Hohenschönhausener halten zusammen und haben ein großes Herz

Aktion “Bekleidung für Bedürftige”

20.10.2018, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel (1-2), CDU Lichtenberg (3-4). Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Hohenschönhausen. „Eigentlich bekommen wir das ganze Jahr über Kleiderspenden von den Bewohnern der Umgebung“, sagt Mandy Fritzenwanker, die Leiterin des Kieztreff-„Falkenbogen“ in der Grevesmühlener Straße 20. Der Lebensmut-Verein für Dialog und selbstbestimmte Lebensgestaltung e.V. betreibt die Informations- und Begegnungsstätte seit 2001. Der Kieztreff ist bei den Hohenschönhausenern bekannt und genießt hohes Ansehen. Hier trifft man sich zu Veranstaltungen, bekommt Hilfe in allen Lebenslagen oder kommt einfach nur mal zum Reden vorbei.

“Die Säcke im Vorraum (siehe Foto) sind nur das Ergebnis der vergangenen drei Tage”, informiert die Leiterin. Wenn von Montag bis Freitag, 22. bis 26. Oktober, jedoch die große Sammelaktion “Bekleidung für Bedürftige” wieder stattfindet, „dann stapeln sich im Nu unzählige Säcke mit gespendeten Sachen bis an die Decke des großen Saals“, prognostiziert der Vereinsvorsitzende Dr. Matthias Ebert.

Hohe Resonanz von Anfang an

Der Stadtteilkoordinator muss es wissen, denn vor zehn Jahren hatte er gemeinsam mit Prof. Dr. Martin Pätzold (Kreisvorsitzender der CDU Lichtenberg) die Idee in die Tat umgesetzt. Beide sind in Hohenschönhausen sozialisiert und haben eine enge Verbindung zu den Bewohnerinnen und Bewohnern. „In Begegnungen und Gesprächen wurde immer wieder deutlich, dass es vielen Menschen in Hohenschönhausen finanziell nicht gut geht“, erklärt Martin Pätzold. „Da muss man doch was machen“, waren sie sich einig. Die Kleidersammelaktion, die seit 2008 immer im Frühjahr und im Herbst durchgeführt wird, hat von Anfang an eine so große Resonanz erreicht, dass es selbst die Organisatoren überraschte.

Auch Abholung von Zuhause möglich

„Die Hohenschönhausener halten zusammen und haben ein großes Herz“, sagt Matthias Ebert. Wer etwas abzugeben habe, bringe die Sachen in den Kieztreff, anstatt sie in irgendeinen Container zu werfen. Ältere oder Menschen mit einer Bewegungs-Beeinträchtigung haben oft nicht die Möglichkeit, ihre Spenden in den „Falkenbogen“ zu tragen. In diesen Fällen gibt es die Variante, dass die Kleidungsstücke auch von zu Hause abgeholt werden. Dazu bitten die Organisatoren, einfach rechtzeitig im Kieztreff unter der Telefonnummer 030 96 06 32 33 anzurufen.

Gesammelt werden alle Anziehsachen: Jacken, Pullover, Hosen, Anoraks, Mäntel bis hin zu Schuhen. Voraussetzung ist, dass die Stücke noch in gutem, tragbarem Zustand sind. Die Abgabe von Möbeln ist im Rahmen der Aktion leider nicht möglich. Aber die Kollegen vom Lebensmut e.V. kennen auch hierfür Ansprechpartner.

Die Spenden werden zusammengefasst und anschließend dem Verein “Menschen helfen Menschen e.V.” zum Nachsortieren und Aufbereiten übergeben. Der Verein verfügt über die logistischen Kapazitäten für den Transport, hat ein großes Lager und Möglichkeiten zur nochmaligen Reinigung.

Beharrlichkeit und Solidarität

Die Aktion ist von Hohenschönhausenern für Hohenschönhausener gedacht. Nach der Aufbereitung werden die Sachen über den Sozialtreff im Falkenbogen wieder an Bedürftige ausgegeben. Viele ehrenamtliche Hände packen seit Jahren mit an, um die Kleiderspenden-Aktion durchzuführen. Ihrer Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass jene Bewohner des Stadtteils, die sehr wenig Geld zum Leben haben, eine ganz konkrete und praktische Hilfe erhalten. Zu den Unterstützern, die tatkräftig jedes Jahr mit dabei sind, gehört Danny Freymark (CDU), Hohenschönhausener Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses (siehe Foto). „Ich bin jedes Mal stolz auf so viel Solidarität“, sagt er. „Gerne möchten wir auch jetzt die Hohenschönhausener dafür gewinnen, in ihrem sozialen Umfeld direkt zu helfen.“ Fred Hennig (Foto), packt sowieso jeden Tag im Falkenbogen mit an, dort wo der Hohenschönhausener gebraucht wird. “Er ist so etwas wie die gute Seele des Hauses”, sagt Matthias Ebert.

Für mehr Miteinander

Die Sammelaktion im Frühjahr 2018 war mit insgesamt über 100 prall gefüllten Kleidersäcken schon sehr erfolgreich. Drei Transporter waren nötig, um die Spenden zur Aufbereitung zu bringen. Unzählige Hohenschönhausener hatten sich beteiligt und ein Zeichen für mehr Miteinander gesetzt.

Vereinsvorsitzender Matthias Ebert blickt der Aktion deshalb erneut zuversichtlich entgegen. „Es ist großartig zu sehen, wie sich die Bürger für bedürftige Nachbarn im Kiez Hohenschönhausen einsetzen“, sagt er. „Das lokale Hilfsnetzwerk leistet einen großen Beitrag in Punkto Solidarität im Bezirk“, ergänzt Martin Pätzold.

Kieztreff „Falkenbogen“, Grevesmühlener Straße 20, 13059 Berlin, 8 bis 18 Uhr (Freitag nur bis 14 Uhr, Telefon: 030 96 06 32 33, kieztreff@lebensmut-berlin.de

 

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