Bürgerbüro Andreas Geisel mit Steinen und Farbbeuteln angegriffen

Anschlag auf Wahlkreisbüro

19.07.2018, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Karlshorst. Mit Farbbeuteln und Steinen wurde in der Nacht vom Mittwoch zu Donnerstag, 18.-19. Juli, das Wahlkreisbüro des Berliner Abgeordneten Andreas Geisel in der Dönhoffstraße 36 A angegriffen. Gegen 2 Uhr in der Nacht hatte mindestens eine Zeugin aus der Nachbarschaft einen Knall gehört und anschließend von ihrem Balkon beobachtet, wie drei unbekannte Männer noch vor dem Bürgerbüro Geisels standen, der zugleich Innensenator und stellvertretender Parteivorsitzender der SPD Berlin ist. Einer der Männer soll noch eine Wurfbewegung gemacht haben, heißt es in einer entsprechenden Polizeimeldung. Danach sei das das Trio mit Fahrrädern in Richtung Blockdammweg geflüchtet. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die Spuren gesichert und die Ermittlungen aufgenommen.

Trotz Anschlag: „Wir geben nicht klein bei!“

Am Morgen danach sind Karlshorster Passanten fassungslos: „Wie sinnlos und feige ist das denn! Es wird schlimmer“, sagt eine Anwohnerin aus der Nachbarschaft. Die gesamte Fassade am Eingang, die Fenster und die Tür zum Ladenbüro sowie der Gehsteig vor dem Gebäude sind pinkfarben beschmiert. Im Schaufenster und dem Leuchtkasten darüber klaffen faustgroße Löcher. Letzterer ist wohl nicht mehr zu retten und muss komplett erneuert werden. Auf dem Boden vor dem Haus liegen noch zwei Pflastersteine, die mutmaßlich gegen das Büro des SPD-Politikers geschleudert wurden. Auch der Balkon über dem ehemaligen Ladengeschäft ist beschmiert. Die Mitarbeiter sind geschockt und empört. „Aber klein beizugeben ist nicht unsere Art“, sagt Lasse Thorwesten, der Leiter des Abgeordnetenbüros. Die Anlauf- und Beratungsstelle für Wünsche, Anliegen und Sorgen der Karlshorsterinnen und Karlshorster bleibe selbstverständlich geöffnet. Auch E-Mails und Telefonanrufe würden weiter angenommen. Notdürftig haben sie erst einmal die beschmierten Stufen am Eingang mit Tüchern abgedeckt, damit der Dreck nicht in die Innenräume getragen wird.

Schon elf Anschläge bis Juni

Zum Glück haben die Steine nur die vorderste Scheibe des Doppelglases durchschlagen, das zudem von innen nochmal durch eine Sicherheitsfolie geschützt ist. „Wir haben unsere Versicherung informiert und nachdem der Schaden aufgenommen wurde, werden wir beginnen, alles zu säubern und zu reparieren“, so Lasse Thorwesten.

„Die Tat zeigt die Engstirnigkeit, Demokratieverachtung und Intoleranz der Täter. Wie armselig und kleinkariert…“, schreibt Andreas Geisel auf Facebook. Allein in den vergangenen Wochen habe es nach seiner Kenntnis Anschläge auf die Bürgerbüros der Berliner Abgeordneten Clara West, Melanie Kühnemann-Grunow, Tino Schopf, Susanne Kitschun, Franziska Becker, Maja Lasic (alle SPD) gegeben. Das Bürgerbüro Geisels, nahe des Karlshorster Bahnhofs, gibt es seit März 2017.

2017 zählte die Polizei 12 Anschläge auf Partei- und Abgeordnetenbüros in Berlin. Bis zum Juni dieses Jahres gab es schon elf Angriffe auf Bürgerbüros von Politikern. Erst im vergangenen Monat wurde die Fensterfront des Wahlkreisbüros des Berliner SPD-Abgeordneten Tino Schopf in Prenzlauer Berg in der Bernhard-Lichtenberg-Straße eingeschlagen.

 

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