Alt-Kaulsdorfer Weihnachtsmarkt findet am Sonnabend zum 23. Mal statt

Advent im Dorfkern

05.12.2019, Steffi Bey

Fotos: Klaus Tessmann (1-4), Steffi Bey (5)

Kaulsdorf. Am kommenden Sonnabend findet im historischen Dorfkern zum 23. Mal der Alt-Kaulsdorfer Weihnachtsmarkt statt. Träger ist der Heimatverein Marzahn-Hellersdorf, gestaltet wird er von Gewerbetreibenden, Kirchengemeinden, Vereinen und Initiativen. Längst ist der traditionelle Markt kein Geheimtipp mehr, viele Besucher kommen.

1997 begann es mit einer kleinen Gruppe

Es war eine kleine Gruppe mit großen Ideen, die sich im Herbst 1997 zusammensetzte. Ziel dieser Handvoll Kaulsdorfer, die nach der Wende eine Initiativgruppe gegründet hatte, war es, den Dorfkern mit mehr Leben zu erfüllen. Eckhard Ditten, der freundliche Handwerksmeister aus der Chemnitzer Straße, war damals dabei und erinnert sich sehr genau an diesen Treff bei der Firma Schilkin. „Unsere Vision lautete, den kleinen Weihnachtsmarkt der Johannischen Kirche zu erweitern und auch den Dorfanger mit einzubeziehen“, erzählt der Kaulsdorfer. Gemeinsam mit der Evangelischen Kirche, der Freiwilligen Feuerwehr sowie allen interessierten Bürgern und Gewerbetreibenden müsste das doch zu schaffen sein, waren sich die Initiatoren – unter anderem das Unternehmerpaar Elke und Peter Mier – damals einig.

Anfangs nur bei Schilkin

Und so wurden in Kaulsdorf zunächst viele Klinken geputzt: Geschäftsleute und Anwohner angesprochen, auch Schulen sowie Vereine motiviert, einen besinnlichen Markt mit zu gestalten. „Wegen der langwierigen Genehmigungsverfahren gelang es zwar in der Kürze der Zeit nicht, den öffentlichen Dorfanger mit einzubeziehen, doch die Firma Schilkin stellte ihr Gelände zur Verfügung“, sagt Eckhard Ditten. Optimistisch kündigte die Initiativgruppe in einer Pressemitteilung schließlich an: „…die Einbeziehung des Dorfangers wird dann eben auf das nächste Jahr verschoben…“

Künstlerische Aufführungen in der Jesuskirche

Aber auch ohne diesen Bereich wurde der Weihnachtsmarkt 1997 zu einem Erfolg. Ungefähr 20 Stände waren aufgebaut – Schüler boten Selbstgebasteltes an, Händler aus dem Dorf verkauften Bücher, Keramik, Textilien und Kulinarisches. Es gab Handarbeiten, Kunstgewerbe sowie Kaffee und Kuchen. Zur besonderen Atmosphäre trugen ebenso von Beginn an die vielen künstlerischen Aufführungen in der mittelalterlichen Jesuskirche bei. Eckhard Ditten organisierte bereits damals – und heute immer noch – diese weihnachtlichen Darbietungen. „Vor allem lokale Künstler treten auf“, betont der Kaulsdorfer. Es sei jedes Mal eine Mischung aus Musik, Tanz, Theater, Chor und Orgelmusik. Fleißige Helfer begrüßen die Besucher am Kircheneingang, reichen Glühwein, bieten Kaffee und Kuchen gegen eine Spende an. Ein Teil des eingenommenen Geldes geht dann an einen guten Zweck. Davon profitierten beispielsweise der Kältebus der Stadtmission oder die Arche in Hellersdorf.

Einer der wenigen ehrenamtlich organisierten Märkte in Berlin

„Unser Weihnachtsmarkt, der dieses Jahr zum 23. Mal stattfindet, ist aus mehreren Gründen einzigartig“, steht für Patrick Mier, Geschäftsführer der Schilkin GmbH & Co. KG, fest. Denn diese Veranstaltung, die am Sonnabend vor dem zweiten Advent stattfindet, ist eine der wenigen, ehrenamtlich organisierten Märkte in Berlin, LiMa+ berichtete. „Zudem gibt es einen großen Anteil nichtprofessioneller Stände“, formuliert es Mier. Der Markt wird von Kaulsdorfern für Kaulsdorfer gestaltet, so wie es sich Ende der 1990er-Jahre die Mitglieder der Initiativgruppe wünschten.

Immer mehr Gäste kommen

Seit dem gab es zwar wechselnde Veranstalter, aber immer mehr Gäste, die sich auf den Weg in das anheimelnde Weihnachts-Dorf machen. „Und zwar unabhängig vom Wetter, die Leute kommen einfach gerne her“, freut sich Patrick Mier. Von seinen Eltern hat er den dicken Organisations-Ordner übernommen, in dem sämtliche Antragsunterlagen der vergangenen Jahre und ebenso Plakate, Listen der Teilnehmer, der Ablauf der Kulturprogramme und Platzaufteilungen heften.

Rund 100 Stände werden aufgebaut

Mittlerweile sind es rund 100 Stände, die aufgebaut werden. Schon im Sommer beginnt für die Arbeitsgruppe der Alt-Kaulsdorfer Weihnachtsmarkt. Sie gehört zum Heimatverein Marzahn-Hellersdorf, der seit 2018 Veranstalter des Marktes ist. In der Vorbereitungsphase heißt es unter anderem Straßensperrung, Müllentsorgung sowie Sicherheitsdienst und Sanitätsdienst beantragen. Schilkin kreiert außerdem traditionell jedes Jahr einen Punsch mit einem anderen Geschmack. 2018 stand dabei die Brombeere im Mittelpunkt.

Immer mehr Anrainer bringen sich ein

„Es bringen sich auch ständig mehr Anrainer in die Veranstaltung ein“, freut sich Patrick Mier. Dazu gehören beispielsweise das benachbarte psychosoziale Zentrum, ebenso die Druckerei und ein am Anger wohnender Arzt, der Besucher auf seinen Hof einlädt. Und dann gebe es noch einen weiteren Unterschied zu den lauten Märkten in der City. „Unser ist heimelig für die ganze Familie und ohne Rummel“, betont der Geschäftsführer.

Dass es in Alt-Kaulsdorf nur an einem einzigen Nachmittag im Jahr richtig weihnachtlich wird und dabei ebenso ein Nikolaus Geschenke an die Kleinen verteilen wird, soll so bleiben: „Auch das macht den besonderen Reiz aus, zudem hätten wir für einen längeren Zeitraum gar keine Kapazitäten“, sind sich Patrick Mier und Eckhard Ditten einig.

Alt-Kaulsdorfer Weihnachtsmarkt: Samstag, 7. Dezember, von 13 bis 19 Uhr.

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