C-TECH installation montiert und demontiert große Stahlkolosse

Besenreine Arbeit

22.08.2019, Angelika Giorgis

Foto: C-TECH installation. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Marzahn. Die Mitarbeiter von C-TECH installation haben es mit groß dimensionierten Bauteilen zu tun, mit Stahlkolossen, Industrieanlagen oder Heizkraftwerken. Sie montieren oder demontieren Metallkonstruktionen wie Förderanlagen oder Brücken. Konstruktionsmechaniker, früher auch Stahlbauschlosser genannt, müssen drehen, fräsen, sägen, schweißen und schrauben können. Überall, wo neue Anlagen gebaut werden oder alte neuen weichen sollen, ist ihr Handwerk gefragt – deutschlandweit und in der ganzen Welt.

Viel herumgekommen, nach Germany zurückgekehrt

Mark Drescher hatte diesen Beruf erlernt, der ihn auf verschiedene Erdteile führte und vor unvorhersehbare Herausforderungen stellte. Er montierte Anlagen in Afrika und in der arabischen Welt, baute beispielsweise 2012 im afghanischen Kandahar mit an der nötigen Wasseraufbereitungs- und Abfüllanlage für die Nato. So sammelte er viele Erfahrungen, technische, handwerkliche und auch im Umgang mit unterschiedlichen Menschen.

Nach mehr als zehn Jahren wollte Mark Drescher wieder in Deutschland arbeiten. Doch mit der Abteilung „Industriemontagen“ seines damaligen Betriebes fand sich keine Alternative in der Heimat. Darum beschloss Drescher, auf diesem Gebiet selbstständig zu werden. Aufträge fand er recht schnell. Es hatte sich herumgesprochen, dass er seinen Job ganz gut konnte, und auch der Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreis (MHWK) vermittelte anfangs.

Rückbau von Kohlekesseln

Es begann mit der Montage für lokale Unternehmen, auch für die Getränkeindustrie, bis er sich schließlich – im Zuge des Ausstiegs aus der Kohleindustrie – für den Rückbau von alten Heizkraftwerken, vor allem von Kohlekesseln, spezialisierte. „Hier bin ich Komplettdienstleister und übergebe besenrein“, erzählte Drescher, der mittlerweile Chef von zwölf Angestellten ist. Sie könnten auch neue Anlagen aufbauen, aber die Hersteller haben dafür ihre eigenen Montagebetriebe. Außerdem ist der Abbau einer jeden alten Anlage eine spezielle Herausforderung. Die Kollegen kommen nicht mit der Abrissbirne, sondern schrauben die Teile wieder so ausein­ander, wie sie zusammengebaut wurden. „Für manche Anlagen aus den 1960er-Jahren gibt es sogar noch Tuschezeichnungen als Bauanleitung“, erklärt Mark Drescher die Schwierigkeiten, die regelmäßig auftreten. Solche Handarbeit ist wichtig in Industriegebieten, wo die Anlagen dicht an dicht stehen.

Arbeit am Flughafen, beim Biodieselhersteller und bei Amazon

Gerade bekommt der Düsseldorfer Flughafen einen Fernwärmeanschluss. Dafür müssen alle Kessel und Kamine vorsichtig auf engstem Raum über Monate hinweg entfernt werden. Während der erste Kessel abgebaut wird, sind die anderen drei noch in Betrieb. In diesem Jahr soll auch die Raps-Presserei eines Biodieselherstellers zurückgebaut werden. In Griesheim und Siegen steht der Aufbau von zwei Leichtbausporthallen im Auftrag eines französischen Unternehmens auf dem Plan. In Werder und Kassel werden für Amazon zwei temporäre Logistikzentren entstehen. Dafür errichtet C-TECH die Laderampen in Stahlbauweise.

Auf dem Ringcenter die Umrandung entfernt

Die Mitarbeiter bleiben in der Regel so lange vor Ort, bis das Projekt abgeschlossen ist. Sie arbeiten auch samstags. Nur sonntags ist frei. Manchmal bleiben sie auch in Berlin, beispielsweise als auf dem Parkdeck des Ringcenters an der Frankfurter Allee ein Hotel errichtet werden sollte und dafür die bisherige Umrandung verschwinden musste.

Zum Team gehören Schlosser, Automechaniker und Quereinsteiger. Ein Bauleiter weist vor Ort die Angestellten in ihre Arbeit ein. „Wir suchen ständig neue Kollegen, die handwerkliches Geschick mitbringen“, erzählt Mark Drescher. „Sie können bei uns viel lernen.“

Auf der Suche nach versierten Mitarbeitern

Das Unternehmen wächst mit seinen Aufgaben. Anfangs war beispielsweise der administrative Aufwand für die Verlagerung einer Waschpulverfabrik von Deutschland nach Ungarn zu groß. Heute wäre das kein Problem, denn Drescher hat im Laufe der Jahre auch darin Erfahrungen gesammelt. Noch macht er vieles in der Verwaltung selbst. Dabei würde er gern eine „rechte Hand“ an seiner Seite haben, der er auch mal ganze Projekte übergeben kann. Es ist nicht nur fachliches Wissen gefragt. „Wir sind ständig auf der Suche nach Mitarbeitern, die vernünftig und fachlich versiert mit dem Kunden sprechen können, ohne dass in einem Satz dreimal das Wort Alter vorkommt“, erklärt Drescher. Bis er eine solche Kollegin oder einen solchen Kollegen gefunden hat, bleibt für Ferien im Sommer nur eine Woche Zeit. „Schließlich bin ich selbst und ständig“, sagt er lachend, bevor er seine Tasche packt und das Büro in der Leunaer Straße verlässt. Die neunjährige Tochter freut sich auf die geplante Exkursion. In diesem Jahr steht unter anderem das Technik-Museum in Sinsheim auf dem Programm. „Dort sieht man nicht nur Flugzeuge und Hubschrauber von außen, man kann auch innen lernen, wie alles funktioniert“, erklärt der stolze Vater. Er fördert das technische Interesse seiner Tochter, die heute schon weiß, dass sie Pilotin eines Rettungshubschraubers werden will.


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