Hund + Katz

Beschränkte Haltbarkeit

24.02.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Wer Tiere hält, sollte ein ausgesprochen entspanntes Verhältnis zu Dingen haben. Denn vieles hat dann nur eine sehr beschränkte Haltbarkeit. Wie beispielsweise Kuscheltiere oder Bälle. Terriermischling Rudi mag beide sehr. Allerdings überleben sie meist nur kurz. Spätestens eine Viertelstunde nach Erhalt liegen solche Spielsachen in kleine Teile zerlegt überall in der Wohnung herum. Macht nichts, waren ja seine. Inzwischen kennen wir das – er bekommt nun nur noch Spielzeug aus Vollgummi. Und höchstens, wenn wir sehr gut drauf sind, gibt’s auch mal eine Ikea-Plüschmaus zum Zerfetzen.

Zum Fressen gern

Kater Winnie hat’s nicht so mit Spielzeug. Er hinterlässt die Spuren seines Wirkens trotz diverser Kratzbäume, -teppiche und –ecken lieber an Tapeten und auch an der Couch. Ist ja auch lustig, wenn Herrchen und Frauchen dann aus der Haut fahren. Inzwischen hat das Tier aber ein neues Objekt der Begierde entdeckt: die rote Wolldecke auf dem Sofa. Er hat sie im wahrsten Sinne des Wortes zum Fressen gern. Immer, wenn der Kater sich unbeobachtet glaubt, zupft er ganze Büschel heraus und versucht, diese zu verzehren. Wohl bekomm’s. Die Decke kam vor einigen Monaten von Amazon, laut Etikett aber ursprünglich aus der Ukraine. Was haben die Hersteller wohl benutzt, dass ihr Produkt so appetitanregend auf Katzen wirkt? Politisch nicht ganz korrekt haben wir Winnie inzwischen den Beinamen  „prorussischer Separatist“ gegeben. Was auch wirklich nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Denn unser Rassekater (Devon Rex) kann in seinem Stammbaum tatsächlich auf russische Wurzeln verweisen, allerdings einige Katzengenerationen zurück.

Mama schimpft

Den Hund, original deutscher Straßenköter, interessiert die Decke und ihre Wolle nicht die Bohne. Dafür haben es ihm Hausschuhe angetan. Allerdings nicht, wenn sie bloß irgendwo herumstehen. Sie müssen schon vom Fuß geangelt werden – und schwupps zischt er damit ab. Dorthin, wo er nicht gleich zu greifen ist. Unter den Tisch beispielsweise oder in die hinterste Ecke der Kammer. Hmm, schmeckt ganz vorzüglich…

Allerdings ist auch Rudi wählerisch: Er nimmt nur Herrchens Treter. Was weniger mit deren Aussehen oder Duft zu erklären ist. Das Tier weiß nämlich ganz genau, bei wem es sich was erlauben kann: Mama schimpft. Da will man doch lieber keine Dummheiten riskieren. Dem Kater sind solche Überlegungen fremd. Denn das Maß einer Katze ist immer noch nur sie selbst.

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