In Marzahn-Hellersdorf fehlen Abstellplätze für Fahrräder

Velo-Parkhaus Elsterwerdaer Platz?

29.05.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Auch in Marzahn-Hellersdorf benutzen immer mehr Leute das Rad. Für kurze Wege innerhalb der Stadtteile oder um U- und S-Bahnhöfe zu erreichen. Doch an letzteren fehlen oftmals geeignete, sichere Abstellplätze. Das soll sich ändern. Der Linken-Abgeordnete Kristian Ronneburg schlägt als ersten Schritt vor, auf dem Elsterwerdaer Platz ein modernes Fahrrad-Parkhaus zu errichten.

Bedarf an rund 800 neuen Abstellplätzen

An allen Berliner Bahnhöfen sollen laut der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (UVK) in den nächsten Jahren zusätzliche Abstellplätze für Velos entstehen. Derzeit laufen für die 19 Bahnhöfe in Marzahn-Hellersdorf Standort- und Potenzialuntersuchungen, die Ende dieses Jahres abgeschlossen sein sollen. Für sechs Bahnhöfe liegen bereits Ergebnisse vor, antwortete Staaatssekretär Ingmar Streese (SenUVK) auf eine Schriftliche Anfrage von Ronneburg. Danach gibt es dort 1.413 Abstellplätze, der errechnete Bedarf bis 2030 liegt jedoch mit 2.203 um rund 800 Plätze höher.

Größter Engpass am Bahnhof Mahlsdorf

Den größten Engpass gibt es nach den Untersuchungen am S-Bahnhof Mahlsdorf. Dort stehen derzeit nur 257 Stellplätze zur Verfügung, die schon lange nicht mehr ausreichen. Bis 2030 wird sogar ein Bedarf von 1.024 Plätzen erwartet. Am U-Bahnhof Kaulsdorf übersteigt der errechnete Bedarf von 203 Stellplätzen das Ist von 172. Auch am U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz liegt die Zahl von derzeit 188 Abstellplätzen deutlich unter den künftig gebrauchten 321 Plätzen. Anderswo sieht es günstiger aus: Am S-Bahnhof Ahrensfelde wird mit 376 vorhandenen Stellplätzen der prognostizierte Bedarf (294) bereits übertroffen. Ebenso am S-Bahnhof Biesdorf, wo es 320 Stellplätze gibt (Prognose: 300). Am U-Bahnhof Hellersdorf wurde ein Bedarf von 61 Stellplätzen errechnet. Dort existieren derzeit bereits 100.

Auch gesicherte Anlagen sollen entstehen

An den Bahnhöfen, wo der Bedarf schon jetzt mehr als gedeckt ist, soll laut der Senatsverwaltung ein Teil der freien Stellplätze in gesicherte Plätze umgewandelt werden. So könnten beispielsweise am Bahnhof Ahrensfelde 46 zusätzlich gesicherte Stellplätze entstehen, am U-Bahnhof Hellersdorf 14. Allerdings wird man wohl für gesicherte Abstellplätze bezahlen müssen, wie es die GB infraVelo GmbH eine Tochtergesellschaft der landeseigenen Grün Berlin GmbH, auf ihrer Internetseite zum Fahrradparken schreibt.

Welche Projekte zuerst realisiert werden, ergibt sich aus einer Prioritätenliste, die die infraVelo je Bezirk aufstellt. Diese wird dann mit den betreffenden Bezirksämtern und der Senatsverwaltung abgestimmt. Solche Abstimmungen laufen bereits, so Streese. Die Anzahl der Abstellplätze und deren Art werde sich nach den Ergebnissen der Bedarfsprognose richten. Beachtet werden muss dabei allerdings auch, ob es genügend geeignete Flächen für die Anlagen an den Bahnhöfen gibt. Letzteres soll jedoch erst in nachfolgenden Planungsphasen geprüft werden. Deshalb gibt es noch keine Aussage zu eventuell nötigen und möglichen Flächenkäufen.

Freifläche soll neu gestaltet werden

Kritsian Ronneburg erklärt: „Nach den bisherigen Erkenntnissen hat der Bahnhof Mahlsdorf den größten Bedarf, gleichzeitig gibt es jedoch Probleme bei der Flächenverfügbarkeit. Auch am Elsterwerdaer Platz ist das Potential sehr hoch. Wir setzen uns als Linke dafür ein, dass auf dem versiegelten Elsterwerdaer Platz als erster Schritt für eine Neugestaltung ein modernes Fahrradparkhaus entsteht.“

Diskussionswürdig scheint allerdings, ob das angesichts der schon jetzt katastrophalen Lage am Bahnhof Mahlsdorf wirklich der erste Schritt für den Bezirk sein sollte. Zwar müsste die betonierte Freifläche am Elsterwerdaer Platz wirklich dringend neu gestaltet werden. Ob jedoch ein gerade dort ein Fahrradparkhaus sinnvoll ist? Ein Vor-Ort-Besuch am frühen Nachmittag des gestrigen Donnerstags, 28. Mai, zeigte uns, dass sehr viele Radstellplätze am U-Bahnhof gar nicht belegt waren. Zudem gibt es am Elsterwerdaer Platz ein riesiges, unterirdisches Pkw-Parkhaus. Das kann sogar kostenlos genutzt werden. Erfahrungsgemäß ist es nie voll. Vielleicht könnten, in Absprache des Bezirks mit dem Eigentümer, künftig dort auch offiziell Fahrräder abgestellt werden.

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