Berlin bekommt Jüdischen Garten

04.11.2018, Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Die „Gärten der Welt“ werden durch einen Jüdischen Garten komplettiert. Wie die Grün Berlin GmbH mittelte, hat eine Wettbewerbsjury unter Vorsitz des Dresdener Landschaftsarchitekten Till Rehwaldt am 31. Oktober empfohlen, die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Arbeit des atelier le balto landschaftsarchitekten (Manfred Pemice, Wilfried Kuehn) zu realisieren. Der Wettbewerb war im Juni 2018 von den Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Umwelt sowie von der Grün Berlin GmbH ausgelobt worden. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stand die landschaftsarchitektonisch-künstlerische Auseinandersetzung mit dem spezifisch jüdischen Naturverständnis, da keine historisch dokumentierte Tradition des Jüdischen Gartens existiert. Die Verfasser des ersten Preises beantworten die Frage „Was ist ein jüdischer Garten?“ mit einem großflächigen, netzartig angelegten Nutz- und Schaugarten, der sich der Umgebung öffnet und mit ihr im Dialog steht, heißt es in der Mitteilung. Entsprechend offen und prozessual zeige sich der zukünftige Jüdische Garten in den Gärten der Welt. Eingebettet in ein Netz aus Wegen und kleinen Platzflächen werden Felder unterschiedlicher Größe und Form, in denen Pflanzen, die zur Geschichte der Berliner Juden gehören, ihren Ort finden. Welche Pflanzen hier spezifisch sind, soll in einer Recherche-Phase erforscht werden, mit der die Umsetzung des Sieger-Entwurfs beginnt. An zwei Begegnungspunkten im Wegenetz wird es zwei skulpturale Pavillons geben, die als Aufenthaltsangebot genutzt und zu Austausch-Treffpunkten erweitert werden können.

Bereits im Vorfeld des Wettbewerbs wurden auf Empfehlung des Zentralrats der Juden in Deutschland verschiedene Repräsentantinnen und Repräsentanten des jüdischen Kulturkreises in ein Expertengremium eingeladen, um die Entwicklung der Aufgabenstellung und den Verlauf des Wettbewerbs mit fachlicher Expertise zu begleiten. Dieses Gremium war auch im Preisgericht vertreten. Alle eingereichten Arbeiten werden zu Beginn des kommenden Jahres in einer Ausstellung gezeigt, die auch die Einbindung in den Kontext der übrigen Themengärten in den „Gärten der Welt“ darstellen wird. Ort und Zeit der Ausstellung werden noch bekannt gegeben.

Errichtet werden soll der Jüdische Garten auf einer Fläche von ca. 1.000 Quadratmetern im Bereich der höchsten Erhebung in den „Gärten der Welt“ mit Blickbeziehung zum Christlichen Garten. Die Initiative zur Anlage des Jüdischen Gartens erfolgte von der Allianz Umweltstiftung, die gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Axel Springer Stiftung Fördermittelgeberin für das Wettbewerbsverfahren ist. Der Jüdische Garten komplettiert zukünftig die Darstellungen der großen Weltreligionen und Weltanschauungen in der Anlage. Vorhanden sind dort bereits Orientalischer Garten (Islam), Balinesischer Garten (Hinduismus), Koreanischer Garten (Schamanismus, Buddhismus), Japanischer Garten (Zen-Buddhismus), Chinesischer Garten (Konfuzianismus) und Christlicher Garten. Auch der Orientalische Garten und der Christliche Garten wurden mit Fördermitteln der Allianz Umweltstiftung errichtet.

 

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