Über 40.000 Angebotsstunden in bezirklichen Kultureinrichtungen

Besucherzahlen gestiegen

01.02.2020, Linna Schererz

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Gestiegene Besucherzahlen: Die zwölf bezirklichen Kultureinrichtungen empfingen im Jahr 2019 rund 300.000 Gäste. Etwa 300 verschiedene Veranstaltungen mit insgesamt 40.000 Stunden wurden geboten. Als Bilanz des Vorjahres konstatiert der Fachbereich Kultur deshalb in einer Pressemitteilung „positive Entwicklungen“. Das Angebot sei um mehr als 1.200 Stunden gesteigert worden – „das waren täglich 3,5 Stunden mehr Kultur im Bezirk“. Betrachtet wurden dabei lediglich die Standorte des Kulturbereichs. Berücksichtigt man außerdem das umfangreiche Veranstaltungsangebot in den Bibliotheken sowie von Vereinen und freien Trägern, gab es noch viel mehr Kultur in den Kiezen. Zudem wurden insbesondere im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten zum 40. Bezirksjubiläum eine Reihe weiterer gut besuchter Veranstaltungen geboten wie das durch die Wirtschaftsförderung (WF) organisierte große Geburtstagsfest in den „Gärten der Welt“ und das inzwischen schon traditionelle Classic Open Air auf dem Fritz-Lang-Platz in der „Hellen Mitte“ (Organisator ebenfalls WF, Dr. Oleg Peters).

Publikumsliebling: Schloss Biesdorf

Publikumsliebling im Kulturbereich war erneut das Schloss Biesdorf, das bereits im November seinen 100.000. Besucher empfing, LiMa+ berichtete. Die Kommunale Galerie verzeichnete eine Steigerung der Besucherzahlen um mehr als 60 Prozent im Vergleich zu 2018. Besondere Publikumsmagnete waren die Ausstellung „Klasse Damen!“, die Fotoausstellung „Fernwärme“ zum 40-jährigen Bezirksjubiläum sowie die Exposition „Von Menschen und Mauern – 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer“. Die wohl spannendste Ausstellung über den Bezirk fand allerdings im Berliner Stadtzentrum statt: Auf der Museumsinsel eröffnete die archäologische Sonderschau „Biesdorf – Berlins größte Grabung“.

Laut Fachbereich konnten auch die beiden Häuser des Bezirksmuseums ihre Besucherzahlen um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöhen. Kritik, u.a. des Heimatvereins, gibt es jedoch immer wieder dazu, dass das Museum bis auf einige Sonderöffnungen sonntags geschlossen ist. An den Sonnabenden war es traditionell schon immer zu. Es steht Besuchern somit nur an Werktagen (10 bis 18 Uhr) zur Verfügung. Allerdings ist im Vergleich zu 2012 (wo allerdings Haus 2 erst nach Umbau der früheren Bibliothek im Juni eröffnet wurde) die Zahl der Gäste trotzdem um 75 Prozent gestiegen. Besonders erfolgreich waren die Ausstellungen „Plastekipper und Triola. Spiele(n) in den 1970er/80er-Jahren“ und „Stein auf Stein. Backsteinbauten in Marzahn-Hellersdorf“.

Jungendkunstschule ins Kulturforum

Trotz unveränderter Zahl von zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es laut Einschätzung des Fachbereichsleiters, Jan Frontzek, gelungen, die kurzfristig 2018 in kommunale Betriebsverantwortung übernommenen oder umzustrukturierenden Standorte (Jugendkunstschule, Projektraum Galerie M, Schloss Biesdorf und Kunsthaus Flora) zu stabilisieren und inhaltlich weiter auszurichten. Ziele bei der Sicherung und Entwicklung der Kulturangebote in den nächsten Jahren seien u.a. die weitere Entwicklung des Projektraums Galerie M, des KulturGuts Marzahn und von Schloss Biesdorf. Umstrukturiert werden sollen das Kunsthaus Flora sowie der Kummerower Ring (Jugendkunstschule). Das Kinderopernhaus der Staatsoper soll als Kinderopernhaus Marzahn-Hellersdorf verstetigt werden. Im Kulturforum, dessen Sanierung im Sommer beendet sein soll, ist vorgesehen, Angebote für kulturelle Bildung der Jugendkunstschule auszubauen.

Auch Angebote von Vereinen und anderen Veranstaltern

Letzteres ist allerdings umstritten. Denn der frühere Träger Kulturring Berlin e.V. ist damit draußen. Dieser hielt bis zur Schließung des Hauses im Jahr 2018 wegen der Sanierung ein umfangreiches Angebot für alle Altersklassen vor. Das Haus an der Carola-Neher-Straße ist die einzige größere Kultureinrichtung in der Großsiedlung Hellersdorf. Kulturstadträtin Juliane Witt (Linke) hatte auf der November-Tagung der Bezirksverordneten darüber informiert, dass der Bezirk die Einrichtung künftig selbst betreiben will. Allerdings soll es dort auch Angebote von Vereinen oder anderen Veranstaltern geben. Man darf gespannt sein.

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