Strandbad Orankesee beendet Saison mit besonderem Event

Auf den Hund gekommen

20.09.2015, Linna Schererz

Fotos: Linna Schererz

Alt-Hohenschönhausen. Erstmals in Berlin dürfen Hunde ganz offiziell ins Freibad: Das Strandbad Orankesee öffnet zum Saisonabschluss am Sonnabend, 26. September, seine Pforten zum „Hundeschwimmen“. Veranstalter ist die Hundegemeinschaft Hohenschönhausen in Kooperation mit den Badpächtern, die Schirmherrschaft hat der CDU-Abgeordnete Danny Freymark übernommen. Damit ist nunmehr auch die Hauptstadt in der bundesweiten Initiative #hundimfreibad vertreten.

Tierisches Vergnügen
Denn mehr als 30 Freibäder in ganz Deutschland bieten seit 2014, vorwiegend zum Saisonende, tierisches Vergnügen. Insbesondere in Nordrhein-Westfalen (u.a. Essen, Dortmund, Leverkusen), aber auch in Bayern und Baden-Württemberg dürfen Hunde an mindestens einem Tag planschen und schwimmen, meist bevor die Bäder winterfest gemacht werden. Die Initiative geht auf Thomas Hinze (CEO vom VetFinder), Christian Rerop („mit Hund und App unterwegs“) und Ken Golisch (Geschäftsführer von Alcott Adventures) zurück. Sie haben nicht nur im vergangenen Jahr die Aktion begründet, sondern auch die Website #hundimfreibad gestaltet und bekommen auch auf Facebook immer mehr Follower. Derzeit haben sie rund 11.000 Likes. Kein Wunder, denn dieser eine Tag im Jahr ist ein Ereignis für die teilnehmenden Menschen und Hunde. Schließlich ist Bello & Co sonst, vor allem aus hygienischen Gründen, der Eintritt in die Bäder verwehrt. Dabei schwimmen die meisten der Tiere gern und verlieren nach Aussagen von Experten im Wasser auch nicht mehr Haare als der Mensch.

„Strandhund 2015“
Für Michael Schulz von der Hundegemeinschaft Hohenschönhausen steht beim Hundeschwimmen im Orankesee (Menschen dürfen übrigens dabei auch ins Wasser!) der Spaß im Vordergrund. Doch es geht um noch viel mehr. Denn sein Verein hat sich zum Ziel gesetzt, das Verhältnis zwischen Hundehaltern und Nichthundehaltern zu verbessern. „Es können auch Leute kommen, die keinen Hund haben und die Tiere beobachten wollen.“ Nicht nur beim Schwimmen, sondern auch bei kleinen Geschicklichkeits- und Schönheitswettbewerben. Egal, ob Retriever, Pudel, Mops oder Mischling, wer mitmacht und es insgesamt auf die höchste Punktezahl bringt, wird sich dann mit dem Titel „Strandhund 2015“ schmücken dürfen. Für die Preise sorgt Danny Freymark: „Es gibt Leckerlis für die Hunde, einen Pokal und Tierparkfreikarten für die Menschen“, sagt er. Denn in den Tierpark dürfen, anders als in den Zoo, auch Hunde mitgenommen werden.

Weiteres Auslaufgebiet wird geprüft
„Mit der Aktion wollen wir auch ein Zeichen für eine hundefreundliche Stadt setzen“, sagt Freymark. Der 32-Jährige Hohenschönhausener erhält nach eigenen Worten häufig sowohl Beschwerden von Nichthundebesitzern und als auch von Hundebesitzern und versucht, ein besseres Verständnis zwischen beiden Seiten zu erreichen. Aktuell unterstützt er die Einrichtung eines weiteren Hundeauslaufgebiets in Hohenschönhausen nahe der Zingster Straße. Das Hundeschwimmen findet er „eine tolle Idee, die jedes Jahr wiederholt werden sollte“. Denn gerade zum Saisonabschluss werden dadurch keine menschlichen Badegäste verärgert oder gar vertrieben – bereits seit den kühleren Septembertagen gibt es keinen Badebetrieb mehr im Strandbad Orankesee.

Hoffen auf sonnigen Tag
Michael Schulz hofft natürlich, dass auch das Wetter beim ersten Hundeschwimmtag mitspielt. Ein sonniger Septembertag wäre schön. Allerdings dürfte das wohl mehr die Menschen interessieren – schließlich gehen viele Hunde auch bei Wind und Wetter gern ins Wasser.

Erstes Hundeschwimmen im Strandbad Orankesee, Gertrudstraße 7: Sonnabend, 26. September, 10 bis 17 Uhr. Eintritt 1 Euro. Leine und Maulkorb sind lt. Veranstalter mitzuführen, empfohlen wird ebenfalls das Mitbringen von Impfausweis und Versicherungsnachweis. Gassigehen sollte vor dem Eintritt ins Bad erledigt sein.

 

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