Alle Kliniken jetzt an einem Standort

19.02.2016, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Kaulsdorf. Der Neubau der Psychiatrie am Vivantes Klinikum Kaulsdorf wurde am Freitag, 19. Februar, mit einer Festveranstaltung offiziell eröffnet. Das 28 Millionen Euro teure Gebäude, das schon im November 2015 in Betrieb genommen worden war, ist ein Ersatzbau für die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, die bislang am Brebacher Weg in Biesdorf untergebracht war. Damit sind nun alle Vivantes-Kliniken im Bezirk am Standort Kaulsdorf vereint. Seit Jahresanfang trägt das Krankenhaus an der Myslowitzer Straße wieder seinen alten Namen „Klinikum Kaulsdorf“ (vorher Klinikum Hellersdorf). Letzter hatte sich nie so richtig durchgesetzt, Patienten, Anwohner und Beschäftigte sprachen meist weiterhin vom Kaulsdorfer Krankenhaus oder auch liebevoll vom „Kauli“.

Lange wurde um den Krankenhaus-Standort gekämpft
Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) erinnerte an viele Jahre des Kampfes um den Krankenhausstandort, den er schon als Bezirksverordneter in Hellersdorf, später Marzahn-Hellersdorf begleitet hatte. Auch Marzahn-Hellersdorfs Gesundheitsstadträtin Dagmar Pohle (Linke), bei der sich Czaja ausdrücklich für ihren jahrelangen Einsatz für den Erhalt des Standortes bedankte, und Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) freuten sich über die Investition in Kaulsdorf. „Das ist ein lange ersehntes Ereignis“, sagte Pohle, die auch im Vivantes-Aufsichtsrat sitzt. Denn zu Beginn der 1990er-Jahre war sogar die Abwicklung des Kaulsdorfer Krankenhauses im Gespräch gewesen, später wurden geplante Neubaumaßnahmen immer wieder verschoben. Komoß betonte, dass der Ausbau des Klinikums gerade in Bezug auf die „wachsende Metropole Berlin und den wachsenden Bezirk Marzahn-Hellersdorf“ ein richtiger Schritt sei. Mit dem Neubau werde die wohnortnahe medizinische Versorgung in der Region spürbar verbessert, sagte Czaja: „Der Neubau, der zum größten Teil aus Investitionsmitteln des Landes finanziert wurde, bringt mit seiner Stärkung von Geriatrie und Psychiatrie ein Gewinn für die Berliner Krankenhauslandschaft insgesamt.“ Das Land Berlin hatte mit 20 Millionen Euro den Hauptteil der Kosten getragen, acht Millionen Euro steuerte der landeseigene Klinikkonzern Vivantes bei. Andrea Grebe, Vorsitzende der Vivantes-Geschäftsführung, hob hervor: „Die seelische Gesundheit und die Geriatrie sind zwei unserer Schwerpunkte bei der medizinischen Versorgung – in Kaulsdorf und auch berlinweit. Deshalb ist es uns auch sehr wichtig, hier in Verbesserungen zu investieren. Im neuen Gebäude ist die Unterbringung komfortabler und die klinischen Abläufe sind flüssiger, und das steigert die Behandlungsqualität.“ Bei der Versorgung psychiatrischer Patienten in Berlin trage Vivantes eine große Verantwortung: In den Einrichtungen des Konzerns werde fast jeder zweite Berliner Psychiatriepatient betreut.

Anzahl der Hochbetagten steigt rasant
Die psychiatrische Klinik versorgt im Jahr rund 3.000 Patienten stationär und teilstationär, zudem etwa 1.500 Patienten ambulant. Seit mehr als 20 Jahren gibt es den gerontopsychiatrischen Schwerpunkt, der für den Bezirk besonders wichtig ist. Denn in Marzahn-Hellersdorf sind 44 Prozent der Bevölkerung älter als 50 Jahre, die Zahl der Hochbetagten steigt rasant.

Neubau heißt nach Wilhelm Griesinger
Im viergeschossigen Neubau, der den Namen von Wilhelm Griesinger (1817–1868, einer der Begründer der modernen, wissenschaftlichen Psychiatrie) trägt, nach dem auch der frühere Biesdorfer Standort benannt war, gibt es nicht nur eine geriatrische Station sowie zwei Stationen mit gerontopsychiatrischem Schwerpunkt. Untergebracht sind dort auch zwei geschützte Akutstationen, eine allgemeinpsychiatrische Station (Schwerpunkt Depression), eine Station für Suchterkrankungen, eine psychiatrische Institutsambulanz, 164 Betten (Psychiatrie und Geriatrie) sowie drei Tageskliniken mit 36 Plätzen. Neu im Dienst ist Therapiehund Muffin, einer von drei zertifizierten Therapiehunden, die bei den Patienten in Kaulsdorf zum Einsatz kommen.

Im Vivantes Klinikum Kaulsdorf (428 Betten) werden jährlich rund 31.300 Patienten behandelt, davon 14.000 stationär. 103 Ärztinnen und Ärzte und 263 Pflegekräfte kümmern sich dort um das Wohl der Patienten.

 

 

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