Auch Tiere brauchen Hilfe

26.03.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel (1-2,4-7), Tierpark Berlin (3)

Lichtenberg/Marzahn-Hellersdorf. Nicht nur das Coronavirus breitet sich immer mehr aus (hier die aktuellen Zahlen vom Robert-Koch-Institut, sondern auch die Sorge um das wirtschaftliche Überleben vieler, vor allem kleiner und mittlerer Firmen und Institutionen. Auch Einrichtungen wie der Tierpark Berlin, das Tierheim in Falkenberg und die Tierarche in Hellersdorf sind durch das Wegbleiben von Besuchern stark betroffen. Denn dadurch fehlen ihnen Einnahmen. Doch die Tiere brauchen auch in den Zeiten der Pandemie Pflege und Futter. LiMa+ berichtete bereits über den Kinderbauernhof in Eiche.

Unterstützung für Zoo und Tierpark

Der Förderverein Freunde der Hauptstadtzoos hat schon vor einigen Tagen zur finanziellen Unterstützung von Zoo und Tierpark Berlin aufgerufen. Unterstützt der mehr als 4.000 Mitglieder zählende Verein sonst mit seinen Spendensammlungen den Ausbau der Einrichtungen , u.a. für eine Anlage in der Himalaya Gebirgsanlage im Tierpark, die 2021 eröffnet werden soll, geht es jetzt vor allem darum, den weiteren Betrieb zu sichern. Vereinsvorsitzender Thomas Ziolko: „Jede Unterstützung ist eine Geste der Solidarität und ein wichtiger Beitrag zur Aufrechterhaltung der Arbeit. Als Förderverein stehen wir gerade in dieser herausfordernden Zeit an der Seite unseres Zoos und unseres Tierparks und leisten weiterhin ideelle sowie finanzielle Unterstützung.“ Zoo und Tierpark Berlin sind seit vergangener Woche für den Besucherverkehr geschlossen.

Spendenkonto:
Freunde Hauptstadtzoos
Commerzbank Berlin
IBAN DE02 1204 0000 0912 9008 00
BIC COBADEFFXXX
Betreff: Solidaritätsspende

Gerne können Sie auch online spenden.

Mehr als 14.000 Tiere werden in Falkenberg versorgt

Mehr als 14.000 Tiere, darunter Hunderte Hunde und Katzen, werden im Tierheim Berlin am Falkenberger Hausvaterweg pro Jahr versorgt. Das Tierheim wird vom Tierschutzverein für Berlin (TVB) betrieben, es gibt nur geringe Zuschüsse vom Land Berlin. Die Einrichtung, die sich vor allem durch Spenden finanziert, ist für den Besucherverkehr geschlossen. Tiervermittlungen sind nur noch mit Termin möglich und gehen stark zurück. Engpässe stünden unter anderem bevor, falls die Amtliche Tiersammelstelle im Tierheim innerhalb kurzer Zeit viele Tiere von alleinstehenden Corona-Patienten aufnehmen muss, heißt es in einer Mitteilung. Problematisch werde für den Tierschutzverein neben den möglichen Neuaufnahmen von Tieren und der erschwerten Vermittlung vor allem die Spendenakquise. Bis auf weiteres musste der TVB sämtliche Veranstaltungen absagen, darunter den Trödelmarkt, ein beliebtes Hundeseminar und sogar das gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund organisierte Tierschutz-Festival im Mai. In der Vergangenheit hatten regelmäßig über 10.000 Menschen das Festival besucht. Statt mit solchen Veranstaltungen und Aktionen Spenden einzusammeln, auf die das Tierheim dringend angewiesen ist, werden vermutlich bald mit weniger Geld noch mehr Tiere als sonst zu versorgen sein.

Im Quarantänefall: Hundeversorgung vorplanen

Wer wegen des Corona-Virus unter Quarantäne steht, darf auch mit seinem Hund nicht mehr Gassi gehen. Daher sollten Hundehalter möglichst jetzt schon vorsorgen und Nachbarn, Verwandte oder Freunde für den Fall der Fälle um Hilfe bitten, empfiehlt der TVB. In den allermeisten Fällen sollte es möglich sein, die Versorgung von Haustieren im Quarantänefall privat zu organisieren. Außerdem bieten Tierpensionen adäquate Unterbringungsmöglichkeiten.

„Trotz der bedrückenden Lage geben wir weiterhin allen Tieren in Not ein trockenes Plätzchen und lassen ihnen unsere Fürsorge zukommen. Wir beraten bestmöglich besorgte Tierhalter*innen in dieser Krisensituation“, erklärt Eva Rönspieß, stellvertretende Vorsitzende des TVB. „Wir wünschen allen Gesundheit und hoffen, dass Tierfreunde uns auch in dieser sorgenvollen Zeit finanziell unterstützen und unsere Tiere nicht vergessen.“

Kein Hinweis auf Corona-Übertragung durch Haustiere

Übrigens: Es gibt keinerlei Hinweise dafür, dass Haustiere das aktuell kursierende Corona-Virus Sars-CoV2 übertragen oder selbst daran erkranken können. „Leider hält sich dieses Gerücht weiterhin und stellt damit auch eine Belastung für die Tierheime dar, wenn besorgte Menschen in Erwägung ziehen, ihre Tiere vorsorglich abzugeben. Dafür gibt es keinen Grund“, betont Eva Rönspieß.

Spenden für das Tierheim Berlin sind hier möglich:
Tierheim Berlin
Bankverbindung: Bank für Sozialwirtschaft
Konto 103 79 00
Bankleitzahl 100 205 00
IBAN: DE68 1002 0500 0001 0379 00
BIC: BFSWDE33BER

Helle Tierarche in Not

Auch die Helle Tierarche in Hellersdorf, LiMa+ berichtete , ist in Not. Seit 2013 werden auf dem Gelände am Oschatzer Ring vom Aussterben bedrohte Nutztiere gezüchtet: Rote Mangalitza Wollschweine, Braune Bergschafe, Thüringer Waldziegen,Pommernenten, Leinegänse sowie das Deutsche Reichshuhn. Zudem beschäftigen sich die Mitarbeiter zusammen mit Kitas und Schulen sowie Senioreneinrichtingen mit dem Thema Umweltbildung. Die Einrichtung erhält weder vom Land noch vom Bezirk finanzielle Unterstützung. „Da auch wir vom Publikumsverbot betroffen sind, bleiben uns leider viele Spendengelder aus“, schreibt Monty Geiseler von der Projektleitung. Über Gofundme sei deshalb ein Spendenfonds eingerichtet worden. Weitere Infos über die Einrichtung finden sich hier…

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