Äffische WG im Tierpark

20.05.2014, Volkmar Eltzel

Fotos: Zoologischer Garten Berlin AG / Tierpark Berlin-Friedrichsfelde GmbH

Friedrichsfelde. Im Tierpark Berlin gibt es eine neue WG: Ein Trio Roter Brüllaffen teilt sich nun mit zwei männlichen Weißkopfsakis das Gehege. Beide Arten sind in den Regenwäldern des nördlichen Südamerikas beheimatet, unterscheiden sich aber extrem in ihrer Anatomie und ihrer Ernährung, erklärt Primatenkurator Dr. Andreas Pauly. Das auffälligste Merkmal der Brüllaffen ist ihr verknöchertes Zungenbein und der aufgeblähte Kehlkopfapparat, mit denen das namengebende Brüllen erzeugt wird. Außerdem besitzen Brüllaffen einen echten Greifschwanz, quasi eine fünfte Hand. Brüllaffen ernähren sich hauptsächlich von Blättern. Es werden aber auch Früchte verzehrt.

Die Weißkopfsakis sind ernährungsphysiologisch eher Allrounder. Auf dem Speiseplan stehen hartschalige Samen, Früchte, Blätter, Pilze und Insekten. Ihre langen Eckzähne ermöglichen es ihnen, auch harte Nüsse zu knacken. Sakis besitzen keinen Greifschwanz. Sie bewegen sich durch Laufen auf den Ästen und vertikales Springen fort. Bei den Weißkopfsakis sind die Geschlechter rein äußerlich schon gut zu unterscheiden. Die Männchen sind tief schwarz gefärbt und besitzen eine weiße Gesichtsmaske, die Weibchen sind graubraun und haben lediglich zwei weiße Streifen im Gesicht.
Die beiden Weißkopfsaki-Männchen sind in Dresden geboren und leben seit Februar 2014 in Berlin. Die Roten Brüllaffen kamen schon im Oktober 2013 in den Tierpark. Sie stammen aus dem Zoo Köln, welcher das Europäische Zuchtbuch (ESB) für diese selten in Tiergärten präsentierte Art führt. Rote Brüllaffen sind außer in Köln und Berlin nur noch in zwei niederländischen Zoos vertreten. Die Vergesellschaftung der beiden Arten verlief laut Pauly unproblematisch.

 

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