Vereinsleben heißt auch gegenseitige Hilfe

„Helle Hunde“ bleiben aktiv

31.03.2020, Birgitt Eltzel

Foto:s Verein Helle Hunde e.V. (1-4), Birgitt Eltzel (5-7)

Hellersdorf. Auf dem Hundeplatz an der Weißenfelser Straße 43 wird derzeit weder trainiert, noch können Gäste kommen. Der Verein “Helle Hunde” hat den Betrieb in den Zeiten der Coronakrise stark eingeschränkt. Das 7.500 Quadratmeter große Areal darf nun nur noch von den Mitgliedern genutzt werden. Und das nach strengen Regeln: Maximal 12 Personen dürfen sich insgesamt in den drei Bereichen aufhalten. Sie müssen den Mindestabstand von 1,5 bis 2 Meter zwischen Personen einhalten und dürfen auch nicht gemeinsam auf einer Bank sitzen. Bisher hat das gut geklappt. Alle nehmen Rücksicht.

Die Tiere können sich austoben

Die Tiere können trotz der Einschränkungen auf dem Gelände frei laufen und miteinander toben. Das ist wichtig, denn etliche Mitglieder arbeiten in sogenannten systemrelevanten Berufen, beispielsweise bei der BVG oder in der Altenpflege. Andere sind zu Hause und sollen sich so wenig wie möglich in der Öffentlichkeit bewegen. Da fallen die täglichen Gassi-Runden meist etwas kürzer aus.

Gassi-Hilfe bei häuslicher Quarantäne

Ramona Steffin, die Vorsitzende des 2016 gegründeten Vereins, LiMa+ berichtete,  lobt die Hilfsbereitschaft: „Ein Mitglied von uns war im Kontakt mit einer als infiziert bestätigten Person und musste sich eine Woche lang in häusliche Quarantäne begeben.“ Mal eben rausgehen mit den zwei Hunden war da nicht möglich. „In kurzer Zeit fanden sich zwei andere Mitglieder, die sich spontan als Gassi-Service zur Verfügung gestellt haben.“ Generell sei die gegenseitige Hilfe ausgeprägt, sagt sie. So gebe es diverse WhatsApp-Gruppen, in denen man sich verständigt: „Hey Leute, ich habe eine Packung Klopapier bekommen, braucht jemand welches? Hat jemand Hefe? Bei XYZ gibt’s noch Küchenrollen: Hat jemand Bedarf?“

Platz mit Ostereiern dekoriert

Andere Mitglieder haben auf dem Hundeplatz Ostereier an Bäume gehängt, weitere basteln derzeit zu Hause Hundespielzeug, das auf den nächsten Festen verkauft werden soll, um die Vereinskasse zu füllen. Denn für das gepachtete Gelände müssen die „Hellen Hunde“ Betriebskosten wie z.B. Straßenreinigung bezahlen. Eine der ehrenamtlichen Trainerinnen des Vereins hat eine eigene WhatsApp-Gruppe initiiert. Dort veröffentlicht sie von ihr gedrehte Videos sowie Anleitungen für Tricks und Ideen für die Beschäftigung mit Hunden. So kann jeder mit seinen Tieren üben – und sowohl Hund als auch Frauchen/Herrchen haben in der Zeit des Kontaktverbots keine Langeweile.

“Das Beste aus der Situation machen”

„Wir versuchen einfach, das Beste aus der Situation zu machen“, sagt Ramona Steffin, die sonst in einer Schulbibliothek tätig ist und derzeit die Vereinsarbeit im Homeoffice aus dem Wohnzimmer heraus erledigt. So hat sie mal eben kurz die Website des Vereins neu gestaltet. Sie sagt, jetzt sei die die Situation, in der man noch etwas Kraft tanken könne. Denn die wird der Verein noch brauchen. Er muss Ende Mai das Gelände an der Weißenfelser Straße aufgeben, weil dort eine Schule gebaut werden soll. Der Bezirk hat den „Hellen Hunden“ eine Ersatzfläche nahe der Riesaer Straße (hinter der HEM-Tankstelle) versprochen, das Grünflächenamt richtet diese gerade her. Dort war früher ein Abenteuerspielplatz, der vom damaligen Bezirk Hellersdorf aufgegeben wurde. Jahrelang wurde die Fläche dann als illegaler Schuttplatz genutzt, Sträucher und Unkraut überwucherten das Gelände.

Viele wollen mit anpacken

Wenn die ein Hektar große Fläche einigermaßen hergerichtet dem Verein übergeben wird, ist noch viel zu tun. Denn den Hundeplatz baut sich, wie bereits an der Weißenfelser Straße, der Verein selbst aus. Und auch der Umzug vom alten zum neuen Gelände ist von den Männern und Frauen selbst zu schaffen. Auch hierfür wurde bereits eine WhatsApp-Gruppe (Arbeitsgruppe Umzug) gegründet. Viele wollen mit anpacken.

Frühlingsfest wird voraussichtlich im Herbst gefeiert

Das Frühlingsfest, womit der Verein im Mai seinen dritten Geburtstag feiern wollte, ist abgesagt. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Gefeiert werden soll, wenn alles glatt geht, im Herbst auf dem neuen Platz. Und natürlich werden dazu dann auch, wie schon immer üblich, die Hellersdorfer und alle anderen Hundefreunde eingeladen. Wenn der neue Platz fertig ist, beginnt übrigens auch wieder der öffentliche Betrieb mit Gästezeiten.

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