Seit Jahren ist der Parkplatz am Hellersdorfer Spree-Center dicht

Es wächst ein Wald

07.06.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Kaulsdorf-Nord. Das blaue Schild mit dem Zeichen P, ergänzt um einen Hinweis, dass es sich hier um eine Kfz-Stellfläche für Rollstuhlfahrer handelt, steht inmitten einer hochgewucherten Wiese. Ringsum wachsen Bäume und Sträucher, lediglich auf zwei Wegen und etlichen Trampelpfaden können Menschen gehen. Ein Auto abzustellen, ist  auf dem Grundstück zwischen Cecilienstraße, Tollensestraße und Teterower Ring nicht nur verboten, sondern auch ein Ding der Unmöglichkeit. Denn der einst rege frequentierte (kostenpflichtige) Parkplatz wurde vom Eigentümer, einer Wohnungsbaugesellschaft, schon vor Jahren geschlossen. Ihr waren die Kosten der Bewirtschaftung zu hoch. Nachdem das angrenzende Einkaufszentrum Spree-Center weniger Kunden als noch in den 1990er-Jahren anzog, reichten für diese die Kfz-Stellplätze in der Tiefgarage. Denn dort kann man eine gewisse Zeit kostenfrei parken.

Natur erobert sich Gelände zurück

Auf dem geschlossenen Parkplatz eroberte sich die Natur das Gelände zurück. Das ungepflegte Grundstück wird nur noch von Hundebesitzern beim Gassi-Gehen genutzt und von Menschen, die rasch zur Bushaltestelle wollen. Der Zustand soll sich ändern, wenn es nach dem CDU-Fraktionsvorsitzenden in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), Alexander J. Herrmann, und seinem Fraktionsmitglied Michael Lehmann geht. Beide haben in einem Antrag an das Bezirksparlament empfohlen, dass sich das Bezirksamt gegenüber dem Eigentümer für eine Wiedereröffnung des Parkplatzes einsetzt. Denn Parkflächen im Wohngebiet sind bereits heute knapp. Und sie werden noch knapper, wenn das Wohnungsbauvorhaben eines Investors an der Ludwigsluster Straße realisiert wird, der die Flachbauten der ehemaligen Konsum-Kaufhalle, später Teppich Frick und andere Geschäfte, erworben hat. Er will diese abreißen und zwei Wohnhäuser bauen.

Schnelle Lösung wohl nicht zu erwarten

Der Antrag wurde zunächst in den BVV-Ausschuss für Umwelt, Natur, Verkehr und Lokale Agenda zur weiteren Beratung überwiesen. Schnell wird sich also vermutlich auf dem Gelände nichts tun – der Fortgang des Verwilderungsprozesses dürfte wenigstens das Grün, die Käfer und Insekten freuen. Die Anwohner wohl weniger. Diese beklagen übrigens ebenfalls den ungepflegten Zustand des kleinen Platzes an der Tollensestraße. Und das Kunstwerk „Wetterhahn“ von Inge Mahn, das etwas weiter unterhalb auf der gleichen Seite der Cecilienstraße in den 1990er-Jahren an der damaligen Grenze zum einstigen Bezirk Marzahn als „Kunst am Bau“ aufgestellt wurde, ist unter lauter ungebändigtem Grün fast gar nicht mehr zu sehen.

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