Tipp für Sonntag: Ausflug zur Naturschutzstation Malchow

Von Äpfeln und Kühen

16.10.2019, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann Zum Vergrößern bitte auf das Aufmacherfoto klicken!

Malchow. Auch in dem kleinen Ort am Randes des Bezirks Lichtenberg färbt der Herbst die Blätter bunt. Die Störche, die Attraktion der Naturschutzstation, sind längst in ihre Winterquartiere gezogen. Doch  der Weg nach Malchow lohnt sich auch zu dieser Jahreszeit.

Die Naturschutzstation, die durch den Verein Naturschutz Berlin-Malchow betrieben wird, bietet Wanderungen und Vorträge an. Auf dem Hof gibt es den inzwischen neu gestalteten Hofladen. Dort können die Besucher Obst und Gemüse aus der Region kaufen – unverpackt, direkt aus der Kiste. Äpfel und Kürbisse haben gerade Hochsaison. Inzwischen wird auch Fleisch aus eigener Produktion angeboten.

Apfelernte in vollem Gange

Die Apfelernte auf den Streuobstwiesen ist in vollem Gange. Das ist besonders für Schulklassen interessant. Sowohl in der Naturschutzstation an der Malchower Dorfstraße als auch in der Station am Schleipfuhl in Hellersdorf werden die Äpfel nicht nur geerntet, sondern auch gleich zu Saft verarbeitet. „Fast täglich bieten wir Veranstaltung unter dem Motto „Der Apfel – vom Baum in die Flasche“ an“, sagte die Leiterin der Station, Beate Kitzmann.

Zu einer dreistündigen, kostenlosen Radwanderung lädt die Naturschutzstation am kommenden Sonntag, 20. Oktober, ein. Los geht es um 14 Uhr. Dabei soll den Berlinern eine Rarität in der grünen Großstadt vorgestellt werden. Es geht um eine alte und  gefährdete Rinderrasse – das Deutsche Shorthorn. Diese Rinder waren früher typisch für die Wiesen Norddeutschlands. Vom Brandenburger Raum bis nach Schleswig Holstein standen sie auf der Weide. Heute gibt es nur noch ganz wenige Exemplare.

Rinder als tierische Rasenmäher

Seit 23 Jahren betreut die Naturschutzstation in Malchow Tiere, die als vierbeinige Rasenmäher an zwölf Standorten in Lichtenberg und in Marzahn-Hellersdorf eingesetzt sind. „Das Konzept hat sich bewährt“, schätzt Beate Kitzmann ein. Auf den großen Flächen der ehemaligen Rieselfelder, im Wuhletal und anderen Regionen weiden Rinder. Inzwischen sind es mehr als 100 Tiere, die diese Grünflächen abgrasen. Damit soll vor allem verhindert werden, dass dort Bäume wachsen und so den Charakter der Landschaften zerstören. Durch die Beweidung entstehen heterogene Vegetationsstrukturen und ein vielfältiges Mosaik an Lebensräumen. Dadurch haben viele Tier- und Pflanzenarten eine Lebensgrundlage.

Seit einem Jahr gehört auch das Shorthorn zu den Weidetieren. „Es ist die älteste Zuchtrasse der Welt“, erklärt Beate Kitzmann. „Es gibt nur noch rund 200 Tiere dieser Rasse.“ Sie bedauert, dass inzwischen die Hörner bei den Kühe weggezüchtet wurden. „Wir möchte aber die Shorthorn in der ursprünglichen Form mit Hörnern züchten.“ Diese Rinder werden in Deutschland hauptsächlich nur noch von wenigen privaten Züchtern gehalten. Die Stiftung Naturschutz Berlin hat bei der Finanzierung der kleinen Herde geholfen. Auf der Wiese nahe  der Naturschutzstation stehen die fünf Tiere – ein Bulle und vier Kühe. In diesem Jahr gab es noch keinen Nachwuchs. Dieser ist aber für 2020 fest eingeplant. 

Mit dem Fahrrad zu den Weiden

Diplombiologin Kitzmann wird am Sonntag diese besondere Rinderrasse in einem Vortrag vorstellen. Die Shorthorns sind durch die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft worden. Das gilt insbesondere für die horntragenden Tiere. Anschließend gibt es eine Rad-Wanderung zu den Weiden auf den Falkenberger Rieselfeldern. Dabei erfahren die Besucher nicht nur Neuigkeiten aus der Rinderzucht, sondern auch Wissenswertes über Umwelt, Naturschutz und das Klima.

Naturschutzstation Malchow, Dorfstraße 35. Mit dem ÖPNV zu erreichen: Bus 154 und 259 bis Malchow Dorfstraße. Telefon: 92 79 98 30.
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