Enge Kooperation im Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge

Alle unter einem Dach

15.01.2019, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding (1), Volkmar Eltzel (2), Archiv KEH (3-5). Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Lichtenberg. Am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge arbeiten Orthopäden, Unfallchirurgen und Altersmediziner eng zusammen – zum Vorteil der immer älter werdenden Patienten.

Das Ergebnis der Computertomographie ist mit nur einem Mausklick abrufbar: Konzentriert blickt Dr. Wolfgang Vogler auf den Bildschirm in seinem Büro, berät sich mit dem Kollegen am anderen Ende des Telefons. Nach nur wenigen Minuten haben sich die Mediziner abgestimmt, die Behandlung des älteren Patienten kann umgehend beginnen.

Zahl älterer Patienten steigt

Dr. med. Wolfgang Vogler ist der Chefarzt der Abteilungen für Orthopädie und für Unfallchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH). Der traditionsreiche Standort mit einer 125-jährigen Geschichte wird seit vielen Jahren modernisiert und umstrukturiert. Dazu gehört, das medizinische Versorgungsspektrum noch enger auf die Bedürfnisse der Patienten abzustimmen, neue Abteilungen aufzubauen und die bestehenden Fachrichtungen miteinander zu verzahnen. Das ist nach Ansicht von Wolfgang Vogler auch zwingend notwendig: Die Zahl vor allem älterer Patienten steigt, nicht zuletzt auch wegen der zunehmenden Lebenserwartung. Aktuell absolvieren Dr. Vogler und seine Kollegen an die 1.900 Operationen pro Jahr, Tendenz steigend. Denn: Gerade für hochbetagte Menschen kann ein kleiner Sturz verheerende Folgen haben – etwa schwere Knochenbrüche. „Unser Ziel ist es, die Patienten möglichst frühzeitig zu operieren“, sagt Wolfgang Vogler. Die Nachsorge erfolgt dann gemeinsam im „Alterstraumatologischen Zentrums“, für die Dr. Vogler zusammen mit dem Chefarzt der Geriatrie, Prof. Hans-Peter Thomas, verantwortlich zeichnet.

Gelenke besser teilweise als ganz ersetzen

Chefarzt Dr. med. Wolfgang Vogler kam 2004 ins KEH, um dort die neue Fachabteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie aufzubauen. Neben der Behandlung von Frakturen hat sich das Team – ein Chefarzt, drei Oberärzte, zwei Fachärzte und sechs Assistenzärzte – auch auf die sogenannte Endoprothetik spezialisiert. Dabei werden zerstörte oder abgenutzte Gelenke zum Teil oder ganz durch Prothesen ersetzt. Dank moderner Medizin werden notwendige Eingriffe immer spezieller, weil oftmals nur noch Teile des Gelenkes ersetzt werden müssen, beispielsweise durch Miniprothesen. Die Patienten bedanken sich gern im Nachhinein: So erhielt Wolfgang Vogler vor einiger Zeit von einem älteren Mann eine Postkarte, der an der Schulter operiert wurde und nun wieder Sport treiben kann. Voraussetzung für derartige Erfolge ist jedoch, dass sich das medizinische Fachpersonal permanent fort- und weiterbildet.

Amputationen vermeiden

Neu organisiert wurde am KEH auch das „Diabetische Fußzentrum“, in dem Fachärzte verschiedener Richtungen zusammenarbeiten. Mussten früher beispielsweise oft Füße oder Beine von Diabetespatienten amputiert werden, können die Gliedmaßen heute häufig ganz oder teilweise erhalten bleiben – unter anderem dank neuer Operations- und Behandlungsmethoden. „Für die Patienten ist dies ein Segen, weil wir dadurch ein großes Stück Lebensqualität und Mobilität sichern“, weiß Dr. med. Wolfgang Vogler.
Weitere Informationen zu der fachübergreifenden Versorgung von Patienten gibt es im Internet unter www.keh-berlin.de

 

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden