Die Sage um Klaus Störtebeker

„Aller Welt Feind“

21.06.2015, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann. Zum Vergrößern auf das Hauptbild klicken.

Ralswiek/Rügen. Seit dem vergangenen Sonnabend, 20. Juni, zieht die Sage um den Piraten Klaus Störtebeker wieder Einheimische und Urlauber auf der Insel Rügen in ihren Bann. Bis zum 5. September kämpft der legendäre Seeräuber wieder für Recht und Gerechtigkeit. Klaus Störtebeker und seine wilden Vitalienbrüder führen die Zuschauer zurück in das Mittelalter. Im Stück „Aller Welt Feind“ geht es um die großen Machtkämpfe zwischen den Herrschern in den Ländern rund um die Nord- und Ostsee. Die Geschichte spielt im Jahr 1397 zwischen Rügen, Gotland und dem russischen Handelszentrum Nowgorod.

Zu dieser Zeit kämpfte in der Region jeder gegen jeden. Alles dreht sich um Einfluss, um Geld und um das Gold des Meeres – den Bernstein, der an den Sandküsten im Baltikum in Tagebauen gewonnen wird. Dabei stehen sich die aufstrebenden Hansestädte, der deutsche Ritterorden, der Großfürst von Nowgorod und die mächtige Dänenkönigin Margarete gegenüber. Jeder treibt sein politisches Ränkespiel. So wie es politisch gerade gebraucht wird, schließen die Herrscher Bündnisse mit den Seeräubern oder lassen diese wieder fallen – wie eine heiße Pellkartoffel. Es werden Friedensverträge abgeschlossen und sofort wieder gebrochen.

Mit 72 Gefährten geköpft
Viele Geschichten und Legenden ranken sich bis heute um die Figur Klaus Störtebeker. Nur ein Fakt scheint gesichert: Klaus Störtebeker wurde am 21. Oktober 1401 mit 72 Gefährten im Hamburger Hafen geköpft. An der Küste haben sich die Sagen um den Piraten bis heute gehalten. Seinen Namen hat er bekommen, weil er einen 5-Liter-Krug Bier in einem Zug leeren konnte (stürz’ den Becher). Einer Sage nach soll der Krug in einer Kirche auf der Insel Rügen versteckt worden sein. Im Bewusstsein der Einwohner blieb die Geschichte, dass Störtebeker den reichen Hamburger Pfeffersäcken ihr Geld abnahm. Seine Beute hat er anschließend unter der armen Bevölkerung verteilt. Das machte ihn zu einem Volkshelden, der so wie Robin Hood in England, der unterdrückten Landbevölkerung an der Küste half.

Wo ist der Schatz?
Lange Zeit hielten sich die Sagen um den Schatz von Störtebeker, den er im Kreidefelsen von Stubbenkammer oder an der Küste des Großen Jasmunder Boddens zwischen Ralswiek und Lietzow versteckt haben soll. Seit 1993 zieht Intendant Peter Hick mit seiner Geschichte um den Seeräuber Klaus Störtebeker viele tausend Urlauber und Einheimische in den Bann. Die Geschichte um den Seeräuber wird auch im nächsten Jahr weiter erzählt, wenn es in Ralswiek dann heißt „Auf Leben & Tod.
Weitere Informationen: www.stoertebeker.de.

 

 

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