Nach über drei Jahren Stillstand bewegt sich etwas

Bauvorhaben Märkische Allee

14.08.2019, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Marzahn. Seit März 2016 gab es keine Informationen mehr über geplante Bauvorhaben auf der ehemaligen Allkauf-Fläche an der Märkischen Allee / Trusetaler Straße/ Wuhletalstraße/. Damals wurden die Einwohner darüber informiert, dass dort einmal 35-geschossige Hochhäuser entstehen sollen (LiMa+ berichtete hier am 27.11.2014 und hier am 10.03.2016).

Bonava will noch im August beginnen

Dann war plötzlich Ruhe, auch von einer Nahversorgung, über die schon vor vier Jahren diskutiert wurde, spricht keiner mehr. Plötzlich kommt ein neuer Investor ins Gespräch. Die Bonava Deutschland GmbH plant nun auf der grünen Wiese 5 achtgeschossige Wohnbauten und ein 21-stöckiges Hochhaus. Nun soll auch alles plötzlich ganz schnell gehen. Noch im August sollen die Bauarbeiten auf dem rund zwei Hektar großen Grundstück an der Märkischen Allee Ecke Wuhletalstraße beginnen.

Schwedischer Bauriese

Insgesamt sind 579 Miet- und Eigentumswohnungen als Quartier „Märkische Allee“ geplant. Am Mittwoch, 7. August, stellte sich der neue Investor bei einer Einwohnerversammlung im Haus der Begegnung M3 an der Mehrower Allee vor. Bonava ist ein schwedisches Unternehmen, das Wohnanlagen in acht europäischen Ländern projektiert und baut. Das Unternehmen hat bereits über 3.400 Wohnungen in ganz Deutschland gebaut. Auch im Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist das Unternehmen bereits bekannt. So wurde in den vergangenen Jahren ein Wohngebiet in Biesdorf und in der Hellen Mitte gebaut. Und im Nachbarbezirk Lichtenberg entsteht die Parkstadt Karlshorst als Erweiterung des Prinzenviertels. In Alt-Hohenschönhausen entstand das „Arendscarree“.

Sechs Wohnhäuser mit 579 Wohnungen

Mit dem Quartier „Märkische Allee“ kommt nun ein weiteres Projekt hinzu. „Marzahn ist besser als sein Ruf“, sagte Projektleiter Oliver Hauf. „Wir glauben fest daran, dass Marzahn weiter ein junger, aufstrebender Bezirk bleiben wird.“ Das neue Wohngebiet soll sich in die anderen Bauten entlang der Märkischen Allee einfügen. Im Sommer 2018 habe Bonava das Grundstück übernommen und den Bauplan entwickelt. Insgesamt sollen sechs Wohnhäuser entstehen. Dazu kommen 143 Parkplätze und Abstellanlagen für Fahrräder.

Ruhiger Innenhof

„Das neue Quartier soll sich an den Bedürfnissen seiner Bewohner orientieren“, erklärte Hauf. Die Wohnungen sind vor allem für junge Familien mit Kindern und Bewohner mittleren Alters gedacht, die ihre Wohnsituation noch einmal verändern wollen. Die Häuser sind so geplant, dass sie den Lärm von der Straße und der Bahntrasse abschirmen. Ein grüner und vor allem ruhiger Innenhof mit Spielplätzen, Sportmöglichkeiten, Ruhezonen und Leseecken ist vorgesehen. Es sollen Orte der Begegnung für die Bewohner sein.

Baustellenverkehr über Märkische Allee

Die erste Baugenehmigung für die fünf achtgeschossigen Wohnhäuser mit 376 Mietwohnungen liegt bereits vor. Die Baugenehmigung für das Hochhaus mit den 21 Etagen wird im kommenden Jahr erwartet. Alle Wohnungen sollen einen Balkon oder eine Terrasse bekommen. Für die Wohnungen im Erdgeschoss ist ein Mietergarten geplant. Schon in zwei Jahren könnten die ersten Mieter einziehen. Die gesamte Wohnanlage soll im Jahr 2023 fertig sein.

Keine Aussagen zu Kitas, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten

Rund 100 Marzahner waren zu dem Informationsabend gekommen. Sie wollten vor allem wissen, ob bei dem Bauvorhaben auch an Kitas und Schulen gedacht wurde. Die Antwort war eindeutig: Die Vorgabe des Bezirksamtes sei der Wohnungsbau, daran habe sich die Bonava gehalten. Für Kindergarten und Schule sei das Bezirksamt zuständig.

Auch über Einkaufsmöglichkeiten und weitere Versorgungseinrichtungen konnten die Bonava-Vertreter keine Aussagen treffen. Das ehemalige Allkauf-Grundstück sei geteilt worden. Bonava habe nur das Grundstück für den Wohnungsbau gekauft. Projektleiter Hauf informierte lediglich, dass im Untergeschoss des geplanten Hochhauses eine Gewerbefläche vorgesehen ist. Wer dort einziehen wird, stehe allerdings noch nicht fest.

Konflikte an der Wuhletalbrücke durch Baustellenverkehr?

Der Baustellenverkehr wird ab Mitte August vor allem über die Märkische Allee führen. Eine zweite Baustellenzufahrt von der Wuhletalstraße wurde beantragt. Einwohner kritisierten, dass dieser Plan wohl zu Konflikten mit der Umleitungsstrecke für die Wuhletalbrücke führen wird. Denn dort gebe es jetzt schon Stau.

Bewohner befürchten Parkplatzmangel

Viele Bewohner äußerten zudem die Befürchtung, dass während der Bauphase in der Trusetaler Straße zusätzliche Verkehrsbelastungen entstehen und Bauarbeiter alles zuparken. Es ist eine reine Wohngebietsstraße und die Parkflächen sind jetzt schon ausgelastet. Mehrere Bürger waren der Auffassung, dass 143 geplante Parklätze bei rund 580 Wohnungen viel zu wenig sind. „Die künftigen Bewohner dieses Quartiers werden also in der Trusetaler Straße parken“, so die Schlussfolgerung. Der Projektleiter sicherte den Anwohnern zu, dass die Situation noch einmal nachgebessert werden soll.

Die Marzahner fühlten sich wieder einmal von der Politik allein gelassen, denn ein Vertreter des Bezirksamtes war zu dieser Veranstaltung nicht erschienen. Hier die Bonava-Präsentation als PDF.
Weitere Informationen: www.bonava.de.


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