müssten Bezirk und Land gemeinsam dafür Sorge tragen, dass die Betroffenen unterstützt und nach Klärung der Ursachen gemeinsam mit allen Beteiligten geeignete Maßnahmen gefunden und schnellstmöglich umgesetzt werden.

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