Drittes Dürrejahr in Folge macht Pflanzen und Tieren zu schaffen

Bäume haben Durst, bitte gießen!

29.04.2020, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Lichtenberg/ Marzahn-Hellersdorf. Das Leben findet einen Weg, auch mit wenig Wasser. Doch wenn es gegen Null geht, so wie im zu Ende gehenden April, wird es schwer. Da helfen auch die paar Tropfen nicht, die lokal begrenzt vom Himmel fallen. Üblich sind in diesem Monat um die 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. 2020 wurden in Berlin-Brandenburg bis dato aber nur 1,5 Liter gemessen. In Marzahn waren es 2,5 Liter (Vgl. 2019: 14,6 Liter) (Quelle). Nennenswerte Regenfälle sind laut Wettervorhersage auch in den nächsten Tagen nicht zu erwarten. Die Bäume haben Durst.

Einige Eimer können viel ausmachen

„Unsere Ämter arbeiten täglich daran, den Bedarf der Grünflächen an Wasser zu stillen, doch in Anbetracht der Trockenheit werden Schäden unvermeidbar sein“, sagt Lichtenbergs Umweltstadtrat Martin Schaefer (CDU). Die Lichtenbergerinnen und Lichtenberger könnten dem zumindest etwas entgegenwirken. Einige Eimer Wasser in der Woche könnten da schon viel ausmachen, erklärt der Stadtrat. „Wichtig ist es vor allem, die jungen Bäume zu wässern! Bitte unterstützen Sie uns.“

Bürgermeister Grunst: Wir halten zusammen

Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) appelliert an „das grüne Herz“ der Bürgerinnen und Bürger: „In Berlin halten wir derzeit in der Corona-Krise zusammen. Das sollten wir auch bei der Bewässerung unserer Lichtenberger Bäume tun.“ Der Bürgermeister dankte allen, die Zeit und Mühe investieren, um Bäume und Sträucher zu bewässern. „Ich hoffe ganz Lichtenberg leistet seinen Beitrag und gießt!“

Wasser ist Lebenselixier

„Wasser Marsch! Helft mit und gießt unsere Bäume!“, postete Marzahn-Hellersdorfs Bezirksstadträtin für Straßen und Grünflächen Nadja Zivkovic (CDU) auf Facebook und erntete gleich ein breites Echo von Bewohnern, die dabei mitmachen wollen. „Nur mit vereinten Kräften wird es uns gelingen, größere Schäden zu vermeiden und unsere doch so wichtigen Bäume durch den Sommer zu bringen“, erklärt die Stadträtin in einer Mitteilung des Bezirksamtes. An Hanglagen, kleinen Baumscheiben und stark verdichteten Böden sei es oft schwierig, die notwendigen Wassermengen auch an die Wurzeln zu bekommen. Hier empfehle sich langsames und häufigeres Gießen.

Marzahn-Hellersdorfs Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke) bedankte sich bei allen, die sich um die Bäume kümmern „und letztlich auch das Wasser zur Verfügung stellen.“ Die Situation nach den zwei besonders trockenen Sommern sei bereits jetzt dramatisch.

Trend wird immer deutlicher

Wie sich immer deutlicher zeigt, sind die viel zu geringen Niederschlagsmengen keine einzelnen, wetterbedingten Erscheinungen. Berlin und Brandenburg stehen gerade am Beginn des dritten Dürrejahres in Folge. Zweifler an den Klimaveränderungen werden von der Realität (leider) gerade eines Besseren belehrt. Natürlich kann man immer noch trefflich darüber streiten, ob die Veränderungen tatsächlich menschengemacht sind. Letztendlich ist das aber „nur“ für künftiges Handeln wichtig. Die Zustände, die bereits eingetreten sind, lassen sich kaum ignorieren. Pflanzen, Tiere und Menschen müssen damit klarkommen. LiMa+ berichtete mehrfach über die Trockenheit 2018 und 2019.

Auch Vögel und Insekten leiden

Wenn keine Wasserstelle in der Nähe ist, leiden auch Vögel und Insekten unter der anhaltenden Trockenheit. Ein Blumentopf-Untersetzer oder ein Teller mit Wasser gefüllt, ein Stein oder Zweig als „Flughafen“ und Ausstiegshilfe kann für Amsel, Drossel, Fink und Star – für Bienen, Fliegen und Käfer die Rettung bedeuten. Bitte keine Gefäße aus Klarglas benutzen, erstens werden sie oft von Vögeln gemieden, zweitens können Linseneffekte die Sonnenstrahlen bündeln und Brände auslösen.


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